Sobald es draußen wieder etwas wärmer wird, erwachen die ersten Amphibien aus ihrer Winterstarre und begeben sich auf Fortpflanzungswanderung. Heuer war es besonders früh der Fall. „Bereits Mitte Februar – zwei bis drei Wochen früher als üblich – wurden an vielen Straßenabschnitten rasch die bewährten Schutzmaßnahmen eingesetzt“, berichtet Karina Smole-Wiener vom Arge Naturschutz.

Freiwillige Helfer gesucht

An vielen Stellen sei bereits der Höhepunkt der Laichzeit. Bei mehr als 30 Straßenabschnitten in den Bezirken Wolfsberg und Völkermarkt wurden Schutzmaßnahmen für die Amphibien aufgestellt. So werde auch ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt geleistet. Tausende Amphibien wurden heuer jedenfalls in Unterkärnten schon gerettet. Darunter auch Exemplare der größten und seltensten Molchart in Kärnten, die eine Körperlänge von bis zu 15 Zentimeter erreichen kann – nämlich der Alpen-Kammmolch. Diese Amphibien gibt es etwa im Wildensteiner Moor in Gallizien.

Bei 17 Straßen werde die sogenannte Zaun-Kübel-Methode angewendet. Diese kommt etwa beim Lavamünder Badeteich, beim St. Andräer Schafferhofer Teich, beim Gösselsdorfer See oder beim Sonnegger See zum Einsatz. Was man darunter versteht? „Sobald ein Schutzzaun aufgebaut ist, der Frösche, Kröten und Molche von der Fahrbahn abhält, werden die Tiere in den am Zaun eingegrabenen Kübeln gefangen und müssen täglich aus diesen befreit und auf der anderen Straßenseite wieder ausgelassen werden.

Zoologin Karina Smole-Wiener
Zoologin Karina Smole-Wiener © Arge Naturschutz

Diese Arbeit übernehmen jedes Jahr einige hundert freiwillige Helferinnen und Helfer – vielen Dank dafür“, erklärt Smole-Wiener und weiter: „Um möglichst viele Amphibien auf ihrem Weg zum Laichgewässer sicher über die Straße zu bringen, benötigen wir immer wieder tatkräftige Helfer.“ Diese leisten ihren Dienst oftmals neben viel befahrenen Straßen. Um gut sichtbar zu sein, werden daher auch Warnwesten getragen. So etwa bei der Lavamünder Straße (B 80). Dort fordern „die Klauber“ seit Längerem, dass das Fahrtempo während ihres Einsatzes von 100 auf 70 reduziert werde. Das wurde von den Behörden bisher jedoch nicht erfüllt. Auch eine „Umsiedlung“ zu einem anderen Teich sei nicht erlaubt. Die Zoologin und Projektleiterin weist hin: „Amphibien stehen unter Naturschutz. Daher ist es verboten, diese Wildtiere zu beunruhigen, zu fangen oder zu verfrachten.“ Voraussichtlich werde mit einem Ende der Amphibienwanderzeit zu Ostern gerechnet.