In Osttirol bei Milchbauer Johannes liegt etwas in der Luft. Der 31-Jährige wirkt nachdenklich, als er in den Tag startet. „Ich bin heute Morgen mit einem komischen Gefühl aufgewacht. Gestern Abend haben wir kaum noch geredet, und dann sind wir getrennt ins Bett gegangen. Das war schon seltsam“, gesteht Johannes.

Was er noch nicht ahnt: Das seltsame Gefühl ist keineswegs unbegründet. Während er den Tag mit Optimismus beginnen will, spielen sich in Gudruns und Angelinas Zimmer ganz andere Szenen ab. Angelina gesteht Gudrun, dass sie sich am Vorabend in ihr Polster geweint hat. „Ich fühle mich richtig unwohl und mir ist richtig schlecht, dass ich das jetzt sagen muss, aber ich will nach Hause“, sagt sie, sichtlich bewegt.

Doch sie ist nicht allein mit diesem Wunsch. „Krass“, meint Gudrun und stimmt ihr zu: „Ich will heute auch gehen. Ich kann mit Johannes keine tiefgründigen Gespräche führen. Das macht es für mich keinen Sinn mehr, länger zu bleiben.“ Die beiden Frauen sind sich einig: Ihr Aufenthalt auf dem Hof hat seine Grenzen erreicht. „Ich habe bis jetzt mit ihm kein Gespräch geführt, wo es nicht um sexuelle Dinge ging“, kritisiert Angelina. Gudrun ergänzt: „Er sagt immer nur, ich passe perfekt auf den Hof und kann gut anpacken“. „Und ich pass perfekt ins Schlafzimmer“, ergänzt Angelina. Die plumpen Kommentare und derben Aussagen kamen offensichtlich nicht gut an bei den Mädels. „Das brauche ich einfach nicht“, sagt Gudrun.

Zwei Damen, eine Entscheidung

Während Johannes noch plant, den Tag mit einer Mähaktion zu füllen, bereiten die Damen ihr Gespräch vor. Sie ahnen, dass ihr Abschied den Milchbauern treffen wird. „Er wird bestimmt schockiert sein, wenn wir ihm sagen, dass wir beide gehen“, mutmaßt Angelina.

Als der Moment kommt, ist die Spannung spürbar. Gudrun ergreift das Wort: „Wir haben geredet und möchten nach Hause fahren.“ Johannes wirkt überrascht, nimmt die Nachricht aber gefasst auf. „Ich kann eure Entscheidung verstehen und akzeptiere sie“, sagt er, auch wenn die Enttäuschung in seiner Stimme mitschwingt. „Ich bin schon gekränkt, dass sie mich im Stich lassen.“

Ein enttäuschter Milchbauer

Für Johannes ist der Doppelauszug ein Rückschlag. „Mich trifft es schon ein bisschen, weil ich beide wirklich lieb gewonnen habe. Ich hätte mich gefreut, wenn sie länger geblieben wären“, sagt er nachdenklich. Und während Angelina und Gudrun erleichtert die Heimreise antreten, bleibt Johannes zurück – nachdenklich, aber nicht entmutigt. Denn aufgeben ist für den Milchbauern keine Option. Bei einer Hüttengaudi sucht er am Abend Ablenkung. Dort fragt er die Damen in der Runde: „Was hätte ich besser machen können?“ Die Antworten sind freundlich: „Du bist eh ein Netter!“

Mit einem Glas in der Hand und einem Funken Resthoffnung im Herzen beschließt Johannes den Abend optimistisch: „Vielleicht finde ich ja heute noch meine Traumfrau. Wer weiß?“