Schadsoftware an BordMassenhaft gefälschte Paket-SMS im Umlauf

"Wir konnten Ihre Lieferung nicht zustellen!" oder "Ihr Paket befindet sich an einem Abholpunkt!" – dazu ein schädlicher Link. Knapp vor Weihnachten haben auch die Betrügereien Hochkonjunktur.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Zurzeit heißt es besonders vorsichtig mit empfangenen Nachrichten umzugehen
Zurzeit heißt es besonders vorsichtig mit empfangenen Nachrichten umzugehen © buritora - stock.adobe.com
 

Bereits im September kam es zu einer Paketflut der besonderen Sorte. Und zwar wurden massenhaft Pakete verschickt, ohne je abgeschickt zu werden. Wie das zusammenpasst? Nun, eigentlich wurde den Menschen nur suggeriert, dass Packerl versendet wurden. In Wahrheit waren die SMS von vermeintlichen Versanddienstleistern gefälscht.

Dieser Tage, nicht zufälligerweise in unmittelbarer Nähe zum Weihnachtsfest, kommt es zum nächsten Fake-SMS-Schub, wie zahlreiche Leserinnen und Leser mitteilen. Übermittelt werden Betroffenen von den Betrügern dabei unterschiedlichste Text-Varianten. Die mittlerweile häufig ohne Rechtschreibfehler und teils gar personalisiert eintrudeln. Auch – freilich erfundene – Sendungsnummern finden sich ebenso regelmäßig in den Nachrichten wie die Textauszüge "Ihr Paket befindet sich an einem Abholpunkt!" oder "Wir konnten Ihre Lieferung nicht zustellen!"

Polizei und Behörden warnen jedenfalls davor, die in den Nachrichten angeführten Links zu öffnen oder gar Apps zu installieren. Die Links führen oft zu gefälschten Homepages, über die Zahlungsaufforderungen deponiert werden – die Apps sind meist mit Schadsoftware versehen, die sich dann direkt am Handy einnistet.

Die Polizei empfiehlt deswegen, die SMS unbedingt zu löschen, den Links keinesfalls zu folgen und generell "vorsichtig und misstrauisch" bei Paket-SMS zu sein. Verdächtige Nummern können Sie jedenfalls unter Rufnummernmissbrauch.at melden.

So können die aktuell verschickten Nachrichten aussehen
So können die aktuell verschickten Nachrichten aussehen Foto © KK

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

ritus
0
8
Lesenswert?

Die wirklich Gefährdeten...

...werden das wahrscheinlich nicht lesen, aber es hilft schon, wenn man Original-Apps der Lieferanten und/oder Zusteller verwendet, wo normalerweise alle wichtigen Nachrichten geschickt werden, direkt über die App. Dann können einem alle SMS am A... vorbei gehen und ungschaut gelöscht werden.

ichbindermeinung
4
1
Lesenswert?

womöglich wegen dem Kauf neuer Virensoftwareprogramme

vielleicht hängt es auch mit dem Kauf neuer Virensoftwareprogramme zusammen

GanzObjektivGesehen
0
54
Lesenswert?

Kann man gegen diese Gaunereien nicht härter vorgehen ?

Abgebrochene Anrufe mit Festnetz- und Handynummern aus dem Aus- und Inland, Mails und Nachrichten die mit Schadsoftware hinterlegt sind, Spam-Mails. Es nimmt Überhand.

Ich kann mich als Apple-User und auf Grund der Tatsache, dass ich mich regelmäßig über Bedrohungen informiere, gerade noch so dagegen wehren. Aber irgendwann klicke ich wahrscheinlich doch einmal auf einen solchen Link oder lösche mir ein richtige Verständigung.

Aber was sollen weniger Vorsichtige, weniger Technik-Affine machen? Kinder, alte Menschen?
Das Bundesheer, Feuerwehr, Rettung, Polizei und andere schützen uns vor physischen Bedrohungen. Aber wer schützt uns aktiv vor der Internetkriminalität?

Wenn nötig gehören da auch Gesetzte geändert oder angepasst, eine eigene Taskforce, um die österreichische Bevölkerung zu schützen.

menatwork
0
2
Lesenswert?

Das ist ein Designproblem der SMS-Technologie

die es ermöglicht den Absender zu fälschen. Die SMS kommen tatsächlich aus fremden Netzen und nicht von der vorgetäuschten österreichischen Nummer.

Die Provider auf Empfängerseite könnten wahrscheinlich schon was dagegen tun, wenn sie den Inhalt der SMS überprüfen würden so wie das bei E-Mails üblich ist, was aber so nie vorgesehen war und ohne explizite Vereinbarung auch nicht zulässig wäre.

Hirohito
0
0
Lesenswert?

Designproblem mit SMS...

...in Wirklichkeit ist es auch so, dass ich, wenn ich nix bestellt habe, auch der SMS keinen Glauben schenken werde!
Und wenn ich was bestelle, dann schaue ich, ob das auch mit der österreichischen POST zugestellt werden kann! UND ein Ausdruck der Bestellseite - wo man angibt - mit welchem Dienstleister zugestellt werden soll, hilft auch!

Natürlich ist "Brain V1.0 einschalten" dabei sehr hilfreich...
Das schleppt ja normalerweise jeder mit sch rum!

hkirchweger
0
2
Lesenswert?

Das stimmt natürlich…

…aber bei Anrufen und Überweisungen wär wohl mehr möglich. Würden die Banken Western Union etc. das Messer ansetzen, wären wohl in ganz Afrika sehr schnell ebenfalls wirksame Mechanismen in Kraft, die Geldflüsse nachvollziehbar zu machen, denn auf das Geld, das die Migranten ganz legal heimschicken, wollen bzw. können die Herkunftsländer ja auch nicht verzichten.

kukuro05
1
9
Lesenswert?

Kann man gegen diese Gaunereien nicht härter vorgehen?

Wenn Sie sich umblicken heißt die eindeutige Antwort: nein
Wir befinden uns im Blindflug in Richtung Anarchie....

ritus
0
2
Lesenswert?

Versuch mal...

...in einem Ameisenhaufen die Ameise zu finden, die Dich am Hintern gebissen hat.

hkirchweger
1
29
Lesenswert?

Genau!

Jede Überweisung kann inzwischen aufgrund von Geldwäscherichtlinien lückenlos verfolgt werden, aber Rufnummern inklusive Herkunftsland des Anrufs vortäuschen, Überweisungen über Western Union an Fake Geliebte und was weiß ich noch, sollen in unserer voll vernetzten Welt noch völlig unkontrolliert möglich sein? Offenbar fehlt da immer noch das Interesse der Gesetzgeber auf nationaler und internationaler Ebene, dem einen effektiven Riegel vorzuschieben.