Herr Ries – Sie arbeiten für B Medical Systems, seit 40 Jahren Weltmarktführer im Bereich der Kühlkette für Impfstoffe: Was sind die die Probleme bei Corona-Vakzinen?
GILLES RIES: Hauptproblem ist, dass sie derzeit meist unterschiedliche Temperaturanforderungen stellen. Daher sind für die verschiedenen Impfstoffe verschiedene Arten von Kühl- und Gefrierschränken nötig. Vakzine wie die von Biontech/Pfizer und Moderna benötigen sehr niedrige Temperaturen, um sicher gelagert werden zu können: -70°C bzw. -20°C. Die neue mRNA-Technologie, die so schnelle Impfstoffentwicklung ermöglicht hat, hat zu extrem thermosensiblen Produkten geführt. Angefangen bei der Sicherstellung, dass genügend Impfstoffe für alle zur Verfügung stehen, ist auch deren Verteilung eine massive Herausforderung: Viele der bereits verfügbaren Impfstoffe gegen verschiedene Krankheiten sind thermosensitiv, das heißt, wenn sie falschen Temperaturen ausgesetzt werden, können sie ihre Wirksamkeit verlieren. Daher ist es wichtig, dass von der Herstellung des Impfstoffs bis zu seiner Verabreichung eine lückenlose Kühlkette vorhanden ist.