Von Kindesbeinen an hat sie sich in den Wald verliebt, die Begeisterung hat sie nicht mehr losgelassen. Deshalb hat Stefanie Thaler (29) nach der Matura am Klagenfurter Mössinger-Gymnasium für ein Studium an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien Forstwirtschaft und Forstwissenschaften entschieden. Jetzt gibt sie ihr Wissen als Trainerin an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach (FAST) an die dortigen Kursteilnehmer weiter.

Jeder kann Kurse belegen

Thaler unterrichtet unter anderem Waldbau, Waldpädagogik und Forstschutz: „Meine Schülerinnen und Schüler kommen aus allen Gesellschaftsschichten, sind jüngere und ältere Semester.“ Prinzipiell kann jeder an der Forstlichen Ausbildungsstätte Kurse belegen. Nur Personen, die eine Ausbildung zur Forstfacharbeiterin oder zum Forstfacharbeiter absolvieren wollen, müssen eine mindestens dreijährige Tätigkeit in einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb nachweisen.

Seit etwas mehr als einem Jahr gehört die zweifache Mutter zum Trainerteam der Ausbildungsstätte, die dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) untersteht. „Weil der Wert des Waldes immer stärker ins Bewusstsein der Menschen vordringt“, sagt Thaler, „sind unsere Kurse immer sehr gefragt und häufig voll besetzt.“ Dabei geht es nicht nur um Theorie, denn: „Wir haben zwei eigene Lehrreviere mit einer Fläche von rund 120 Hektar, die wir gemeinsam mit unseren Kursteilnehmern bewirtschaften.“

Bietet Arbeit für 300.000 Österreicher

Zum Tag des Waldes am 21. März ist es großen Teilen der Bevölkerung wohl bewusst, welche Bedeutung der Wald für die Gesellschaft hat. Thaler: „Sehr wichtig ist der Erholungswert, den der Forst den Menschen bietet.“ Dabei dürfe man jedoch nicht vergessen, dass der Wald rund 300.000 Menschen in Österreich einen Arbeitsplatz bietet, als Schutzwald Siedlungsflächen vor Lawinen und Muren schützt und vom Menschen gemachte Schadstoffe verarbeitet.

Die Liebe zum Wald hat die angehende akademische Forstwirtin bei Reviergängen mit ihren Eltern entdeckt. Schon im Alter von 15 Jahren hat sie die Ausbildung zur Jägerin begonnen. Heute betreibt sie mit ihrem Mann Christoph (34) einen kleinen Biohof an der westlichen Gemeindegrenze von Klagenfurt. Die beiden Töchter Helene (2) und Karolina (3) erfreuen sich an den kleinen irischen Rindern, Zweinutzungshühnern und Schweinen zum „Eigenverbrauch“. Über all diese Aufgaben hinaus züchtet Stefanie Jagdhunde und ist begeisterte Jägerin und Sportschützin.