„Bei der Verhandlung vor der Gleichbehandlungskommission haben sie mir ganz schön Stoff gegeben“, gibt Stefan Lercher im Gespräch mit dem Wochenmagazin „profil“ unumwunden zu. Der Millstätter Wutwirt, der Anfang Jänner 2023 wegen seines Araber-Sagers in ganz Österreich und darüber hinaus für Schlagzeilen sorgte, wurde für seine rassistischen und diskriminierenden Aussagen vom Österreichischen Staatsschutz und Nachrichtendienst (DNS) überprüft, ob er den Straftatbestand der Betätigung im nationalsozialistischen Sinn nach dem „Verbotsgesetz 1947“, also Wiederbetätigung, begangen habe.

Einer siebenköpfigen Kommission, weitere Mitglieder waren via Videokonferenz, zugeschaltet, stand er Anfang Jänner im Bundeskanzleramt in Wien zwei Stunden lang Rede und Antwort. Brisant war, dass er wenige Wochen zuvor in sozialen Medien ankündigte, ein monatliches „Arisches Gourmet-Festival“ in seiner Pizzeria „Peppino“ abhalten zu wollen. Dafür entschuldigte er sich kurz darauf wieder, weil er erst nach seinem Posting gegoogelt habe, welche Bedeutung „arisch“ habe.

Zu welchem Urteil die Gleichbehandlungskommission gekommen ist, ist offen. Lercher glaubt, dass er demnächst ein Schreiben erhalten werde, in jedem Fall rechnet er mit einer Geldstrafe: „Viele meiner Aussagen habe ich vor der Kommission zurückgenommen. Mir wurde untersagt, Gruppen aufgrund gewisser ethnischer Zugehörigkeit, aus meinem Lokal auszuschließen, daran werde ich mich wohl halten müssen.“ Er beteuerte, dass er mit seiner Aussage, Veganer, Hippies, Ökos und Araber nicht bedienen zu wollen, kein öffentliches Aufsehen erregen, lediglich Probleme vermeiden wollte, denn mehrfach hätten Araber seine Mitarbeiterinnen respektlos behandelt. Im August des Vorjahres ging er noch einen Schritt weiter und schrieb auf die Tafel vor seinem Lokal: „Heute nur für Österreicher geöffnet.“

„Werde weiterhin Flüchtlingspolitik kritisieren“

Ist der Wutwirt ein Jahr nach dem „Araber“-Posting, einer Anzeige von SOS-Mitmensch, Überprüfung durch den Staatschutz, zahlreichen Hass-Postings und Anfeindungen nun geläutert? „Nein, meine Grundeinstellung hat sich nicht geändert. Ich werde weiterhin die Österreichische Flüchtlingspolitik kritisieren und mir kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn ich sehe, dass viele Einheimische hart für ihr Geld arbeiten müssen und den Ausländern vom Staat alles in den Hintern geschoben wird.“