Landauf, landab herrscht ob der stark gestiegenen Tankpreise großer Ärger an den Zapfsäulen. Am Dienstag lag der Preis für einen Liter Diesel teils schon knapp unter oder knapp über zwei Euro. Für einen Liter Benzin musste man ungefähr 1,70 Euro bezahlen.
Umso genauer haben viele derzeit diverse Vergleichsplattformen im Internet im Auge. Die Entdeckung dabei: In Kindberg boten bis zuletzt zwei Tankstellen den Diesel noch um 1,62 Euro an. „Die scheinen dort so etwas wie ein gallisches Dorf zu sein“, ist Oliver Käfer, der bei der Wirtschaftskammer für Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmungen zuständig ist, über die dortigen Preise durchaus überrascht. Deren Betreiber waren bis zum Redaktionsschluss für die Kleine Zeitung nicht erreichbar.
Preis wird steigen
Die Einordnung des Experten: „Die Tankstellen dort gehören keiner großen Kette an. Sie dürften wahrscheinlich auch nicht sehr stark frequentiert sein und haben deswegen noch etwas von Lieferungen im Tank, die schon länger her sind. Das kann mancherorts durchaus auch jetzt noch vorkommen.“ Ein Tanktourismus wie in Slowenien sei dort aber nicht zu erwarten, auch weil mit der nächsten Lieferung die Preise dort ebenso in die Höhe gehen können. Und tatsächlich sind die Preise auch in Kindberg mittlerweile auf das Niveau der meisten anderen Tankstellen angezogen.
„Nirgends sind die Preise so ausgeschildert“
Dem generellen Vorwurf, die Tankstellen in der Steiermark würden sich mit den derzeit hohen Spritpreisen eine „goldene Nase“ verdienen, widerspricht Käfer: „Die Tankstellen sind das letzte Glied in der Wertschöpfungskette. Dass es zu Debatten kommt, ist aber trotzdem klar. Nirgends sind die Preise so ausgeschildert wie bei Tankstellen. Die sieht jeder, spricht darüber und hat eine Meinung, gerade bei Preissteigerungen wie aktuell.“ Aus Sicht von Käfer sei nun die Regierung am Hebel, Steuern wie die CO2-Steuer, oder Mehrwertsteuer flexibel und rasch zu senken.