Abwicklung abgeschlossenSkandalbank Hypo Alpe Adria hat unterm Strich neun Milliarden Euro gekostet

Das Kapitel Hypo-Alpe-Adria ist endgültig geschlossen. Neun Milliarden Euro Steuergeld hat die Abwicklung am Ende gekostet. Eine Insolvenz wäre schlechter gewesen.

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Nicht nur das Logo der Hypo Alpe Adria existiert nicht mehr. Auch die Reste der Bank wurden inzwischen verwertet
Nicht nur das Logo der Hypo Alpe Adria existiert nicht mehr. Auch die Reste der Bank wurden inzwischen verwertet © APA/MICHAEL WALCHER
 

Aus Sicht der Finanzmarktaufsicht (FMA) hat sich das neue europäische Abwicklungsregime am Beispiel der Heta, der ehemaligen Skandalbank Hypo Alpe Adria, bewährt. Denn die Abwicklung ist im Wesentlichen abgeschlossen, stellte die Behörde heute per Bescheid fest. Dem Steuerzahler bleibt laut Fiskalrat zwar ein Schaden von 9,0 Milliarden Euro. Beim Abbau, der um zwei Jahre rascher ging als prognostiziert, wurden 11,1 Milliarden Euro erlöst. Erwartet worden waren nur rund 6,0 Milliarden Euro.

"Das Scheitern der Hypo Alpe Adria Bankengruppe an kriminellen Machenschaften war schmerzhaft und verlustträchtig", bedauerten die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Eduard Müller am Mittwoch in einer Aussendung. "Die 2015 eingeleitete Abwicklung ihrer Nachfolge- und Abwicklungsgesellschaft Heta nach den Vorgaben des damals neuen europäischen Abwicklungsregimes hat aber wesentlich zur Begrenzung des finanziellen Schadens beigetragen. Sie gilt heute in der EU als Vorbild, wie eine gescheiterte Bank geordnet aus dem Markt zu nehmen ist."

Geordnet verwertet

"Wir haben als zuständige Abwicklungsbehörde die neuen Instrumente wie etwa den Aufschub von Fälligkeiten (Moratorium), Gläubigerbeteiligung durch Schuldenschnitte (Herabschreibung von Kapitalinstrumenten) sowie Streichung von Zinszahlungen effizient und effektiv eingesetzt", so die FMA-Chefs weiter. "Dadurch haben wir die Grundlage geschaffen, auf der die Vermögenswerte geordnet, aktiv und bestmöglich verwertet werden konnten." Man habe Rechtssicherheit geschaffen und betriebswirtschaftliche Flexibilität ermöglicht.

Der Abbau der Vermögenswerte erfolgte hauptsächlich durch den Verkauf von Kreditforderungen an andere Kreditgeber, die Vereinbarung vorzeitiger Tilgungen bzw. Umfinanzierungen durch den Kreditnehmer, Verkäufe von Tochtergesellschaften und Mehrheitsbeteiligungen sowie im Rahmen von Portfoliotransaktionen über Bündel von Vermögenswerten. So stellte die FMA heute fest, "dass nach der Verwertung aller Assets der Betrieb der "HETA ASSET RESOLUTION AG (HETA)", der Nachfolgegesellschaft der HAA-Gruppe, als Abbaueinheit gemäß § 84 Abs. 12 des Sanierungs- und Abwicklungsgesetzes (BaSAG) beendet ist". Damit endet die Zuständigkeit der FMA als Abwicklungsbehörde, die Eigentumsrechte werden bis zur gesellschaftsrechtlichen Löschung der Heta wieder von ihrer Eigentümerin, der Republik Österreich, ausgeübt und die Heta wird nun gemäß Aktiengesetz liquidiert.

Bisher wurden 10,8 Milliarden Euro an die Gläubiger berücksichtigungsfähiger, nicht nachrangiger Verbindlichkeiten zu verteilt. Ein etwaiges Restvermögen nach der aktienrechtlichen Liquidation kommt im Wesentlichen ebenfalls noch den Gläubigern berücksichtigungsfähiger, nicht nachrangiger Verbindlichkeiten zugute.

Insolvenz wäre schlechter

Die FMA verwies am Mittwoch auch auf ein Gutachten eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers, wonach ein (fiktives) Insolvenzverfahren bei der Skandalbank den berücksichtigungsfähigen Heta-Gläubigern eine Quote von 45,3 Prozent gebracht hätte. Die Abwicklung gemäß BaSAG hat diese aber bisher mit einer Quote in Höhe von 86,3 Prozent befriedigt. Geprüft wurde, ob die Abwicklung gemäß BaSAG tatsächlich vorteilhafter war als ein Insolvenzverfahren.

"Die Abwicklung der Heta war der erste Fall, der europaweit nach den gesetzlichen Regeln des neuen europäischen Abwicklungsregimes durchgeführt wurde", betonten Müller und Ettl. Man habe unionsrechtliches Neuland betreten. Die FMA habe "sauber, korrekt und richtungsweisend gearbeitet". Das werde durch die Tatsache belegt, "dass keine einzige Beschwerde und Klage gegen die in diesem Verfahren erlassenen Bescheide der FMA vor Gericht letztlich erfolgreich war".

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future4you
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„Blau gemacht“

hatten kürzlich Kärntens Freiheitliche großflächig die Vergangenheit beworben. Da sieht man ihre rückwärts gewandte Geisteshaltung. Neun Milliarden in den Sand setzen, das muss man einmal zusammenbringen. Da wurde tatsächlich „blau gemacht“, bis zum bitteren Ende.

Arthurd63
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Bei kriminellen Machenschaften nützen die besten Regeln nichts.

Unterm Strich hat der ehemalige Landeshauptmann damit jedem Kärntner - vom Baby bis zum Greis - 16.000.- Euro aus der Tasche gezogen.

FRED4712
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du vergisst aber.

dass er einer handvoll omas je einen hunderter in die Hand gedrückt hat ......was reimt sich auf HJ?......das passende Wort

Bond
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Landeshaftung

Alle sind verantwortlich, weil sie Haider schalten und walten ließen. Hätten beide Sozialpartner das Haftungsgesetz abgelehnt, wäre veemutlich alles nicht geschehen, weil es zu einem öffentlichen Thema geworden wäre.. Die Wirtschaftskammer war zwar dagegen, aber nur, weil die anderen Banken benachteiligt waren. Die Arbeiterkammer hat keine Stellungnahme abgegeben, weil Betriebsräte der Hypo die Landeshaftung wollten und die AK zu Haider gute Kontakte pflegte. Im Landtag gaben alle Parteien das Haftungsgesetz beschlossen und damit Kärnten existenziell geschadet. Die Regierung Schüssel hat das Haftungsgesetz schließlich durchgewunken. Und niemand hat dafür jemals um Entschuldigung gebeten. Das ist die Geschichte der politischen Verantwortung.

Robinhood
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Zustimmung

Gab es von gesamten Landtag und damit fast allen Landtagsabgeordneten. Zuvor gab es sogar einen Untersuchungsausschuss da nach SPÖ Meinung die Hxpo zu billig an die Bayern verkauft wurde.

Lepus52
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Erfolgsmeldung?

Ja, die Abbaugesellschaft dürfte gut und korrekt gearbeitet haben. Der Totengräber verdient Lohn für seine Arbeit, aber der bzw. die Mörder werden noch immer geschont. Vielleicht liegt es daran, dass der Durchschnittsbürger den Schaden ohnehin nicht begreifen kann. Wir hatten eine Landesbank, die gut für das Land gearbeitet hat, Mitarbeiter beschäftigte und dem Land Erfolge bescherte. Dann kam ein Landesfürst, der mit Geld nur so um sich warf. Ein Event jagte das andere, ein Luftschloss nach dem anderen wurde gebaut. Budget, wozu? Er war auch Finanzreferent und machte über Jahre keines mehr, er wurde gewählt, beklatscht und hofiert. Jetzt ist die Landesbank weg, mehr als 20 Milliarden wurden in den Sand gesetzt. Das ist in 100€-Scheinen ein Turm vom Meeresspiegel von 10km (5 Mal der Großglockner), das Land ist pleite und seine Reputation im Keller und Kerzerl werden angezündet, die an die schönen fetten Jahre erinnern sollen. Unglaublich, aber wahr und kein Märchen.

goergXV
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???

und wer sucht nach den unter Umständen noch immer vorhandenen Nummernkonten des Sonnenkönigs im Ausland ?
Es gilt die USV

Miraculix11
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Was dem Bericht fehlt sind 2 Dinge

1) Wo sind die 9 Miliarden. Geld verschwindet nie - es hat bloß ein anderer.
2) Wer ist für wieviel verantwortlich? Haider, Pröll etc.

zill1
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Hypo

BAWAG,KONSUM ,und so weiter waren auch grosse Skandale ! Aber die wurden von der SPÖ begangen ! Auch Milliarden Steuergeld verpulvert! Und das der Pröll damals anscheinend zu seinen eigenen Gunsten die Bank wieder zurückgekauft hat war ja auch ein Skandal ! Und der heutige Landeshauptmann hat sogar mitunterschrieben wegen der Haftung ! INTERNETT vergisst nichts ! Auch der Haider war kein heiliger aber alles ihm anzulasten ist schon schwach

FRED4712
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du vergisst,

dass zu HJ Zeiten keiner gewagt hat zu widersprechen.......der hatte ALLE voll im Griff, warum auch immer

robertpustritz
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Dann,

ist ja alles wieder gut.

mtttt
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Die Fahrnisse

waren werthaltiger als angenommen. Und es hätte noch viel mehr bringen können, wenn man das Bankgeschäft langsamer haette ausschleifen lassen. Wie die Franzosen und Italiener es mit ihren Skandalbanken gemacht haben. Aber wir haben uns den Diktat der EU in diesem Fall viel zubrasch gebeugt. Ohne Verstaatlichung und Entfernung aus der Einflusssphaere der BZÖ Chaoten wäre das nie gegangen. Man stelle sich einen Kurt Scheuch im Aufsichtsrat der Bank vor...

huckg
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Steht im Abschlussbericht auch wo die neun Milliarden jetzt sind

Da das Geld ja nicht physisch verbrannt wurde, wäre interessant wo das Geld schlußendlich angekommen ist.

Robinhood
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Genau

Das hat nie jemanden interessiert. Auch nicht die Gerichte.

imogdi
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Liebe Grüße aus Kärnten -

Skandalbank Hypo Alpe Adria hat unterm Strich neun Milliarden Euro gekostet -

ich als gebürtiger Kärntner kann dem "HERZOG" HAIDER mit seiner BUBERLPARTIE - die meisten sind schon vielfach verurteilt worden - für das wunderbare GESCHENK DER HAIDERSCHEN GROSSMANNSSUCHT nur gratulieren. :-)))))))

Er hat sich schon längst wegkatapultiert und so vor der VERANTWORTUNG gedrückt! - So einen FPÖler - "DER HAIDER TRAUT SICH WAS" - hat in einer Demokratie nichts verloren - Ein anderer KÄRNTNER der KICKL gehört zur selben Sorte - KICKL MUSS WEG!

hansi01
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Und der Pröll Seppl hot bis zum Ableben Freibier in Bayern

Weil er dankender Weise die Hypo zurück gekauft hat. Seppl hot eh nur 9 Milliarden gekostet. Dafür bekommst sicher das goldene Ehrenzeichen mit blauweißen Band.

pianofisch
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"Kärnten ist reich"

..... hat der Jörg im Zusammenhang mit der Hypo einst geschrieen. Der hatte echt keinen Durchblick. Nur mit populistischen Sprüchen, da hat er sich ausgekannt. Der wäre längst im Häfn.

Robinhood
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Nachlese

16 Milliarden € wurden versenkt und alles wurde still und leise entsorgt. Einige österreichische systemrelevante Banken waren beteiligt und ein ehemaliger Finanzminister half bei der staatlichen Sanierung.

Robinhood
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Kommunalkredit

Warum wurde nie vom Schaden der von der Kommunalkredit verursacht wurde berichtet. Der liegt ja auch in dieser Größenordnung. Allerdings wurde der SPÖ nahe Vorstand dort nicht einmal angeklagt.
Hat ja auch nur der Steuerzahler gezahlt.

Bond
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9 Mrd Euro

Nur zur Größenordnung: Politik und Bankenverbrecher haben 30.000 Einfamilienhäuser oder Wohnungen zu je 300.000 Euro vernichtet. Das entspricht einer Stadt wie Klagenfurt. Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich speiben möchte....

Jelineck
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Auch das Speiben

beginnt mit dem ersten Bissen. Worauf warten Sie?

Bond
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Nullchecker

Sie leiden wahrscheinlich an Ess-Brech-Sucht, Sie Armer.

Marina1705
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Absolut richtig...

Es kommt einem echt schon das K....n, bei unseren Politikern und Entscheidungsträgern. Aber das Volk wird schon blechen. Hypo ist ja nur ein Beispiel von vielen.

andy379
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Da wird uns doch tatsächlich

(einer) der größte(n) Finanzskandal(e) der Geschichte als Erfolg verkauft, weil der Schaden doch nicht sooooo schlimm als erwartet ausgefallen ist. Wir Steuerzahler brennen eh alles, was die Politiker verbocken. 😠😠😠

auktion8067056
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Danke an Jörg Haider und die FPÖ,

Sie haben die Schulden angehäuft und waren der Ausgangspunkt des Übels

Patriot
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"Danke" vor allem Josef Pröll (ÖVP), Jörg HAIDER (FPÖ, BZÖ), Hr. Kulterer,

ÖVP, FPÖ bzw. BZÖ!
9 Milliarden! Ein Wahnsinn!!!

 
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