Am Nassfeld sind am Freitag vier Männer aus der Slowakei (31, 35, 36 und 39 Jahre alt) in eine Lawine geraten und teilweise verschüttet worden. „Vier Freerider, drei Snowboarder und ein Skifahrer, waren abseits der Piste unterwegs. Einer konnte noch rechtzeitig seinen Lawinenrucksack mit Airbag aktivieren, er hatte aber Glück und wurde letztendlich nicht erwischt. Zwei wurden bis zum Hals verschüttet, einer wurde von der Lawine mitgerissen und mit der Brust gegen einen Baum gedrückt. Er wurde dabei zwar nicht lebensgefährlich, aber sehr schwer verletzt“, berichtete Markus Tilli, Bezirkspolizeikommandant von Hermagor, der Kleinen Zeitung um 15.45 Uhr, nachdem die Nachschauarbeiten am Nassfeld beendet waren.

Mit der Gondel zur Rettung

Die Lawine ging um 12.35 Uhr am freien Gelände, knapp oberhalb der Schnittlauchkofel-Abfahrt auf der Piste 70 ab und verschüttete diese auch teilweise. Laut Tilli konnte wegen der Wetterverhältnisse - Nebel und starkem Schneefall - kein Rettungshubschrauber zum Einsatz kommen: „Die drei Unfallbeteiligten trugen ihren verletzten Freund zur Gondel, er wurde dann im Tal von der Rettung übernommen und ins LKH Villach gebracht.“ Wie der Bezirkspolizeikommandant erklärt, waren die vier Skifahrer gut ausgerüstet: „Sie sind erfahren und kennen sich eigentlich aus, bei dem was sie tun. Die Lawinengefahr ist aber derzeit eben nicht unerheblich. Derzeit ist noch unklar, ob sich die Lawine mit oder ohne ihr Zutun gelöst hatte.“

Piste abgesucht

Insgesamt waren sechs Polizisten, davon vier Alpinpolizisten, 30 Mann von der Bergrettung, die Mannschaft des Hubschraubers ARA und vier Suchhunde im Einsatz: „Zwar teilten uns die Freerider mit, dass sie keine weitere Person auf der Skipiste gesehen hätten, aber wir mussten sicher gehen, weshalb wir das gesamte Gebiet abgesucht haben. Wir können Entwarnung geben, es gibt keine Hinweise auf weitere Verschüttete“, sagt Tilli, der von großem Glück spricht, dass kein Skifahrer auf der Piste war. Der Vorfall wird nun von der Lawinenkommission untersucht.

Im Einsatz standen die Bergrettung Hermagor, Kötschach-Mauthen und Villach mit rund 30 Einsatzkräften, mehrere Lawinensuchhunde, der Rettungshubschrauber ARA 3, sowie die Alpinpolizei.