2009 entführte uns Hollywood mit "Avatar" auf den fiktiven Planeten "Pandora". Mit dem Science-Fiction-Epos produzierte Regisseur James Cameron einen der größten Kassenschlager der Filmgeschichte. 14 Jahre später ist der zweite Teil im Kino angelaufen. Während sich die blauhäutigen "Na'vi" im ersten Teil mit ihren drachenähnlichen Haustieren in die Lüfte schwangen, ist im zweiten Teil Wasser das alles umgebende Element der Handlung. Dafür war der technikverliebte Regisseur auf der Suche nach einem schnellen Unterwasser-Antrieb und wurde in Klagenfurt, bei "Scubajet" fündig. "Als die Anfrage von Cameron eintrudelte, dachten wir, es handle sich um eine Spam-E-Mail", sagt Geschäftsführer Armin Kundigraber, "wir haben es trotzdem riskiert und darauf geantwortet".

Rückkehr nach Kärnten

Der 40-Jährige hat zwölf Jahre in der IT-Branche in Wien gearbeitet, bevor er 2015 nach Kärnten zurückkehrte und Scubajet gründete. Erfindergeist, Familie, der Wörthersee und die Leidenschaft zum Wassersport brachten ihn zurück in die Heimat: "Ich bin Surfer und auch mit meinen zwei Kindern leidenschaftlich gern mit dem SUP unterwegs. Als ich nach einem Antrieb gesucht habe, mit dem man bei schlechtem Wetter schnell und sicher ans Ufer gelangt, gab es nichts am Markt".

Scubajet im Einsatz.
Scubajet im Einsatz
© KK Scubajet

Tauchscooter werden in der Regel von Propellern angetrieben, sind groß und für technische Taucher entwickelt. "Ich wollte etwas, das jeder Freizeitsportler problemlos im Handgepäck in den Urlaub mitnehmen kann", sagt Kundigraber. Gemeinsam mit seinem mittlerweile verstorbenen Vater entwickelte er den Scubajet mit Wasserstrahlantrieb. Gesteuert wird der kompakte Unterwasserflitzer direkt oder über eine Fernbedienung am Handgelenk. Taucher und Schwimmer halten den Scubajet mit den Händen, beim SUP oder Kajak wird der Antrieb an die Unterseite montiert.

James Cameron bei den Dreharbeiten zu Avatar 2 in einem riesigen Pool.
James Cameron bei den Dreharbeiten zu Avatar 2 in einem riesigen Pool
© KK/(c) Mark Fellman (Mark Fellman)

Riesiger Pool am Set

Diese Eigenschaften überzeugten James Cameron, denn er brauchte in seinem Film etwas kaum sichtbares, das die Schauspieler mit ihren Daumen steuern konnten. "Ich wurde ans Set in Los Angeles eingeladen, wo bereits ein riesiger Pool mit Wellengenerator für die Dreharbeiten aufgebaut war. Gemeinsam haben wir 25 Scubajets für den Film angepasst. Sie wurden an die Anzüge der Schauspieler befestigt und die Steuerung wurde adaptiert. Während der Dreharbeiten konnte man in Echtzeit alles mit Animationen auf großen Screens mitverfolgen. Man sah also schon die blauen Männchen und wie sie sich angetrieben vom unsichtbaren Scubajet durch die Unterwasserwelt bewegten."

Unterwasserszenen aus dem Film.
Unterwasserszenen aus dem Film
© KK Scubajet/Avatar 2

Die Dreharbeiten waren erfolgreich und der Film ein Kassenschlager. "Besonders freut uns, dass wir auch im Abspann genannt wurden", sagt Kundigraber und weiß, Scubajet hat sich in Hollywood einen Namen gemacht: "Auch in Avatar 3 wird damit angetrieben und in zwei Netflix-Produktionen sieht man den Scubajet sogar. Ryan Raynolds übergibt in 'Six Underground' einen an seine Schauspielkollegin. Und auch in 'Our Universe' spielt Scubajet eine Rolle", erzählt der Klagenfurter stolz.

Ausruhen auf den Hollywood-Lorbeeren will sich Kundigraber nicht und auch in Zukunft Kärnten die Treue halten: "Antrieb ist noch genug da, wir verkaufen global und haben in Kärnten alle Partnerunternehmen, die wir brauchen." Mittlerweile hat das Unternehmen 25 Mitarbeiter in Kärnten und in den Vereinigten Staaten und der Umsatz wuchs letztes Jahr um 75 Prozent. Schon Ende Jänner kommt ein neues Produkt: "Auf der 'Boot', der Boot- und Wassersportmesse in Düsseldorf, werden wir unser neuestes Baby präsentieren. Das wird Surfen einen neuen 'Kick' geben."