Sonne. Ein eigentlich alltägliches Wort, das dieser Tage allerdings mit einer ordentlichen Portion Pathos und Zufriedenheit ausgesprochen wird. In einigen Landesteilen Kärntens zeigte sie sich den Winter über nur selten, mitunter gab es sogar Negativrekorde.

Winter war deutlich zu trüb

„Der Winter war auf jeden Fall zu trüb. Besonders zwischen dem Klagenfurter Becken und dem Lavanttal sehen wir eine Abweichung vom Durchschnitt von 30 bis 50 Prozent“, erklärt Meteorologe Michele Salmi vom Wetterdienst Ubimet. Grundsätzlich zeigte sich die Sonne in allen Tallagen zu selten, in Oberkärnten und Osttirol fiel die negative Abweichung aber immerhin deutlich geringer aus. Zumindest in den dortigen Bergregionen gab es überdurchschnittlich viel Sonne mit einer positiven Abweichung von bis zu 25 Prozent.

Der vermeintlich niemals alt werdende Witz über das Kärntner „Nebelloch“ Klagenfurt hält bedingt auch im Winter 2025/26: „Es war extrem trüb, bis 26. Februar wurden dort nur 148 Sonnenstunden verzeichnet“, sagt Salmi, der jedoch gleich relativiert: „Das ist immerhin deutlich mehr als beim Negativrekord von 1972/73. Damals gab es im gesamten Winter nur 125 Sonnenstunden in der Landeshauptstadt.“

In der Statistik, die bis ins Jahr 1952 zurückreicht, belegt der nun zu Ende gehende Winter in Klagenfurt gar „nur“ Platz 5 oder 6 – das hängt von den Sonnenstunden am Freitag und Samstag ab. Generell waren die späten 1960er und die 1970er-Jahre besonders trüb, das hing laut dem Meteorologen mit der Luftverschmutzung zusammen.

Klagenfurt nicht an der Spitze

Und die Zuspitzung der Landeshauptstadt auf das große Zentrum allen Nebels in Kärnten hat gar keine statistische Richtigkeit: „In Wahrheit zeigt sich die Sonne knapp östlich und südlich von Klagenfurt noch seltener. In diesem Winter war das etwa in Feistritz/ Rosental und in Völkermarkt der Fall. In Ferlach zeigte sich die Sonne am allerseltensten, dort wurden bis Donnerstag den ganzen Winter über nur 129 Sonnenstunden registriert“, erklärt Salmi.

Bei einigen Stationen, die diese Werte erst seit wenigen Jahren aufzeichnen, wurden wenig überraschend Negativrekorde aufgestellt. Es gibt sie aber auch an älteren Stationen: „In Keutschach reichen die Sonnenstunden-Aufzeichnungen bis ins Jahr 1983 zurück, dort war es mit 155 Stunden bis Donnerstag mit Sicherheit der trübste Winter seit Messbeginn.“

Sonne in Kärnten, Nebel in Istrien

Spannend: Während es am Freitag in ganz Kärnten strahlenden Sonnenschein zu genießen gab, lagen weite Teile des sonst so sonnigen Istriens unter eine Nebeldecke (siehe Video).

Zu trocken und zu mild

Generell war der Winter 2025/26 in Kärnten und Osttirol zu trocken und zu mild – jedoch mit deutlichen regionalen Unterschieden: Von den Karnischen Alpen an der Grenze entlang bis Unterkärnten gab es zwar weniger Niederschlag, aber nicht in großem Ausmaß. „Eine richtige Winterdürre gab es in Oberkärnten, dort fiel teils nur die Hälfte des durchschnittlich üblichen Niederschlags. Ähnliches gilt auch für Osttirol“, ordnet Salmi ein.

Michele Salmi: „Eine richtige Winterdürre gab es in Oberkärnten, dort fiel teils nur die Hälfte des durchschnittlich üblichen Niederschlags. Ähnliches gilt auch für Osttirol.“
Michele Salmi: „Eine richtige Winterdürre gab es in Oberkärnten, dort fiel teils nur die Hälfte des durchschnittlich üblichen Niederschlags. Ähnliches gilt auch für Osttirol.“ © Ubimet

Ähnliches gilt für die Temperaturen: In den Tallagen Oberkärntens und Osttirols war es um bis zu 0,5 Grad zu warm, in Unterkärnten um rund 1,5 Grad. Auf den Bergen hingegen war es deutlich zu warm, mitunter gibt es eine Abweichung von bis zu drei Grad. Warum vielen der Winter dann so kalt in Erinnerung geblieben ist? Salmi: „Das liegt am Jänner, der war wirklich ausgesprochen kalt. Ohne diesen Monat wäre die Abweichung noch viel stärker.“