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Coronavirus in ÖsterreichAusgangsbeschränkungen, Kontrollen ab Montag, Zivil- und Präsenzdienst verlängert

In einer nie dagewesenen Geschwindigkeit winkte das Parlament heute zahlreiche neue Gesetze durch. Die Bundesregierung beschloss indes eine Ausgangsbeschränkung. Zivil- und Präsenzdienst wird verlängert, frühere Zivildiener werden wiedereinberufen.

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© APA/ROBERT JAEGER
 

Der Nationalrat hat die neuen "Covid-19"-Gesetze der Regierung für die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus einstimmig angenommen. Im Rekordtempo wurde im Parlament diskutiert und abgestimmt, damit Maßnahmen wie Versammlungsverbote und die Schließung von Lokalen um Schlag Mitternacht in Kraft treten können. Die Abstimmung erfolgte besonders eilig, um die Zeit, in der die Abgeordneten alle gemeinsam im Saal sind, möglichst kurz zu halten. Beschlüsse wie diese würden unter normalen Umständen Wochen, wenn nicht Monate dauern.

Die Ministerinnen Elisabeth Köstinger und Klaudia Tanner verkündeten um 15 Uhr die Details des außordentlichen Zivildienstes.

  • Aktuell im Dienst befindliche Grundwehrdiener rüsten nach sechs Monaten nicht ab, sondern ihr Dienst verlängert sich.
  • Die Einberufung zusätzlicher Milizsoldaten wird geprüft.
  • Der Dienst aktuell im Dienst befindlicher Zivildiener verlängert sich ebenfalls. Sie können von ihren derzeitigen Dienststellen an Stellen, wo sie nötiger gebraucht werden, versetzt werden.
  • Frühere Zivildiener werden gebeten, sich freiwillig zu einem außerordentlichen Zivildienst zu melden. Die Meldung soll über die Homepage der Zivildienstserviceagentur bzw. E-Mail erfolgen.
  • Falls sich nicht genügend melden, können Zivildiener der letzten fünf Jahre, die in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Rettungsdienste, Pflege tätig waren, zu einem außerordentlichen Zivildienst verpflichtet werden. In einem ersten Schritt sind diese in besonderem Maße gebeten, sich freiwillig zu melden.
  • Der Zivildienst von Maturanten, die derzeit keine Prüfungen haben, kann vorgezogen werden.

Am Nachmittag wird der Bundesrat die Gesetzesvorlage behandeln und beschließen. Danach fehlt nur noch die Unterfertigung des Bundespräsidenten sowie die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, um die Vorhaben bereits am Montag umsetzen zu können.

Der Nationalrat tritt kommende Woche zu zwei Plenartagen zusammen, es wird aber weder eine Budgetrede noch eine Budgetdebatte stattfinden. Das hat Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) am Sonntag nach der Präsidiale bekanntgegeben. Das Budget wird lediglich eingebracht und dem Budgetausschuss zugewiesen, dort aber erst nach Ostern behandelt.

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Das Wichtigste im Überblick

  • Tirol erlässt eine de facto Ausgangssperre.
  • Laut Kurz dürfte diese auf ganz Österreich ausgeweitet werden.
  • Die Regierung ruft die Bevölkerung zur Selbstisolation auf und gibt eine Ausgangsbeschränkung aus.
  • Ab Montag kontrolliert die Polizei die Einhaltung, hohe Strafen drohen.
  • Möglicherweise zweiter Corona-Toter in Wien
  • Zivildiener und Grundwehrdiener werden verlängert, Zivis der letzten fünf Jahre werden rekrutiert.
  • Der Nationalrat beschloss im Eiltempo die neuen "Covid-19"-Gesetze.
  • Ab Dienstag müssen alle Restaurant und Lokale schließen. Die Lebensmittelversorgung bleibt mit Supermärkten und Lieferservices aufrecht.
  • Auch Spielplätze und Sportstätten werden geschlossen.
  • Zudem gilt ein Versammlungsverbot. Es dürfen sich nicht mehr als 5 Personen gleichzeitig an einem Ort aufhalten.
  • Weitere Flugverbote nach Russland, der Ukraine und Großbritannien wurden eingesetzt.

Tirol erlässt Ausgangssperre

Während der Nationalrat tagt, hat sich Tirols Landeshauptmann Günther Platter mit einer Ansprache an die Menschen gewandt. Er erlässt für das Bundesland eine Ausgangssperre. Die Menschen sollen ihre Häuser nur mehr verlassen dürfen, wenn sie zur Arbeit müssen, einkaufen gehen oder um anderen zu helfen. Die Maßnahme tritt mit Aushang der Verordnung noch am Sonntag in Kraft, erklärte Platter in der Erklärung, die im ORF sowie auf der Facebook-Seite des Landes übertragen wurde.

Die "Verkehrsbeschränkung" aller Personen, die sich in Tirol aufhalten, gelte vorerst für eine Woche, so der Landeshauptmann. "Ohne einen triftigen Grund darf niemand seine Wohnung verlassen", betonte Platter.

Ausweitung auf ganz Österreich

Die Bundesregierung ruft für ganz Österreich indes eine "Ausgangsbeschränkung" aus. Das sagte Bundeskanzler Kurz am Sonntag gegenüber der APA. Für Ausnahmen, das Haus zu verlassen, soll es nur drei Gründe geben: Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist, dringend notwendige Besorgungen (Lebensmittel) und wenn man anderen Menschen helfen muss.

Wenig später kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz im ORF-Interview gegen 13 Uhr an, dass die heute früh in Tirol verhängte Ausgangssperre auf ganz Österreich ausgedehnt werden soll. Auf die Frage des Reportes, ob diese Beschränkungen in allen anderen Bundesländer kommen können, meinte Kurz: „Ja selbstverständlich. Das sind notwendige Schritte für alle Bundesländer. In Tirol ist die Situation akuter als in anderen Bundesländern. Wir reden von einem Unterschied von ein paar Stunden oder Tagen, wo Tirol voran ist.“

Ausnahme für Spaziergänge

Diese von der Regierung angekündigten "Ausgangsbeschränkungen" werden österreichweit einheitlich gestaltet, das gilt auch für Tirol. Dazu wird es von Gesundheitsminister Rudolf Anschober eine Weisung an die Bezirksvertretungsbehörden geben, allen Bewohnern "Verkehrbeschränkungen" anzuordnen, hieß es aus dem Kanzleramt. Konkret müssen alle in der eigenen Wohnung bleiben, abgesehen von den Ausnahmen.

Auch die Erlaubnis zum Spazierengehen wird in der Verordnung explizit genannt werden, hieß es aus dem Kanzleramt zur APA - und zwar "in dringenden Fällen alleine oder im Familienverband".

Opposition pocht auf Epidemiegesetz

SPÖ, FPÖ und NEOS haben am Sonntagnachmittag in einer gemeinsamen Presseaussendung auf den Weiterbestand des Epidemiegesetzes gepocht. Konkret fordern sie, "dass das Epidemiegesetz mit dem garantiertem Ersatz vom Verdienstentgang für Ein-Personen-Unternehmen und Betriebe mit bis zu 25 Mitarbeiter in Kraft bleibt".

Christoph Matznetter (SPÖ), Sepp Schellhorn (NEOS) und der Finanzsprecher der FPÖ, Hubert Fuchs, halten dazu gemeinsam fest: "Das wäre das einzige Aktivum, das die kleinen Betriebe und Selbstständigen in der aktuellen Krise haben; dieses Sicherheitsnetz hat die Regierung zehntausenden Betrieben mit hunderttausenden Mitarbeitern weggezogen."

Denn mit dem Covid-19-Fondsgesetz werde die Geltung des Epidemiegesetzes (§ 32, Abs. 4) für die aktuelle Corona-Krise außer Kraft gesetzt. Darin heiße es: "Für selbstständig erwerbstätige Personen und Unternehmungen ist die Entschädigung nach dem vergleichbaren fortgeschriebenen wirtschaftlichen Einkommen zu bemessen."

Polizei kontrolliert ab Montag

Die Beschränkungen im öffentlichen Raum werden laut Bundeskanzleramt ab Montag von der Polizei kontrolliert, im Bedarfsfall drohen auch empfindliche Verwaltungsstrafen. Man kann sich zwar abseits der drei Ausnahmen weiterhin im öffentlichen Raum aufhalten, etwa für Spaziergänge, dies aber nur alleine oder mit Personen, mit denen man zusammenlebt. Dies solle aber nur in dringenden Fällen geschehen.

Ab Montag drohen dann bei Zuwiderhandeln Verwaltungsstrafen in Höhe von bis zu 2.180 Euro.

Ex-Zivis werden wieder einberufen

Die Wiedereinberufung ehemaliger Zivildiener wird Männer betreffen, die in den letzten fünf Jahren ihren Dienst geleistet haben und zwar im Sanitätsbereich beim Roten Kreuz und in Pflegeheimen, präzisierte Bundeskanzler Kurz (ÖVP) im Laufe des Tages. Sie sollen helfen, potenzielle Engpässe im Pflegebereich sowie in der 24-Stunden-Betreuung zu bewältigen.

Bei der Miliz ist eine Teilmobilisierung von einigen Einheiten geplant. Genaues weiß man noch nicht. Sie sollen in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden. Im Einsatz sind auch die Heeressportler, die ja keine Sportveranstaltungen mehr haben. Sie helfen beim Schlichten in Supermärken. Bei den Grundwehrdienern sind jene betroffen, die vor der bevorstehenden Ausmusterung Ende März stehen. Diese wird sistiert. Wie viele das sind, war noch nicht bekannt.

Corona-Verdachtsfall gestorben

Ein 65-jähriger Mann, der im Verdacht stand, sich mit dem neuen Coronavirus infiziert zu haben, ist indes am Sonntag im Kaiser-Franz-Josef gestorben. Der Patient wies schwere Vorerkrankungen auf und wurde seit Samstag intensivmedizinisch betreut, gab der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bekannt.

Falls sich der Mann tatsächlich mit dem Virus infiziert haben sollte, so wäre dies der zweite Todesfall in Österreich. Am Donnerstag ist ein 69-jähriger Covid-19-Patient im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital verstorben.

Was im Parlament besprochen wird

Die heutige Sitzung ist mehr als außergewöhnlich. Nicht nur, dass das Parlament an einem Wochenende tagt. Das neue Gesetzespaket zu Corona wird in atemberaubender Geschwindigkeit beschlossen. Was sonst Monate dauert, wird binnen zwei Tagen erledigt. Die Abgeordneten haben sich bereits eingefunden und halten Abstand. Platz nehmen müssen sie heute in mehreren Räumen und auf der Besuchergalerie, weil immer ein Platz zum Nachbarn frei sein muss. Überall sind große, blitztürkise Desinfektionsspender aufgestellt, die die Abgeordneten immer wieder nutzen.

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Sportstätten und Restaurant bald ganz zu

Die Sitzung beginnt mit einem Statement von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Das Parlament habe sich "in einer Zeit der Krise" zusammengefunden. Er wolle noch einmal betonen, dass die Lage ernst sei. Deshalb werde das Land die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren müssen. Zudem kündigt Kurz an, dass ab Dienstag alle Restaurants und Lokale ganz schließen werden. "Meine Damen und Herren: Bleiben Sie zuhause". Auch Spielplätze und Sportstätten werden schließen. Nur so könne das Virus "ausgehungert" werden. Er könne zudem "garantieren", dass die Versorgung mit Lebensmittel und Medikamente gewährleistet sei. Kurz kündigt zudem zusätzliche Flugverbote zu Russland, der Ukraine und Großbritannien an.

Weiters sollen sich ehemalige Zivildiener und die Miliz bereit halten, um "Dienst für das Land" zu leisten, falls dies notwendig ist. Aktuelle Zivildiener werden verlängert, Zivis der letzten fünf Jahre werden rekrutiert. Auch Grundwehrdiener müssen ihren Dienst länger ausüben, Kurz habe Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bereits ersucht, die Ausmusterung zu stopppen.

Auch ein Versammlungsverbot werde eingesetzt. "Es werden herausfordernde, schwierige und schmerzhafte Wochen werden", erklärt der Kanzler. Nur so könne man die Verbreitung des Virus einschränken. Und er hoffe, dass man nach Ostern "wieder auferstehen" werde. Nun müsse man aber "zusammenstehen". Jeder müsse nun seinen Beitrag leisten.

Kogler: Bevölkerung muss "aufwachen"

Vizekanzler Werner Kogler betont einmal mehr, wie wichtig es sei, Abstand zu halten. Offenbar haben das viele noch nicht verstanden, in Parks und in den Einkaufsstraßen haben sich Menschen gesammelt. "Das kann es nicht sein und wir werden alles tun, um das zu unterbinden." Die Bevölkerung müsse nun "aufwachen", sagt Kogler sichtlich aufgebracht. Zudem gebe es immer wieder Sportvereine, die weiterhin Trainingseinheiten abhalten. "Wer das ab Montag nicht einhält, kann sich in den nächsten Jahren von Förderungen verabschieden - ich meine das ernst." Die Vehemenz der Rede scheint viele im Saal Anwesende zu überraschen.

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SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner spricht "von der größten Gesundheitskrise" der jüngeren Geschichte, "die Situation ist ernst". Deshalb müsse man nun alles tun, um eine Situation wie in Italien zu vermeiden. "Würden wir keine Maßnahmen setzten, wäre es wahrscheinlich, dass wir bei uns eine ähnliche Lage hätten." Die Maßnahmen seien streng, "aber aus medizinischer Sicht kann ich Ihnen sagen: Sie sind alternativlos". Es brauche nun "einen Schutzschirm" für Menschen und Wirtschaft.

Kickl: "Es braucht Sieg des Optimismus"

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl spricht von einer großen gemeinsamen Anstrengung, die nun bevorstehe. Es brauche nun einen "Sieg des Optimismus und der Zuversicht", was die Bewältigung der Krise betrifft. "Das ist das große Gemeinsame, das man nun spüren kann." Nun gelte es, die gefährdeten Gruppen zu schützen. Der Virus sei nun "Neuland für uns alle". Nun müsse aber jeder seinen Beitrag leisten, um die Krise zu bewältigen. Es werde sicher mehr brauchen als jene vier Milliarden, die heute für die Wirtschaft bereitgestellt werden.

Auch Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer ruft die Menschen dazu auf, daheim zu bleiben. "Wir wissen: 25 Prozent weniger Sozialkontakte verringern das Risiko - und wir sollten die Kontakte noch weiter senken." WGs fordert Maurer auf, "jetzt keine Partys zu machen, weil nichts anderes offen hat".

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"Harte wirtschaftliche Zeiten"

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger bedankte sich bei dem medizinischen Personal und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Handel. Ihre Arbeit sei nun besonders wichtig. Angesichts der neuen Maßnahmen "müssen wir jetzt zusammenhalten". Nun kommen "ganz harte wirtschaftliche Zeiten" auf das Land zu. "Diese vier Milliarden sind viel, viel zu wenig."

Gesundheitminister Rudolf Anschober wünscht all jenen, die aktuell infiziert sind, "eine gute Genesung". Nun brauche es "Zusammenhalt" im Land, "und dann können wir das schaffen und diese Krise bewältigen". Innenminister Karl Nehammer betont, dass die Sicherheit im Land gewährleistet werde. Die Polizei sei gut aufgestellt, "für die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher ist sieben Tage die Woche 24 Stunden lang gesorgt". Man brauche aber auch die Mitarbeit der Bevölkerung.

Hilfspaket für Wirtschaft

Kern der Gesetzesinitiative, die heute beschlossen wird, ist ein Fonds, über den Hilfen bis zu vier Milliarden Euro vergeben werden können - einerseits an die Wirtschaft bzw. zum Wohl der Arbeitnehmer, andererseits für Maßnahmen, die etwa zur Stärkung der Gesundheitseinrichtungen beitragen können. Was die Teilschließungen in Handel und Gastronomie angeht, werden auch hohe Strafen für Zuwiderhandeln fixiert.

Noch am Sonntag soll Bundespräsident Alexander Van der Bellen das Gesetzeswerk absegnen, dem folgt die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, wodurch die Maßnahmen wie geplant schon am Montag in Kraft gesetzt werden können.

Größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat die drastischen Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Coronavirus-Krise verteidigt. In einer "ZiB Spezial" am Samstagabend betonte der Kanzler, man dürfe hier nicht irgendetwas beschönigen und meinen, das Vorgehen gegen die Krankheit sei übertrieben. "Wir stehen vor der größten Herausforderung in Österreich seit dem Zweiten Weltkrieg."

"Die Krankheit bringt Leid und vielen Menschen den Tod", sagte Kurz. Der Bundeskanzler erinnerte an die Lage in Italien, wo es "hundert Tote pro Tag" gebe. Angehörige müssten sich von ihren sterbenden Angehörigen am Telefon verabschieden. Ärzte müssten entscheiden, wen sie noch behandeln könnten, weil nicht genügend Kapazitäten vorhanden seien.

Lazarette könnten errichtet werden

Kurz verwies auch darauf, dass in den Bundesländern Lazarette errichtet würden, sollte in den Spitälern nicht genügend Platz für Corona-Patienten sein. Angesichts dieser dramatischen Lage werde die Republik ab Montag auf Notbetrieb heruntergefahren, es werde nur einen Minimalbetrieb geben. Man müsse aber darauf achten, dass das System handlungsfähig bleibe, und man habe deshalb eine Vorlaufzeit eingeplant.

Der Kanzler appellierte an die Bürger, ihren Beitrag zu leisten, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Dazu gehöre unter anderem, nur aus dem Haus zu gehen, wenn es unbedingt nötig sei, und Hygieneregeln einzuhalten. Er hoffe, dass man nach Ostern das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wiederaufleben lassen könne. Via Twitter appellierte der Bundeskanzler zudem an die Bevölkerung, die Lage ernst zu nehmen: "Nehmen Sie die Situation ernst und glauben Sie den Beschwichtigungen nicht!", hieß es in einem Tweet am späten Samstagabend. "Nur gemeinsam können wir die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen."

 

 

 

 

 


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (99+)

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amazona3
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Bauwirtschaft

Ausgangsbeschränkungen! Versammlungsverbot! Telearbeit! Die Bauwirtschaft arbeitet weiter als ob nichts wäre!! Installateure, Elektriker, Innenausbauer auf großen Baustellen werden verpflichtet ihre Arbeiten zu machen, da die zukünftigen Mieter ihre super tollen Wohnungen beziehen wollen, während die großen Bauunternehmen langsam dicht machen! Ich glaub, dass ist ein riesen Problem, wo man sofort was unternehmen muss!!

Irgendeiner
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Man sollte was immer passiert nie vergessen

wer es im Griff hatte und nichts getan hat und ich hatte gesagt, hinterher reitet die Urschel.Ich weiß nicht ob ich persönlich noch da sein werde,deshalb sag ichs jetzt, ich will ein Nachspiel haben,auch über meine Leiche.

hewinkle10
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Schule

Ich soll morgen in die Schule kommen und die Übungsaufgaben abholen...ist das denn überhaupt erlaubt bei der Ausgangsbeschränkung? Die Schule weigert sich die Unterlagen digital bereitzustellen...

lucie24
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England

In England kam heute die klare und transparente Botschaft, dass sich über 70-jährige für 4 Monate isolieren sollen. Das restliche Leben geht weiter. Bravo England für den kühlen Kopf!

Wir hingen werden jeden Tag belogen!

970bb7fa87bccab86fdd363986133075
0
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Es gibt keine Altersgrenze!

Sondern es ist eine lineare Risikokurve betreffend Lebensalter. Es klingt immer so als wären nur 65j betroffen und darunter fast niemand! Das stimmt aber nicht! Deswegen ist es Völkermord in GB.

Planck
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Sie haben absolut keine Ahnung.

Das Gesundheitssystem in Großbritannien ist kaputtgespart und völlig am Sand, der Clown Johnson weiß das und riskiert sehenden Auges zehntausende Tote.
Experten im In- und Ausland einschließlich der WHO warnen ihn, dass er in zwei Wochen dort ist, wo Italien gerade ist. Und da sie aber nix testen und daher im Blindflug agieren, wird das schlimm.
In Wirklichkeit grenzt das, was dieses Government vorhat, an Massenmord.
Wenn Sie's noch net kapieren, bitte sehr, aber was in UK abgeht, ist noch einmal eine andere Hausnummer an Blödheit.

sunny1981
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.

Hast du noch immer nicht kapiert worum es geht?

chillout
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England

nun ja lucie24, viele verstehen den Begriff "Infizierte" nicht und setzen dies mit "Todesurteil" und "Todesengel" gleich (wie u.a. in einigen persönlichen Gesprächen, selbstverständlich nur zu zweit und nicht in Massen, erfahren).
Die Verantwortung anderen gegenüber oder konträr die Dummheit machts aus.

970bb7fa87bccab86fdd363986133075
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Gerade bei der Eni Villach

Ossiacherzeile vorbei, 15 Leute vorm TV Bier trinken! Na Bravo und ohne Worte...

Chipsi2012
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So wird das nie was werden!

Wie soll es eingedämmt werden, wenn einem die 21 jährige Freundin meines Freundes erklärt, ich soll nicht soviel fernsehen bzw. lesen, das schwächt nur das Immunsystem und außerdem hätte sie von einer Polizistin erfahren, dass nur alte und schnupfen erkrankte zu Hause bleiben sollen, alle anderen haben ja nix ! Und diesen Unsinn erzählt sie dann überall rum. Und weil sie heute so viele Leute draußen gesehen hätten, könnte man ruhig raus gehen, ist alles ja nur Panik mache und Übertreibung. Kann man denen noch helfen - ich glaub eher weniger !

hermannsteinacher
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WEHRDIENST

wurde zuletzt nach Einmarsch von Truppen der Warschauerpaktstaaten in die Tschechoslowakei verlängert.

Miraculix11
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Erstaunlich wie wenig Heeresangestellte können,

wenn sie sogar die Grundwehrdiener verlängern müssen.

Gedankenspiele
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Ehemalige Zivildiener sollen wieder eingezogen werden.

Es ist schon interessant dass in einem nationalen Notfall nur Zivildiener helfen sollen, diesen zu bewältigen.
Es gäbe in diesem Krisenfall mit Sicherheit auch für junge Frauen genug Möglichkeiten sich für die Gesellschaft einzubringen.

Ich hoffe die Debatte bzgl. Gleichberechtigung im 21. Jahrhundert auch bei gesellschaftlichen Pflichten wird nach dieser Krise ausführlich diskutiert.

970bb7fa87bccab86fdd363986133075
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Es geht um

Pflegebedürftige Leute, wo die 24h Pflege nicht mehr vom Osten einreisen darf!

Gedankenspiele
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Bedeutes das, dass...

...das Pflegepersonal aus Osteuropa auch alle eine medizinische Grundausbildung haben, damit sie als 24h-Pflege fungieren können?

lieschenmueller
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Es wird unterschieden zwischen Personenbetreuerinnen und

Dipl.-Schwestern. Preislich natürlich ein Unterschied. Erstere dürfen keine medizinischen Tätigkeiten ausführen.

Ich will keine Werbung machen, aber auf der Seite des Hilfswerkes ist alles genau angeführt.

Mein Graz
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@Gedankenspiele

Die 24-Stunden-Betreuerinnen meiner Mutter haben eine Ausbildung, medizinische Tätigkeiten dürfen sie nicht verrichten.

24-Stunden-Pfleger müssen m.W. eine Ausbildung im Pflegebereich haben - welche genau kann ich jetzt nicht sagen, sie dürfte allerdings im Bereich Pflegefachkraft bis DGKP liegen, denn diese Personen müssen alle pflegerischen Tätigkeiten abdecken und ebenso die Verabreichung von Medikamenten.

medikus60
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@Gedankenspiele, warum Zivildiener? Da könnten Sie aber selbst d'raufkommen!

Es werden mit Sicherheit nicht alle Zivildiener zur Auswahl stehen, sondern nur jene, die im Gesundheitsbereich tätig waren. Die jungen Menschen kennen die Abläufe und sind in der Regel bezüglich Sanitäreisätze auch grundausgebildet. Nachdem abzusehen ist, dass das Personal im Gesundheitswesen knapp wird ist dies eben ein Weg. Da hätten Sie aber selbst auch dahinter kommen können. Mir wird oft politische Linkslastigkeit nachgesagt. Die ist sicherlich richtig, doch ich nehme mir heraus in dieser Situation verstanden zu haben, eine Situation neutral zu beurteilen. Ich habe daher zwei Punkte die ich noch als sehr wichtig ansehe. Ich fordere ein unverzügliches Testen des KH-Personals. Wenn der sanktionsgebeutelte Iran es schafft, die ges. Bevölkerung zu testen, dann sollte doch Österr. im Stande sein dies für das KH-Personal zu tun. Es kann doch nicht sein, dass auf der einen Seite Zivildiener rekrutiert werden, da uns das Personal ausgeht, auf der anderen komplette Stationen geschlossen werden, da ein Arzt infiziert ist und 50 Personen nach Hause in Quarantäne müssen. Abschl. sollten wir doch froh sein, dass es im Jahre 2013 schwarz / blau gelang die Bevölkerung zu mobilisieren, gegen die Forderung von rot / grün zu entscheiden und das Bundesheer zu erhalten, sonst hätte wir jetzt gar keine Zivildiener mehr. Auch das muss man als eher links Denkender zugeben können.

Gedankenspiele
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@medikus60

Großteils stimme ich Ihnen zu.

Ihre These wonach es heute keinen Zivildienst mehr geben würde teile ich nicht. Wir wissen es schlicht nicht. Statt den Rekruten hätte es ein Berufsheer gegeben. Statt des bestehenden Zivildienstes hätte es mit Sicherheit auch Lösungen gegeben, die eine faire Bezahlung für die von den Zivildienern von allen als wertvoll eingstufte Arbeit verdient hätten.

Dass Zivildiener mit einer medizinischen Grundausbildung benötigt werden verstehe ich.
Es gäbe aber in dieser Krise auch viele Tätigkeiten, die von jungen Frauen genauso getätigt werden könnten, wie z.B. das Einkaufen von Lebensmitteln für ältere Mitmenschen.

Mich stößt einfach die Tatsache in unserer Gesellschaft, dass es keine grundsätzliche Diskussion darüber gibt, dass Präsenz- und Zivildienst ausschließlich für junge Männer gilt.

Ich bin für völlige Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern im 21. Jahrhundert, bei allen Rechten und Pflichten!

medikus60
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@Gedankenspiele, ja das wäre natürlich auch möglich gewesen.

Natürlich hätten Ihre Argumente auch schlagend werden können, doch Ihre Argumente beginnen auch immer mit "hätte" und wie sie sagen es ist alles hypothetisch, doch einen Zivildienst in dieser Form wie wir ihn jetzt kennen, würde es nicht mehr geben. Es ist zwar am Thema vorbei, worüber wir da schreiben, doch Ich bin auch der Meinung, dass junge Frauen ihren Beitrag für die Republik zu leisten haben. In diesem Zusammenhang spreche ich allerdings nicht von Gleichberechtigung, da Frauen in der Privatwirtschaft zum Großteil nicht gleichberechtigt sind. Dies beginnt bei Stellenangeboten und endet bei der Entlohnung, daher kann man auch in Bezug auf Wehrpflicht "Gleichberechtigung" nicht einfordern. Frauen zu sagen, "wenn Ihr gleichberechtigt sein wollt müsst ihr auch Wehrdienst leisten", funktioniert nur dann, wenn Frauen auch wirklich überall gleichberechtig wären. Dies ist leider nicht so, daher hinkt dieser Vergleich.

Gedankenspiele
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...

Z.B. könnten junge Frauen den Einkauf für alleinstehende ältere Menschen besorgen, sodass diese nicht die Wohnung verlassen müssten.

kropfrob
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Sie "könnten" nicht nur, ...

sie können und tun das auch. Mittlerweile gibt es genug organisierte Hilfsangebote ganeu dafür, wo sich selbstverständlich auch Fraune melden können.

Gedankenspiele
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Der Unterschied ist jedoch:

Junge Männer MÜSSEN!
Junge Frauen DÜRFEN!

Die von vielen zurecht geforderte Gleichberechtigung gibts im 21. Jahrhundert fast nirgends.

MS80
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Müssen/Dürfen

Genau!
Entweder ALLE ran oder KEINER!
Wo sind denn die starken Frauen in Uniform?😂

Lodengrün
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Ich würde mir wünschen

wenn man auch über die positiven Verläufe schreiben würde. Die gibt es und würde dem Drama („Leid undTote...“) Hoffnung und kurzfristige Entspannung entgegensetzen.

checker43
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Es

gibt gerade mal 6 Genesene in ganz Österreich.

 
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