Der Kandidatenkreis für die Austragung des Eurovision Song Contests im kommenden Jahr dünnt sich aus. Nachdem Graz wohl Abschied vom ESC-Traum genommen hat, steigt auch Oberwart aus dem Rennen aus. „Wir haben dann die Anforderungen des ORF zugesandt bekommen, dann haben wir uns entschieden, dass wir uns nicht bewerben werden. Wir haben keine Halle, wo 10.000 Personen Platz finden“, sagte Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) gegenüber dem ORF.

Rosner verteidigte jedoch die Ambitionen der rund 8000 Einwohner großen burgenländischen Stadtgemeinde: „Ich glaube, dass es der Region schon gutgetan hat, dass sich vielleicht der Rest von Österreich und auch das Ausland mit unserer Region beschäftigt haben.“ Das Land und der Tourismus zeigten laut ihm jedoch kein Interesse an einer Austragung. Oberwart brachte sich direkt nach JJs Sieg in Basel in Stellung für eine mögliche Austragung. „Es wäre toll, wenn der ESC in einer kleinen Stadt im Südburgenland stattfindet und nicht immer in großen Metropolen“, sagte Rosner Mitte Mai.

Nun könne er sich aber zumindest vorstellen, dass in der Messehalle entweder ein ESC-Public-Viewing veranstaltet wird oder generell eine Gegenveranstaltung, wie ein Oberwarter Song Contest.

ESC wohl in Wien, Innsbruck, St. Pölten oder Wels

Mit der Absage von Oberwart und dem de facto ESC-Aus von Graz bleiben wohl Wien, Innsbruck, St. Pölten und Wels (gemeinsam mit Linz) als mögliche Austragungsorte des Song Contests 2026 übrig. Bis 4. Juli haben die Bewerberstädte noch Zeit, ein Konzept auszuarbeiten und beim ORF einzureichen. In Graz ging man von Kosten von rund 30 Millionen Euro für die Austragung aus. Der ESC in Basel heuer belief sich inklusive Übertragungskosten auf rund 60 Millionen Franken (rund 64 Millionen Euro).

Die Anforderungen sollen laut ORF-General Roland Weißmann mit 2015 vergleichbar sein. Damals gehörte zu den wichtigsten Kriterien, dass die Veranstaltungsstätte überdacht, schall-, lichtgedämmt sowie klimatisiert ist und eine Mindestraumhöhe von rund 15 Metern aufweist. Sie muss mindestens 10.000 Personen fassen und ein „Green Room“ für ca. 300 Personen (Künstler und Delegationen) entweder in der Halle oder in ihrer unmittelbaren Nähe untergebracht werden können. Überdies waren Zusatzflächen in der Größe von etwa 6000 Quadratmetern für den Backstagebereich (Catering, Garderoben, Schminkräume, Viewing Room, Kommentatorenkabinen) gefragt, rund 4000 Quadratmeter für das Pressezentrum für die über 1000 erwarteten Journalisten, sowie in ausreichender Größe Platz für ein Akkreditierungszentrum.