„Selbst meine 21-jährige Tochter schaut genau einmal im Jahr ORF Steiermark, um mir ein Geburtstagsgeschenk zu machen“, scherzte Wolfgang Schaller, Chefredakteur des ORF Steiermark, vor Schülerinnen und Schülern im Landesstudio. Beim Aktionstag gegen Desinformation haben die Jugendlichen an Workshops zu Fake News und der Arbeit in Redaktionen teilgenommen. Anschließend gab es auch eine Podiumsdiskussion mit Journalisten und Medienexperten, bei der sie Einblicke in die aktuelle Medienwelt bekamen.

Dabei erklärten die Teilnehmenden von unterschiedlichen Grazer Schulen, dass sie ihre Nachrichten zwar großteils aus Sozialen Medien beziehen, dabei aber durchaus zu den Kanälen der klassischen Medienmarken greifen.

Sechs Personen stehen vor einem blauen Hintergrund, eine Frau spricht in ein Mikrofon
Gerald Schwaiger (Krone Steiermark), Florian Volgger (Medien-HAK), Sigrid Hroch (ORF Steiermark), Petra Stolba (Verbindungsbüro d. Europäischen Parlaments), Wolfgang Schaller (ORF Steiermark) und Sandra Mathelitsch (Kleine Zeitung, v.l.n.r.) © Luca Scheiring

Die Gefahr: In den Social-Media-Feeds werden seriöse Nachrichten und Falschmeldungen gleichwertig ausgespielt. Gerade aufsehenerregende Falschmeldungen, wie vermeintliche Todesfälle von Prominenten, verbreiten sich aufgrund der Algorithmen oft schneller als die Richtigstellung. Schaller: „Wir müssen nicht die Ersten sein, aber die Geschichte muss stimmen.“ Sandra Mathelitsch, stellvertretende Digital-Leitung der Kleinen Zeitung, ergänzte: „Vertrauen zu verlieren geht schnell, es zurückzugewinnen ist ganz schwierig.“

Eine Schülerin spricht in ein Mikrofon, weitere Schüler sitzen im Hintergrund
Schülerinnen und Schüler im Publikum © Luca Scheiring

Und wie fühlen sich die Jugendlichen selbst über das Thema Social Media, Nachrichten und Desinformation informiert? „Wir machen vieles dazu im Unterricht, also Quellen prüfen, Fake News erkennen“, erzählt die 15-jährige Lisa: „Wenn uns etwas fake vorkommt, schauen wir uns zum Beispiel den Kanal dahinter an oder checken, ob andere Medien etwas darüber geschrieben haben.“

Journalismus zieht auf Social Media ein

Journalismus muss demnach auch auf Social Media stattfinden, um eben Desinformation, Fake News und Co. nicht die alleinige Bühne zu überlassen. Dafür ist es wichtig, dass Nachrichten auch für die Plattformen und die junge Zielgruppe erzählt werden. „Wir überlegen uns genau, wie wir Nachrichten speziell für Social Media aufarbeiten“, meint Sandra Mathelitsch: „Ich wünsche mir, dass wir so weiterhin Geschichten erzählen, welche die junge Generation auch interessieren.“