Nach Frauenmord in VillachPetra Erian: "Man muss sich fragen, ob 28 Frauenmorde nur die Spitze eines Eisberges bedeuten"

Petra Erian vom Frauenhaus Klagenfurt setzt sich tagtäglich mit Gewalt gegen Frauen auseinander. Die Pandemie sorgt für höhere Frequenzen im Frauenhaus. Für Veränderungen nimmt die Expertin die Gesellschaft und die Politik in die Pflicht.

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Petra Erian ist stellvertretende Geschäftsführerin des Frauenhauses Klagenfurt © Puch Johannes/ Frauenhaus
 

Ein schrecklicher Mordfall an einer Rumänin in Villach hat zuletzt für Bestürzung in ganz Österreich gesorgt. Ist das aus Ihrer Sicht nur die Spitze des Eisbergs beziehungsweise das, was öffentlich sichtbar wird? Oder handelt es sich hier um tragische Einzelschicksale?
Petra Erian: Wenn Sie meinen, dass durch den Mord an einer Frau die Gewalt erst sichtbar wird – dann muss man sich fragen, ob bis dato 28 Femizide und 44 Mordversuche an Frauen in Österreich die Spitze eines Eisberges bedeuten?

Kommentare (1)
wjs13
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Oft muss sich die misshandelte Frau rechtfertigen: sei es wegen ihrer Kleidung oder sie hat nicht so "funktioniert", wie sie es sollte.

Alleine dieser Satz sagt schon sehr viel, aus welcher Richtung der Wind weht.
Ist es nicht diese importierte "Wertigkeit" von Frauen, die vielen erst aufzeigte, dass Gewalt und eben Mord ihre Probleme lösen würde und zum schrecklichen Anstieg von Femiziden führte?