Protestbrief Initiativen aus drei Ländern gegen B 100-Ausbau

In einem offenen Brief wird die Kärntner Landesregierung aufgefordert, den Ausbau der Drautalbundesstraße zu überdenken. Dieser ist teils fertig geplant. Verkehrsreferent Gruber widerspricht Kritik.

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Bürgerinitiativen befürchten einen vermehrten Schwerverkehr mit dem Ausbau der B100 © Rieder Adalbert
 

Mit einem offenen Brief wandten sich nun gleich elf Bürgerinitiativen an das Land Kärnten. Sie protestieren damit gegen den bahnparallelen und verkehrsbeschleunigenden Ausbau der B 100 von Greifenburg bis Dellach im Drautal. "Wir fordern von Kärntens Landesregierung und den zuständigen Gemeinden zukunftsorientierte, klimafreundliche Verkehrslösungen und nicht Straßenneubau im Geiste einer Verkehrspolitik des vorigen Jahrhunderts", schreiben sie gemeinsam.

Kommentare (16)
ErichGolger
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Einfach zum Nachdenken

Auf der einen Seite steht die überall gepriesene Freiheit, auf der anderen Seite sind Regeln für den gemeinsamen Umgang innerhalb der Gesellschaft erforderlich.
Zum Thema Verkehr und Drautalstrasse B100 sind auch mehrere Aspekte zu berücksichtigen:
- da sind immer noch leidgeprüfte Anrainer der B100, die noch nicht durch eine Umfahrung entlastet wurden. Der Ausbau der B100 zur Entlastung der Anrainer darf nicht gestoppt werden.
- es ist richtig, dass eine ausgebaute B100 den Transitverkehr anzieht. Daher sind regional Maßnahmen zur Reduzierung des LKW-Verkehrs unerlässlich. Das könnte durch Zeit- und/oder Tonnagebeschränkungen erfolgen.
- Ein wesentlicher, wenn auch überregionaler und internationaler Aspekt ist die seit Jahrzehnten nicht umgesetzte Forderung, den Güterverkehr überwiegend auf der Schiene abzuwickeln.
- Durch die LKW-Lobby wird immer noch erfolgreich verhindert, dass auf der Straße Kostenwahrheit zum Tragen kommt; nämlich, dass die Kosten für die exponentiell höhere Abnutzung unserer Straßen durch den LKW auch nach dem Verursacherprinzip entsprechend getragen werden.
Solange die Politik eine „Verkehrswende“ nicht unter Berücksichtigung der vorgenannten Aspekte (und natürlich einiger anderer mehr) in Angriff nimmt, wird der Bürger auf der Strecke bleiben!

nemo4
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Und die Anrainer...

...des Ortszentrums sollen weiter ertragen, dass der Verkehr mitten durch ihren Ort rollt?
LKW-Transitverbot wäre notwendig aber ebenso die Umfahrung der Ortszentren.

Horstreinhard
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Eine Frage an den Sprecher der BI, Michael Dünhofen:

Stimmt es, dass Sie als Gemeinderat die einstimmigen Beschlüsse zum Ausbau der B100 mitgetragen haben und in die Planungsbesprechungen seitens der Gemeinde Berg i.D. eingebunden waren?

Horstreinhard
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Eine Initiative von geplagten Anrainern wäre notwendig

Schließt euch zusammen und lasst euch nicht von einer Hand voll Aktivisten auf der Nase herumtanzen. Sammelt Unterschriften für den Ausbau und meldet euch als Bürgerinitiative! Ihr seid die Mehrheit!

annylein
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Profilierungssucht

Wenn von Vertretern der BI offensichtlich mit Unwahrheiten und Schreckensgespenstern argumentiert wird, so grenzt das eher an Unwissenheit, Gehässigkeit oder Profilierungssucht. Wenn die BI eine klimafreundliche Variante forciert, so müsste sie zur Beruhigung von Ortskernen vom immer stärker werdenden Verkehr applaudieren, man denke an die GTI-Treffen, Harly-Treffen, aber auch den wachsenden Schwerverkehr der ansässigen Industriebetriebe, in denen hunderte heimische Familien ihr Einkommen erarbeiten. Wohnwagengefährte, Wohnmobile bereichern den Fremdenverkehr, der von allen gewünscht wird. Und nicht zuletzt sind wir alle froh (Ich hoffe, auch die BI-Proponenten) , dass es noch Bauern in unserer Region gibt, die ihre Anbauflächen mit Traktoren bearbeiten. Diese Gefährte stellen sowohl für den Lenker, also auch für den laufenden Verkehr ein großes Gefahrenpotential dar.
Conclusio: bitte keine weiteren Querschüsse und leicht durchschaubare Verhinderungsaktionen, sondern rasche Umsetzung der geplanten Baumaßnahmen in Greifenburg und Dellach.
Helmuth Kubin
Dellach

chh
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Ihrer Argumentation nach

wird der LKW-Verkehr also klimafreundlicher, wenn er aus den Ortskernen auf eine Umfahrung umgeleitet wird? Das ist doch absurd. Viel zu spät wachen wir langsam auf, dass wir im Bezug auf unsere Umwelt nicht so weitermachen können wie bisher. Dass die Ortsdurchfahrten nicht mehr zumutbar sind, unterschreibe ich. Aber das ist in erster Linie deshalb so, weil immer mehr Transit-LKWs unterwegs sind. Daher wäre die erste Priorität, diesen Verkehr von der Drautalstraße weg zu bringen, wo er nichts verloren hat. Wenn Umfahrungen gebaut werden ohne sonstige Maßnahmen werden wir natürlich genau das Gegenteil erreichen.

Horstreinhard
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Natürlich wird er klimafreundlicher!

Weniger Stau = weniger Abgase!

chh
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Welcher Stau?

Den gab es bisher zum Glück auf der B100 kaum. Was es gibt, ist völlig unntöiger LKW-Transit, der in unserem Tal nichts verloren hat. Wenn wir die Straße ausbauen, wird dieser Transit noch mehr zunehmen, das ist sicher wie das Amen im Gebet. Kann man von 'klimafreundlicher' sprechen, nur weil die Abgase ein paar hundert Meter südlicher in die Luft geblasen werden? Wir müssen uns endlich dagegen wehren, unsere Lebensqualität dem Straßenverkehr zu opfern. Entlastung der Ortsdurchfahren: JA, aber in erster Linie durch Reduktion des immer unerträglicheren Transitverkehrs.

petersabaini
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Wer Strassen baut

... wird Verkehr ernten

wjs13
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Der schlimmste Unsinn

Niemand nimmt nur wegen einer neuen Strasse einen Umweg, oder, noch dümmer, erhöht den Autoverkehr insgesamt, also kauft sich ein Auto wegen der neuen Strasse.
Die vielen Toten auf der extrem gefährlichen B100 verlangen den Ausbau.

Musicjunkie
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Die vielen Toten auf der extrem gefährlichen B100 verlangen den Ausbau.

Mitnichten, ein Ausbau erhöht nicht gleichzeitig die Intelligenz diverser Autofahrer.

Xervus
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Das was du schreibst…

… ist schlichtweg falsch. Mehr Straßen = mehr Autos ist bereits zu genüge erforscht.

wjs13
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Erforscht LOL

vom VCÖ?

joektn
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Nein

TU Wien, ADAC, Landesregierung Abteilung 9, TU Dresden etc. Es gibt aktuell mehr als 100 Studien dazu und die sind alle sehr eindeutig.
Wenn eine Straße gebaut wird, wird die logischerweise auch benutzt. Fakt. Man zerstreut den Verkehr maximal über einen befristeten Zeitraum.
Nicht umsonst werden in vielen Ortschaften bereits die Umfahrungen der Umfahrung gebaut.

Horstreinhard
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Die Umfahrungen der Umfahrungen

werden notwendig, weil die Gemeinden an den Umfahrungen Bau- und Gewerbegebiete widmen und aus den Umfahrungen dadurch Ortsdurchfahrten machen.

joektn
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Kein Unsinn

Angebot schafft Nachfrage. Das macht sich nirgendwo so deutlich bemerkbar wie im Straßenverkehr. Wer denkt, eine neue Umfahrungsstraße führt zu weniger Verkehr, der hat die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte verschlafen.