Anfang September fand die dritte Ausgabe des Forschungsformates „expedition.nationalpark“ statt. Das von der Fachhochschule Kärnten und dem Nationalpark Hohe Tauern entwickelte Format rückte heuer die Nationalparkgemeinden Mörtschach und Winklern in den Fokus. Am Beispiel der Schobergruppe wurden aktuelle und zukünftige Herausforderungen die auf das Bergsteigen, den Erhalt der alpinen Infrastruktur und den Naturschutz zukommen, aufgezeigt. „Durch das Zusammentreffen der Fachexpertisen werden neue Sichtweisen auf diese Thematik eröffnet“, sagt „expedition.nationalpark“- Bergführer Ernst Rieger.
Die sechsköpfige Expeditionsgruppe - bestehend aus Experten der alpinen Vereine und Wissenschaftlern der Fachhochschule Kärnten und der Alpen-Adria Universität Klagenfurt - erkundete im Gespräch mit lokalen Interessensvertretern den aktuellen Zustand. Am Wiener Höhenweg, mit Übernachtung bei der Winklerner Hütte erfolgte der Auftakt der Veranstaltung. Die Wanderung zur Wangenitzseehütte, mit Übernachtung und der Abstieg durch das Wangenitztal, bildeten den Abschluss der Expedition.
Austausch mit Experten, Workshops und ein Buch
Währenddessen konnte die Gruppe mit sieben Gesprächspartnern aus der Region aktuelle Themen besprechen. Dabei zeichneten sich vielfältige Trends ab, die sowohl gesellschaftliche Diskurse neuer Sportarten am Berg, die Vor- und Nachteile der Digitalisierung in der Tourenplanung, als auch den gesellschaftlichen Wertewandel und den Generationenwechsel sowie dessen Auswirkungen auf den Nationalpark und die Erhaltung der alpinen Infrastruktur umfassten.
Die Erkenntnisse der dreitägigen Tour werden in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Kärnten aufbereitet und in zwei Workshops weiterbearbeitet. „Die Erkenntnisse sind von großer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Schobergruppe und können auch auf andere Gebirgsgruppen in Schutzgebieten übertragen werden“, freut sich Barbara Pucker, Direktorin des Nationalparks Hohe Tauern Kärnten. Zudem werden die Ergebnisse in Form eines Buches aufbereitet. Unterstützt wurde das Projekt durch Förderungen des Landes Kärnten und der Europäischen Union.