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#wirlesenzusammenIn einen Drogenkrieg, nach Kärnten und mitten ins Konklave

Robert E. Dunn legt einen schnörkellosen, rasanten Noir-Krimi vor. Hugo Ramnek sucht die weißen Flecken in den Erinnerungen und Steve Berry lädt zur Schitzeljagd auf Malta, bei der es um nicht weniger als die Rettung der katholischen Kirche geht.

Hugo Ramnek © Grössing
 

Großartiger Noir-Krimi 

Geradlinig, schnörkellos und rasant: Robert E. Dunn erzählt einen packenden Noir-Krimi aus dem Grenzgebiet USA-Mexiko. Longview Moody macht den Geldboten für ein Drogenkartell und findet sich bald in der Wüste wieder, wo er sein eigenes Grab schaufelt. Eine starke Einstiegsszene, der noch viele starke Szenen folgen sollen, in deren Lauf er anstelle seines Bruders als Polizeichef in Lansdale landet, einem kleinen Ort in Texas nahe der Grenze zu Mexiko. Auch dort will ein mexikanisches Drogenkartell seinen Einfluss noch ordentlich ausbauen, während die DEA (Drogenvollzugsbehörde) ein undurchsichtiges Spiel spielt. Schon bald ist Longview in einen Krieg verstrickt, in dem sich nicht nur reihum die Toten stapeln, sondern dem er mit seinen ganz eigenen Erfahrungen als Verbrecher eine ganz neue Dimension gibt. Denn schließlich geht es nicht um die Guten auf der einen und die Bösen auf der anderen Seite. In Wahrheit ist der Drogenkrieg ein Milliarden-Geschäft, an dem auch zahlreiche Arbeitsplätze hängen (auch in den Vollzugsbehörden).

Luzifer
Robert E. Dunn: Dead Man´s Badge. Luzifer-Verlag, 360 Seiten, 15.90 Euro (eBook derzeit über Thalia 3.99 Euro) © Luzifer

"Dead Man´s Badge" ist großartig erzählt. Longview ist vielleicht abgebrüht, hat aber in seiner verqueren Logik das Herz am rechten Fleck und außerdem eine herrliche Portion Zynismus, mit der er das Leben betrachtet. "Der Kerl hätte mich mit einem Lächeln kaltgemacht. Ich konnte ihn genauso gut hier zum Sterben in der Wüste zurücklassen, aber so grausam bin ich nicht. Ich bin viel schlimmer." Fesselnd bis zur letzten Seite!

Eindringliches Panorama der Kärntner Zeitgeschichte

"Schnee verwandelt, deckt sie zu, legt sich Schicht für Schicht über die Landschaft“, sagt Hugo Ramnek. Deshalb ist ihm auch das Bild einer Schneekugel für seinen neuen Roman eingefallen. Schließlich spielt der in Unterkärnten und handelt von den kleinen und großen Verletzungen während des 20. Jahrhunderts im zweisprachigen Gebiet. „Ich habe die Geschichten zusammengebaut, die ich gehört habe“, erzählt der in Bleiburg aufgewachsene Deutschlehrer und Theaterpädagoge. In Bleiburg ist auch sein Roman verortet – leicht erkennbar am Cover, das Werner Bergs Holzschnitt „Baumbruch“ zeigt. Schwarz/weiß ist das Cover, viel Weißraum gibt es im Buch selbst: „Bleiburg ist ein kleiner Ort, aber es gibt so viele Geschichten. Vieles ist dabei lückenhaft. Das Buch lebt auch von den weißen Flecken der Erinnerung und von jenen Lücken, die sich – manchmal zum Selbstschutz – automatisch einstellen“, so Ramnek.

Wieser
Hugo Ramnek: Die Schneekugel. Wieser-Verlag, 120 Seiten, 21 Euro © Wieser

Anhand einer Familie erzählt der 60-Jährige von Grenzen, die quer durch Familien gehen, vom Gemeinsamen und Trennenden, vom Pfarrer, der in der Mette zu viel oder zu wenig Slowenisch spricht oder von ausgerissenen Ortstafeln. „Die Opfergeschichten hat man oft gehört, aber nicht die Tätergeschichten – die Partisanen zum Beispiel waren immer nur die Banditen. Da wurde sehr selektiv mit der kollektiven Erinnerung umgegangen“, weiß Hugo Ramnek, der für die titelgebende Erzählung im Vorjahr mit dem Premio letterario internazionale Merano-Europa ausgezeichnet wurde. Die Laudatio hielt Patrick Rina (ORF), der befand: „Eine große kleine Erzählung mit poetischer Kraft.“ Vor allem aber zeichnet Hugo Ramnek ganz ohne Parteinahme oder erhobenen Zeigefinger ein eindringliches Panorama der schwierigen Unterkärntner Zeitgeschichte. Ein Roman, der nachhallt.

Schnitzeljagd auf Malta

Eigentlich soll ja in Rom ein neuer Papst gewählt werden. Was tut also ein hochrangiger Kardinal nur kurz davor auf Malta? Kastor Gallo gilt immerhin als ehrgeizig, auch wenn ihm zuletzt vom Papst ein paar Ämter entzogen worden sind. Aber gerade deshalb ist er jetzt auf Malta, wo er ein Dokument finden will, das die ganze katholische Kirche erschüttern könnte und das auf Kaiser Konstantin und das Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) zurückgehen soll. Schon Napoleon und Mussolini sollen verzweifelt danach gesucht werden - die Spur führt zum Malteserorden. Aber auch der Geheimdienstchef des Vatikans ist interessiert - ebenso wie Geheimdienste von Malta und vor allem der USA.

Blanvalet
Steve Berry: Die Vatikan-Intrige. Blanvalet-Verlag, 544 Seiten, 9.99 Euro © Blanvalet

Der US-Besteller-Autor und Ex-Anwalt Steve Berry schickt seinen Agenten Cotton Malone in seinen bereits 14. Fall. Zwar hat sich der Spion zur Ruhe gesetzt und betreibt jetzt lieber ein Antiquariat, aber wenn er gut bezahlt wird, lässt er sich noch immer locken. Und wenn dann auch noch sein kunsthistorisches Interesse geweckt wird, dann kann er sich schon einmal in einen Fall verbeißen. Verstärkung kriegt er außerdem vom Nachwuchs-Agenten Luke Daniels.

Der Schmöker wird denn auch immer mehr zu einer Schnitzeljagd quer durch Malta, ein paar hübsche historische Verschwörungstheorien inklusive. Und dann geht es auch noch nach Rom und mitten ins Konklave . . . Lesevergnügen für alle Dan Brown-Fans und für jene, die recht ausführliche Verknüpfungen mit (kultur)historischen Fakten schätzen. Im Nachwort wird von Steve Berry auch erklärt, wo er sich Freiheiten genommen hat, wo er aber historisch genau blieb. Unterhaltsamer Lesestoff für ein paar Stunden auf der Couch.

 

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