Der Regen kann es nicht mehr richten. Die langanhaltende Dürre sorgte für braune Wiesen und verdorrte Gräser in den Bezirken Leibnitz und Deutschlandsberg. In der Grünlandbewirtschaftung rechnen die Landwirte mit teilweise massiven Ernteeinbußen.
Michael Muster aus Großklein mäht seit rund zehn Jahren bereits einige Hektar an Wiesenflächen. Gerade auf Südhängen habe er beim ersten Schnitt rund 50 Prozent weniger Ertrag gehabt. An anderen Hängen sei es rund ein Drittel weniger gewesen. Trotz des Regens könne das Gras nicht mehr so nachwachsen, wie man es benötigen würde. „Heuer werden wir aufgrund des Ertrags sicher weniger verkaufen können, als sonst“, bilanziert der Landwirt.
Mit Futterreserven jonglieren
Mit einem Viertel an Einbußen rechnet auch Kollege Alois Kiegerl aus Trahütten, Deutschlandsberg. Auf seinen Flächen wird teilweise ein bis drei Mal gemäht. Den Kopf in den Sand stecken will er aber nicht. „Wir müssen schauen, wie wir in Zukunft mit solchen Wetterextremen umgehen können. Wir überlegen uns nun Futterreserven zu bilden, um in Jahren wie diesen jonglieren zu können“, zeigt der Bergbauer auf.
Anders sieht es auf mehr als 1100 Metern Seehöhe in der Nähe von Osterwitz aus. Die nördliche Lage seiner Flächen und der Schnee Anfang Mai sorgten bei Franz Hammer für eine normale erste Mahd. Für die zweite Anfang August sehe es ebenfalls nicht schlecht aus. „Die Lage und vor allem den Höhenunterschied merkt man natürlich extrem“, erklärt er. Ein glücklicher Einzelfall; die Masse müsse laut den Kammerobmännern Christian Polz, Deutschlandsberg, und Christoph Zirngast, Leibnitz, jedoch mit Einbußen rechnen.
Polz bringt es auf den Punkt: „Das Gras war schon bei der ersten Mahd so ausgedorrt. Das kann der Regen jetzt auch nicht mehr aufholen.“ Besonders betroffen sind Grünland und auch Mais in den Schottergebieten, wie dem Leibnitzerfeld. Anders als im Bezirk Deutschlandsberg kämpfe man hier generell etwa aufgrund der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit mehr mit der Trockenheit. Die Hänge sind laut seinem Leibnitzer Pendant teilweise ausgebrannt gewesen. „Die Extremwetterphasen machen die Arbeit in der Landwirtschaft grundsätzlich schwierig“, sagt er. Künftig werde man in der Bewirtschaftung wohl mehr auf Sorten, wie etwa Hirse, zurückgreifen müssen, die hitzebeständiger seien. Die Interessenten für den Anbau an Erdnüssen im Bezirk Leibnitz werden zudem mehr. Ebenso gebe es bereits ein paar Landwirte, die Olivenbäume angepflanzt haben.
Die frühere Ernte am Acker ist ebenfalls eine Folge der Dürreperiode. 14 Tage früher erntete etwa Dieter Tatzl. Erneut zeigen sich auf den Schotterböden Einbußen von 10 bis 20 Prozent, durchschnittlich habe er aber gute Erträge. „Wir hatten bis zum Ährenschieben Feuchtigkeit. Durch die Hitze ist das Getreide nur viel schneller gereift“, erklärt der Betreiber der Traussner Mühle in Ehrenhausen. In dieselbe Kerbe schlägt Georg Bauer aus Preding. Auch er hat 14 Tage früher geerntet und zeigt sich, „obwohl es mit dem Regen sehr eng war“, zufrieden, die Qualität sei sehr gut.