Um punkt acht Uhr wurde donnerstagfrüh an der B 98 Millstätter Straße in Radenthein noch per Hubsteiger das Banner hochgezogen, das an der Einfahrt auf das neue Zuhause von Feuerwehr, Bergrettung und Bauhof hinweist. Pünktlich zur Eröffnung des neuen kommunalen Einsatzzentrums am Samstag, bei der sich Bürgerinnen und Bürger ein Bild machen können von dem, was politische Vertreter als „Meilenstein für die Sicherheit der Bevölkerung“ bezeichnen.
„Bisher waren die Gebäude von Feuerwehr, Bergrettung und Bauhof auf mehrere Standorte in der Stadt verteilt und alle sanierungsbedürftig. Das Rüsthaus wurde 1943 erbaut und blieb seitdem fast unverändert. Der Bauhof erfüllte seit Jahren nicht mehr die Anforderungen einer modernen Kommune“, begründet Bürgermeister Michael Maier die Notwendigkeit des Einsatzzentrums, das bereits seit zehn Jahren Thema ist.
Nachnutzung von Altbestand
„Wichtig war uns die Nachhaltigkeit und keine Grünflächen zu versiegeln“, ergänzt Vizebürgermeister Armin Egger. Deshalb schlug die Stadtgemeinde zu, als das verkehrstechnisch gut gelegene Grundstück der Spar-Filiale 2022 um 1,6 Millionen Euro zu haben war. Der Lebensmittelkonzern baute direkt daneben neu. „So konnten wir mit Altbestand arbeiten, diesen energetisch auf den neuesten Stand bringen und einer Nachnutzung zuführen“, so Egger. Dadurch wurden wiederum Förderungen lukriert.
Vier Millionen Euro Investition
Vier Millionen Euro wurden in den Umbau investiert. „75 Prozent wurden durch Subventionen von EU und Bund, Beteiligungen der umliegenden Gemeinden durch Förderverträge für die Stützpunkterrichtung der Bergrettung und Interessentenbeiträge sowie den Verkauf des ehemaligen Wirtschaftshofs und des alten Rüsthauses an angrenzende Gewerbebetriebe finanziert“, erklärt Maier und bedankt sich bei allen Beteiligten für die Unterstützung. Der Anteil der Stadt beläuft sich also auf rund eine Million Euro, der über 15 Jahre ausfinanziert werde.
Viel Platz und moderne Technik
Im Dezember konnten die 17 Mitarbeiter von Bauhof und Gärtnerei, die Feuerwehr mit Jugendfeuerwehr und 60 Aktiven (davon zwei Damen) sowie die Bergrettung in das Gebäude ziehen. Dort freut man sich neben allem neuen technischen Equipment besonders über eines: genug Platz! „Wir hatten vorher nur einen kleinen Raum mit Garage. Unser neues Heim ist für uns jetzt Luxus pur“, freut sich Robert Schleiner, Ortsstellenleiter der Bergrettung Radenthein Nockberge, die mit 50 Aktiven (davon drei Frauen) ein rund 340 Quadratkilometer großes Einsatzgebiet abdeckt, das sich über acht Gemeinden erstreckt. „Jetzt haben wir einen Mannschafts- sowie einen Funkraum, eine große Garage und genug Stauraum“, führt Schleiner durch die neuen, hellen Räume.
Auch die Feuerwehr ist mehr als zufrieden mit Platz für Schulungen, dem geräumigen Kameradschaftsraum, dem Nachrichtenraum, in dem bei Schadensereignissen der Einsatzstab tagt, der Florianstation mit drei hochmodernen Funkstationen, Umkleiden für Damen und Herren, der Halle für vier Fahrzeuge sowie der Füllstation für alle Atemschutzgeräte der Gemeinde. „Hier werden auch alle Masken gewaschen, getrocknet und desinfiziert“, erklärt Gemeindefeuerwehrkommandant Hannes Daborer beim Rundgang.
KAT-Stützpunkt kommt noch
„Das ganze Gebäude ist Blackout-sicher, so dass wir im Ernstfall einsatzfähig sind und Anlaufstelle für die Bevölkerung sein können“, erklärt Michael Maier auf dem Weg ins Untergeschoß, wo sich die Garagen und Werkstätten des Bauhofs samt Kfz-Hebebühne befinden. Was das Einsatzzentrum zusätzlich auszeichnet: Es gibt eine gemeinsame Waschbox für alle Fahrzeuge und mit dem Sportplatz einen fußläufig erreichbaren Hubschrauberlandeplatz. Angebaut werden soll heuer noch eine Halle für das Material des KAT-Stützpunktes Oberkärnten des Landesfeuerwehrverbands.