Das mysteriöse Verschwinden der 29-jährigen Tanja Kofol bewegt Slowenien. Die junge Frau aus der slowenischen Landeshauptstadt Ljubljana wird seit Januar vermisst. Die Spurensuche führte auch nach Italien und Österreich.

Am 11. Januar wurde Kofol bei der Polizei in Ljubljana Moste von Verwandten als vermisst gemeldet, ihren möglichen Aufenthaltsort vermuteten diese in Italien oder Österreich. Sie war zu diesem Zeitpunkt mit ihrem blauen Citroën C3 mit slowenischen Kennzeichen – angemeldet in der Region Goriška (Görz) nahe der italienischen Grenze – unterwegs. Das letzte Signal von ihrem Handy wurde am 18. Januar registriert, ihr Auto wurde am 1. Februar gefunden, berichtet das slowenische Nachrichtenmedium Zurnal24.si.

Wollte in Meditationszentrum

Gegenüber Journalisten der Primorske Novice erklärten die Eltern der Vermissten, dass ihre Tochter zum Jahreswechsel nach Novo Mesto, im Südosten Sloweniens, nahe der kroatischen Grenze, gefahren sei. Sie wollte dort Silvester mit einem Freund verbringen, den sie in London kennengelernt hat, als die Grafikdesignerin dort gearbeitet hat. Bei diesem Freund blieb Tanja Kofol bis zum 11. Januar, danach wollte sie heimfahren. Etwas später bekam der Freund allerdings eine Nachricht, dass sie für zehn Tage in eine Vipassana Meditationszentrum gehen wollte.

Suche in Kärnten

Die Eltern kontaktierten danach sämtliche Einrichtungen in Slowenien, Italien und Österreich. In Kärnten etwa das Internationale Meditationszentrum Österreich in Bezirk Klagenfurt-Land, aber es fand sich kein Hinweis auf den Verbleib der Vermissten. Am 18. Januar konnte ihr Handysignal dann zum letzten Mal geortet werde. Am 1. Februar wurde ihr Wagen versperrt am Ufer der Krka bei Novo Mesto aufgefunden.

Spürhunde und Taucher

Danach suchten Polizeihunde das Ufer und Taucher den Fluss ab, fanden jedoch keine Spur der 29-Jährigen. Mit einem Ersatzschlüssel der Eltern wurde der Pkw der Vermissten geöffnet. Darin befanden sich alle mitgeführten Habseligkeiten und schriftliche Notizen von Tanja Kofol, laut Polizei gibt es keinen Hinweis auf einen Suizid.

Eltern bitten um Hilfe

Sandi, der verzweifelte Vater von Tanja Kofol, erzählte dem slowenischen Internet Nachrichtenmagazin Časnik, seine Tochter habe sehr unter der Coronapandemie gelitten, sie ist zuvor viel gereist, aufgrund der erschwerten Bedingungen musste sie aber nun in Slowenien bleiben. Die 29-Jährige hatte seit ihrem Studium hauptsächlich im Ausland gelebt und im Rahmen von Erasmus-Projekten an unterschiedlichen Orten gearbeitet. "Sie ist ruhig, introvertiert, aber im Ausland blühte sie richtig auf", erzählen die Eltern, die ihre Tochter seit über einem Monat vermissen, gegenüber Primorske Novice. Weiter bitten die Eltern in dem Interview darum, dass sie sich bei ihnen melden soll und alle anderen bitten sie um zweckdienliche Hinweise bei der Polizei. Tanja Kofol ist 170 Zentimeter groß, hat schulterlanges dunkelbraunes Haar und eine schlanke Statur.

Hellseher

Wie sehr der Fall Slowenien beschäftigt, zeigt auch ein Bericht vom 9. Februar in den Slovenske Novice, wo man sogar einen bekannten slowenischen Hellseher zum Verbleib der 29-Jährigen befragte.  Vedeževalec Blaž, der auch immer wieder im slowenischen Fernsehen auftritt, gibt darin wenig Hoffnung, die Frau noch lebend zu finden. In seinen Karten soll die Nummer 10 aufgetaucht sein. Laut dem Wahrsager soll es in zehn Tagen, oder zehn Wochen Gewissheit über den Verbleib von Tanja Kofol geben.