AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Google-Schwester Waymo Auch Magna an Bord: Roboterauto-Firma sammelt Milliarden ein

2,25 Milliarden US-Dollar eingesammelt: Der US-Roboterwagen-Spezialist Waymo will seine Wachstumspläne mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe befeuern. Unter den Geldgebern: Magna International.

Mit Roboter-Technologie von Waymo ausgestatteter Jaguar I-Pace
Mit Roboter-Technologie von Waymo ausgestatteter Jaguar I-Pace © (c) AP (Mark Lennihan)
 

Die Google-Schwesterfirma Waymo gilt als besonders weit bei der Entwicklung von Roboterauto-Technologie: Jetzt will der US-Roboterwagen-Spezialist will seine Wachstumspläne mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe befeuern. Waymo holte sich 2,25 Milliarden US-Dollar (gut zwei Milliarden Euro) bei Investoren. Es ist die erste Finanzierungsrunde von Waymo mit externen Geldgebern. Darunter sind der Autozulieferer Magna International, Finanzinvestoren wie Silver Lake sowie der Google-Dachkonzern Alphabet.

Mit Magna arbeitet Waymo bereits auf mehreren Ebenen zusammen. So wird im US-Bundesstaat Michigan eine Fabrik für selbstfahrende Autos  aufgebaut, wie Anfang 2019 bekannt gegeben wurde. Zudem fertigt Magna in Graz den vollelektrischen Jaguar I-Pace, den Waymo für Tests auch schon mit Technologie für selbstständiges Fahren ausgestattet hat. Bereits Ende März 2018 gaben Jaguar und Waymo gemeinsam bekannt, dass man 20.000 I-Pace in Robotertaxis umbauen werde. Die Kooperation soll heuer voll anlaufen.

In Waymo ging Googles Roboterwagen-Programm auf - und die Firma gilt als besonders weit bei der Entwicklung von Systemen zum autonomen Fahren. Waymo experimentiert gerade mit einem Robotaxi-Service in Arizona und würde gerne Autohersteller mit seiner Roboterwagen-Technologie versorgen.

Am Montag stellte Waymo zudem seinen Frachtdienst Via vor, der Güter mit selbstfahrenden Sattelschleppern und Lieferwagen transportieren soll. Das frische Geld werde unter anderem in dessen Aufbau fließen, sagte Firmenchef John Krafcik dem "Wall Street Journal" von Dienstag. Außerdem wolle Waymo damit mehr Sensoren einer neuen Generation in die Fahrzeuge bringen. Das Unternehmen entwickelt unter anderem eigene Laserradare, mit denen die Fahrzeuge ihre Umgebung abtasten.

Software für das autonome Fahren

Krafcik bekräftigte das Ziel, "den erfahrensten Fahrer der Welt zu entwickeln". Zugleich arbeiten aktuell auch Autobauer, Zulieferer, diverse Start-ups und Technologie-Schwergewichte wie Apple an Software zum autonomen Fahren.

Zunächst wurde nicht bekannt, wie hoch Waymo bei der Finanzierungsrunde bewertet wurde - und welchen Anteil an der Firma Alphabet also an die Geldgeber abtrat. Die Silicon-Valley-Website "The Information" berichtete, Waymo-Manager hätten zuvor eine Gesamtbewertung von mindestens 50 Milliarden Dollar ins Gespräch gebracht. "The Information" hatte bereits vor einem Jahr geschrieben, Alphabet sehe sich nach externen Investoren für Waymo um, weil die Firma den Konzern etwa eine Milliarde Dollar pro Jahr koste.

Milliarden gesichert

Auch andere Akteure in dem Geschäft haben sich Milliarden gesichert. So vereinbarte Cruise, die Roboterwagen-Firma des Autokonzerns General Motors, bereits 2018 eine Geldspritze in Höhe von 2,25 Milliarden Dollar vom Investitionsfonds des japanischen Technologiekonzerns Softbank sowie weitere 2,75 Milliarden Dollar vom Autobauer Honda. Im vergangenen Jahr legten Finanzinvestoren noch einmal 1,15 Milliarden Dollar drauf. Volkswagen investierte unterdessen im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Dollar in die gemeinsam mit Ford betriebene Roboterwagenfirma Argo.

Alphabet machte bisher keine offiziellen Angaben zum Waymo-Geschäft. Die Firma wird in Quartalsberichten stets mit anderen Projekten wie Ballons mit Antennen zur Internet-Versorgung oder Liefer-Drohnen zusammengeführt. Diese "anderen Wetten" sind bisher insgesamt für niedrige Umsätze und hohe Verluste bekannt, während Google das Geld verdient. Alphabet hatte immer wieder betont, man wolle die Ausgaben der experimentellen Projekte im Griff behalten.

Kommentare (1)

Kommentieren
scionescio
4
8
Lesenswert?

Wenn man sich überlegt, dass selbst bei schienengebundenen Systemen wie Eisenbahn, U-Bahn, Straßenbahn, etc. fahrerlose Systeme in weiter Ferne sind ...

... obwohl dort viel Komplexität wegfällt (kein genaues Kartenmaterial notwendig, kein zentimetergenaues GPS erforderlich, spezielle Signalanlagen verbaut, kein gemischter Verkehr mit unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern, etc. ), bekommt man eine Vorstellung, wie weit Wunsch und Wirklichkeit noch auseinanderliegen. Bei Fahrzeugen ist weder das Kartenmaterial genau und aktuell genug, die erforderliche Sensorik ausgereift und bezahlbar und die Software (Deep learning) ist erst in den Kinderschuhen und viel zu fehleranfällig (wie die vielen tödlichen Unfälle, die durch den fehlerhaften Autopiloten von Tesla verursacht werden, tragisch beweisen) um in den nächsten 10-15Jahren Stufe 3 abseits von Autobahnen auch nur andenken zu können.
Kein Wunder, dass Google da gerne lieber fremdes als eigenes Geld investiert, solange es genug naive Investoren gibt.
Wichtig wäre aber auch, dass langsam der Gesetzgeber aufwacht und genau überprüft, was da zum Verkehr zugelassen wird und unter Umständen nicht nur die Insassen gefährdet- erst im Dezember hat ein Tesla mit vermutlich fehlerhaftem Autopilot (weil Tesla da nicht besonders kooperiert, dauern die Untersuchungen meistens mehrere Jahre ...) ein anderes Auto abgeschossen und dessen beide Insassen getötet (die NTSB hat den Autopiloten als Feature im Betastadium bezeichnet- und da reden wir erst von Stufe 2!).

Antworten