Donnerstagabend gingen in Kärnten erneut schwere Unwetter nieder. Nachdem Ende Juni das Gegendtal schwer getroffen worden war, war diesmal das Gebiet rund um Radenthein und Bad Kleinkirchheim betroffen. In Bad Kleinkirchheim, Döbriach, Radenthein und Untertweng wurde der Zivilschutzalarm ausgelöst. Die Bevölkerung wurde in diesen Orten dazu aufgerufen, bis Freitagvormittag ihre Häuser nicht zu verlassen. Zahlreiche Bäche waren über die Ufer getreten, Straßen wurden überflutet. Im Einsatz standen rund 200 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde, sowie Abschnittsfeuerkommando Millstatt-Radenthein, Bezirksfeuerwehrkommando, Bergrettung Nockberge, Polizei, Rotes Kreuz Radenthein, WLV, Land Kärnten Agrartechnik, Land Kärnten Wasserbauamt, Landesgeologe, Straßenbauamt, Team Stadtgemeinde Radenthein mit Bürgermeister Michael Maier sowie die Wasserrettung Döbriach.

Wasserschutz hielt Stand

Wie auch schon in Treffen haben Hochwasserschutzeinrichtungen im Bereich des Riegerbaches laut Abschnittsfeuerwehrkommando Millstatt-Radenthein ihren Zweck erfüllt und in den Gebieten Radenthein, Waldwegsiedlung und Döbriach Schlimmeres verhindert.

Häuser evakuiert

"Im Leobengraben droht eine Sperre überzugehen. Häuser mussten von der Feuerwehr evakuiert werden", hieß es seitens der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ). Die Feuerwehren arbeiteten auf Hochtouren. Keller mussten ausgepumpt werden und in einigen Gemeinden ist der Strom ausgefallen. Meldungen über verletzte oder vermisste Personen gab es aber nicht. Insgesamt gab es in der Nacht 50 Feuerwehreinsätze, verletzt wurde zum Glück niemand.

Langalmtal nicht erreichbar

Jetzt noch besonders betroffen ist das Langalmtal. Hier sind vier bewirtschaftete Hütten mit Hausgästen sowie mehrere private Hütten von der Außenwelt abgeschnitten. 15 bis 20 Leute werden nun mit dem Polizeihubschrauber ausgeflogen, gleichzeitig bringt der Hubschrauber auf dem Hinflug Diesel ins Langalmtal für die Notstromaggregate der Hütten. Es wird voraussichtlich mehrere Tage dauern, bis ein Notweg ins Tal fertiggestellt werden kann.

Straßensperren

Die Nockalmstraße und die Kleinkirchheimer Bundesstraße (B 88) durch Radenthein bleiben weiterhin gesperrt, die Kaninger Straße (L 18) wurde mit 15 Uhr für den Verkehr wieder freigegeben. Alle aktuellen Verkehrsmeldungen finden Sie hier.

Die Bewohner der Ortschaft Leoben in Krems in Kärnten sollten sich in den Häusern und da möglichst im ersten Stockwerk aufhalten. Hier blieb der Zivilschutzalarm vorerst noch aufrecht. Vier Häuser mit insgesamt zwölf Personen sind noch von der Außenwelt abgeschnitten. In Bad Kleinkirchheim ist zudem das Trinkwasser zum Teil verschmutzt, die Bevölkerung wird nun mit frischem Wasser versorgt.

Um 9 Uhr tagte der Krisenstab, bestehend aus Feuerwehren, Straßenbauamt Spittal, Rotem Kreuz, Bergrettung, Polizei und einem Vertreter der Wildbach- und Lawinenverbauung, in Radenthein, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Zuvor verschaffte sich der Geologe bei einem Hubschrauberflug einen Überblick über die Lage.

 

In Döbriach, wo der Riegerbach in den Millstätter See mündet, ist die Abteilung Wasserwirtschaft aktuell damit beschäftigt, Schwemmholz von dem See und Geröll mit Baggern aus der Flussmündung zu entfernen.

Beliebtes Ausflugsziel zerstört

Der Mühlenweg in Karning, ein bei Einheimischen wie Touristen beliebtes Ausflugsziel, dürfte bei dem Unwetter komplett zerstört worden sein. Mehrere Mühlen seien weggeschwemmt worden.

Überflutungen auch im Bezirk Feldkirchen

Auch in Maitratten (Gemeinde Gesau) und Seebach (Gemeinde Reichenau) sowie auf der Turracher Bundesstraße (B 95) kam es Donnerstagabend zu heftigen Niederschlägen in Form von Starkregen und Hagel, bei denen es zu starken Überflutungen und Vermurungen kam.

Bei einem Wohnhaus in Maitratten drang zum wiederholten Male innerhalb von wenigen Wochen Wasser in das Erdgeschoß ein, wodurch großer Sachschaden entstand.

Die im Einsatz stehenden Freiwilligen Feuerwehren Gnesau und Patergassen sowie die Straßenmeisterei Feldkirchen konnten die B 95 wieder passierbar machen. Personen wurden nicht verletzt.

Bilder und Videos von Donnerstagabend

Die Unwetter sorgten in Kaning für schwere Überschwemmungen:

Die Straße nach Bad Kleinkirchheim:

Plötzlich kommen die Wassermassen mit Geröll und Holz:

© Freiwillige Feuerwehr Bad Kleinkirchheim
© Freiwillige Feuerwehr Bad Kleinkirchheim
© Freiwillige Feuerwehr Bad Kleinkirchheim