Was sich seit Wochen abgezeichnet hat, ist nun Realität: Der komplette Vorstand des SV Sportastic Spittal rund um Obmann Gerald Gadnik trat geschlossen zurück. Nach monatelangen Spannungen, öffentlichen Vorwürfen und einem Zerwürfnis zieht der Vorstand nun die Reißleine – und hinterlässt einen Verein im sportlichen und strukturellen Vakuum. Der Traditionsverein, der in der Kärntner Liga und in der 1. Klasse eine Mannschaft hat, steht plötzlich ohne Vorstand und – wie sport-fan.at berichtet – ohne Trainer, ohne Kampfmannschaft und ohne U17 da. So ganz stimme das nicht: Ein Trainer für die kommende Saison sei bereits gefunden worden, und aus dem bestehenden Kader habe es bisher nur wenige Abgänge gegeben. Ein Verantwortlicher für den Verein sei derzeit jedoch noch nicht festgelegt worden.
„Wir stellen uns nicht in den Weg“
In einem Rücktrittsschreiben erklärt der Vorstand um Obmann Gadnik, Kassier Christian Kollenz, Schriftführer Robert Stadler und dessen Stellvertreter Manuel Höfer: „Wir treten geschlossen zurück – nicht aus Schwäche, sondern aus Haltung.“ Nach mehr als zehn Jahren Arbeit übergeben sie den Verein, so heißt es, „geordnet, offen, transparent und mit dem Wunsch, dass dieser Verein weiterhin bestehen und wachsen kann“. Der Fokus habe stets auf Nachwuchsarbeit, finanzieller Stabilität und ehrlicher Vereinsführung gelegen.
Gegenüber der Kleinen Zeitung betont der scheidende Vorstand, dass man bewusst auf eine saubere Übergabe setze. „Wir haben seit 2014 rund 250.000 Euro Schulden abgebaut und übergeben ein wirtschaftlich gesundes Fundament – ohne Altlasten, mit vollständiger Transparenz“, heißt es seitens des ehemaligen Vorstands. Der Rückzug sei nicht abrupt, sondern eine Reaktion auf die „öffentliche und medienwirksame Aufforderung“ durch Ex-Obmann Michael Pöcheim-Pech, Platz zu machen für ein neues Team. Dass es im Vorfeld keine direkte Kontaktaufnahme durch das neue Team gegeben habe, sei bedauerlich, so der Tenor: „Wir hätten einer geordneten Übergabe niemals im Weg gestanden – das haben wir immer signalisiert.“
Pöcheim-Pech: „Schönfärberei ersetzt keine Verantwortung“
Doch dazu äußert Michael Pöcheim-Pech Zweifel. In einem öffentlichen Statement reagiert er scharf: „Sich einfach so aus dem Staub zu machen, mit ein paar schöngefärbten Abschiedsworten hat nichts mit Verantwortung für die katastrophale Lage zu tun.“ Die Situation im Verein sei dramatisch – sportlich wie organisatorisch. Von einer geordneten Übergabe könne keine Rede sein, wenn der Verein aktuell weder über eine Kampfmannschaft noch über gültige Spielerverträge verfüge. Der Unternehmer und frühere Obmann kritisiert den scheidenden Vorstand scharf: „Mit Perspektivlosigkeit und Dilettantismus wurde eine Mannschaft ausgehöhlt, die das Zeug zu Großem hatte.“
Noch ist unklar, wer den SV Spittal führen wird. Pöcheim-Pech signalisiert Bereitschaft zur Unterstützung – finanziell wie organisatorisch – knüpft diese jedoch an die Bedingung einer transparenten, strukturierten Übergabe. Ob er den Posten als Obmann übernehmen wird, ist ebenso offen wie die Frage, wer das neue Vorstandsteam bilden soll. Der zurückgetretene Vorstand verweist darauf, dass er jederzeit für Gespräche bereit gewesen wäre – nun sei der Ball bei jenen, die künftig Verantwortung übernehmen wollen: „Wir werden nach wie vor zu den Spielen ins Stadion gehen, den Verein unterstützen und im Herzen sind und bleiben wir Schwarz/Weiß.“