#wirlesenzusammenZeit für gute Bücher: Was unsere Kulturredaktion empfiehlt

Zeit für ein paar spannende Stunden: Katrine Engberg schreibt an ihrer ausgezeichneten Kopenhagen-Reihe weiter, G. H. Halliday siedelt sein Krimidebüt in den schottischen Highlands an. Und mit Rebecca Gablé kann man viele Stunden im Mittelalter verbringen.

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Katrine Engberg: Autorin, Tänzerin, Regisseurin
Katrine Engberg: Autorin, Tänzerin, Regisseurin © Diogenes
 

Etwas ist faul in Dänemark

Wer skandinavische Krimis mag, ist bei Katrine Engberg goldrichtig. Die Autorin, die als Tänzerin, Choreographin und Regisseurin in Dänemark landesweit bekannt ist, setzt nach dem Auftakt „Krokodilwächter“ und ihrem zweiten Roman „Blutmond“ erneut auf eine Mischung aus Spannung und Gesellschaftskritik: Etwas ist faul im Gesundheitswesen von Dänemark. Zumindest, wenn man dem neuen Krimi "Glasflügel" glauben darf, in dem sich das ungleiche Ermittlerpaar Jeppe Kørner und Anette Werner (die sogar in der Babypause das Ermitteln nicht sein lassen kann) tief in die düsteren Seiten des dänischen Gesundheitswesens vorwagen.

Diogenes
Katrine Engberg: Glasflügel. Diogenes, 432 Seiten, 20.60 Euro © Diogenes

Eine Tote wird in einem Brunnen mitten in Kopenhagen entdeckt, feine Schnitte zeigen bald: Das Opfer ist ausgeblutet – und schon folgt der nächste brutale Mord. Gemeinsam ist ihnen eine private Pflegeeinrichtung für auffällige Jugendliche, in der sie gearbeitet haben. Und schließlich steht man vor der Frage: Was passiert, wenn private Betreuungseinrichtungen die Aufgabe des Staates übernehmen? Wie schützt man jene Menschen, die den Schutz besonders brauchen? Ein düsterer Krimi, gut geschrieben, spannend und vor allem hochaktuell.

Düsteres aus Schottland

Eine Handlung, so düster und schroff wie die Landschaft rund um Inverness an einem grauen Wintertag: In den schottischen Highlands wird die Leiche eines 16-Jährigen gefunden. Er wurde nicht nur vom Mörder sorgfältig drapiert, sondern ihm wurde auch ein schwarzer Stein in die Kehle gesteckt. Dass die Hauptermittlerin Monica Kennedy gerade erst mit einem sehr jungen Team zu arbeiten begonnen hat, erleichtert die Ermittlungen nicht gerade: Man muss erst lernen, sich zu vertrauen und die Stärken und Schwächen jeweils der anderen einzuschätzen. Ihre fast 1,90 Meter Körpergröße macht es ihr auch nicht immer leicht. Dazu kommen - und da werden sich nicht wenige berufstätige Mütter wiedererkennen - die ständigen Schuldgefühle ihrer kleinen Tochter gegenüber, die immer wieder hinter dem Fall zu kurz kommt.

G. H. Halliday. Die Toten von Inverness. Blanvalet, 544 Seiten, 10.90 Euro ©

Der Fall selbst führt immer wieder in Sackgassen und hat ein paar überraschende (und nicht immer ganz glaubwürdige) Wendungen. Dass der schottische Autor G. H. Halliday nach eigenen Angaben einen Großteil seine Kindheit damit verbrachte seinen Vater dabei zu beobachten, wie dieser ungeklärte Geheimnisse untersuchte, ist dem Debüt anzumerken, für das er sich viel Zeit nimmt - aber Zeit haben die meisten von uns ja gerade genug. Insgesamt der gediegene Auftakt einer neuen Reihe, die vor allem durch das Setting punktet.

Rund 6000 Seiten zum Schmökern

Wer historische Romane liebt, kommt nicht um Rebecca Gablé herum. Und gerade in diesen Zeiten liefert die deutsche Mediävistin und Literaturwissenschafterin Lesestoff für viele Stunden auf der Couch: Vor allem in ihrer Saga rund um die fiktive englische Adelsfamilie Waringham wird englische Geschichte lebendig: In bereits sechs Bänden folgt sie den Spuren des von ihr erfundenen Geschlechts, dass sie in die tatsächliche Geschichte so einfügt, dass man glauben könnte, es habe tatsächlich existiert. Im vor einem guten halben Jahr erschienenen Band "Teufelskrone" dient ein Waringham John "Ohneland", dem Bruder von Richard Löwenherz. Und Gablé zeichnet dabei ein durchaus überraschendes Bild jenes Mannes, der in der Geschichte von "Robin Hood" so schlecht wegkommt, tatsächlich aber neben seinen düsteren Seiten auch eine Menge Grips gehabt haben dürfte.

Lübbe
Rebecca Gablé. Teufelskrone. Lübbe, 928 Seiten, 28,80 Euro © Lübbe

Was die gut recherchierten und süffig geschriebenen Romane so spannend macht, sind aber nicht nur die Intrigen und Ränke in den adeligen Familien, sondern die düsteren Seiten, die diese Intrigen für ihre Untertanen hatten. Und - in diesen Zeiten ja auch nicht ohne Reiz - jede Menge Epidemien (Ruhr & Co.) kommen auch noch vor. Wer sich durch alle sechs Bände lesen will, hat jedenfalls in den kommenden Wochen ordentlich zu tun: Schon der Auftakt "Das Lächeln der Fortuna" hat rund 1000 Seiten - und so geht es dann auch weiter.

 

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