Die Diagnose ist pessimistisch: „Es verschwindet der Geist aus der Welt“, sagt der Schriftsteller Philipp Hauser in seinem ersten Theaterstück „Tiefe Gewässer“, in dem er den Menschen der Gegenwart kein gutes Zeugnis ausstellt. Egoismus und Rassismus, Kriege und Konsumstreben sind nur einige der Übel, die den Lärm der Zeit so laut werden lassen, dass Menschen immer öfter aussteigen wollen, „sich zurücknehmen aus allem“. Das Bühnen-Debüt des Kärntner Lyrikpreisträgers (2023) ist kein von Handlung getragenes Stück, sondern ein Bewusstseinsstrom, aus dem aktuelle Themen der Zeit an die Oberfläche steigen – präzise in der Sprache, eindringlich durch die Interpretation von Lara Bumbacher, Julia Hammerl und Clemens Janout. Kongenial begleitet wird das Trio von Live-Musiker Lan Sticker, der perkussive Klänge erzeugt, die einmal an Gewehrfeuer, dann wieder an stampfende Maschinen denken lassen.