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Sozialplan für Werk Steyr "Weit auseinander": MAN-Chefs dementieren Annäherung mit Betriebsrat

Belegschaftsvertretung hatte nach Verhandlung über Sozialplan davon gesprochen. Konzern verfolgt Schließung des Standorts Steyr.

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© (c) APA/WERNER KERSCHBAUMMAYR (WERNER KERSCHBAUMMAYR)
 

Die Antwort von MAN ließ nicht lange auf sich warten: Einen Tag nachdem die Belegschaftsvertretung des Werks in Steyr von einer ersten Annäherung bei den Verhandlungen über den Sozialplan des von Schließung bedrohten Standorts mit dem Unternehmen gesprochen hatte, kam Donnerstag das Dementi: "Die Positionen liegen nach wie vor weit auseinander, es gab keine Annäherung", zitierte das Magazin "Trend" aus einer Mitteilung der MAN-Steyr-Geschäftsführung an die Mitarbeiter.

So hieß es darin weiters, dass eine Fortführung des Werkes mit MAN-Produkten nicht zur Diskussion stehe und daher auch "keine Investitionen in den Standort Steyr mehr getätigt" werden. Die Schließung werde demnach bis Ende 2022 vollzogen. Arbeiterbetriebsrat Helmut Emler hatte Mittwochabend nach dem Gespräch gemeint, die Konzernleitung habe "Entgegenkommen bei einem Sozialplan nach deutschem Vorbild", der auf freiwilligem Ausscheiden der Arbeitnehmer und Werks-Erhalt basiert, signalisiert. Weiters sei festgehalten worden, dass Nachnutzungskonzepte unter Beteiligung der Mitarbeiter möglich seien sollen. Am 12. Mai gehen die Verhandlungen in die dritte Runde.

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Danke für Ihr Verständnis.

helmutmayr
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Ich würde sagen

Game over. Zuerst angeschossen von MAN und dann der Genickschuss durch die Belegschaft selbst.
Ich würde die Kräfte wohl eher darauf konzentrieren, die Förderungen die im Zusammenhang mit der Bestandsgarantie gegeben wurden, rückzufordern.
Sofern die Verträge das überhaupt hergeben. Denn offensichtlich ist für die Kündigung der Bestandsgarantie kein Sanktionsmechanismus vertraglich vereinbart.

georgXV
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genauso ist es !!!

LEIDER ...
Wie schon gesagt, unprofessionell und schlecht beratene Betriebsräte und Gewerkschafter sind für die Schließung des Werkes in Steyr verantwortlich ...

georgXV
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MAN

so leid es mir für alle Mitarbeiter von MAN in Steyr und deren Zulieferer tut, das Ende der Produktion von MAN in Steyr ist besiegelt und wird jetzt durch- und umgesetzt.
Alleine die Berufung von Bernd Osterlohe, dem überaus mächtigen Betriebsratsvorsitzenden von VW, zum Personalvorstand von Triton / MAN zeigt, daß hier jetzt Schluß mit lustig ist. Er und seine Vorstandskollegen in München werden dafür bezahlt, die Aufsichtsratsbeschlüsse umzusetzen.
Offensichtlich hatten die Betriebsräte und Gewerkschaftler aus Steyr KEINEN Kontakt zu VW, denn sonst wäre es NICHT soweit gekommen.
Jetzt geht es einmal darum die bestehenden und einseitig gekündigten Verträge zwischen dem Werk Steyr und MAN auf Richtigkeit (gerichtlich) zu prüfen. O.K., es wird einige Jahre dauern bis hier endgültige Entscheidungen getroffen werden.
Parallel dazu stellt sich die Frage, wie schnell neue Arbeitsplätze außerhalb von MAN geschaffen werden können und was mit den dann leeren Hallen in Steyr geschieht.
Die letzten verbliebenen und unkündbaren Betriebsräte und Gewerkschafter drehen dann den Schalter aus und gehen in Rente.
Aus meiner Sicht haben die Betriebsräte und Gewerkschafter in Steyr die ganze Sache verbockt, denn die Standortsicherungsverträge für Steyr sind anscheinend NICHT wasserdicht und sie hatten KEINEN Kontakt zu VW und deren Gesellschaftern, da wo solche Entscheidungen getroffen werden.
Sehr Schade und traurig für alle fleißigen Mitarbeiter von MAN in Steyr und deren Familien !

mtttt
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Unglaublich

wie da die Gewerkschaft agitiert hat. Hauptsache nicht an die Zukunft denken. Die Mitarbeiter wurden fehlgeleitet. Die jüngeren werden keine Probleme haben, die älteren weniger flexiblen bleiben auf der Strecke. Die Gewerkschaft sieht das als Kollateralschaden, aber die Allgemeinheit muss die Kosten tragen. Rote Wirtschaftskompetenz....

schadstoffarm
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liebe Gewerkschaft

runter mit dem Kollektivlohn, die Metaller werden überbezahlt und das schadet dem Standort. Und händeringend wird nach Facharbeitern gesucht. Facharbeitern sollte man auch in der Berufsschule beibringen wie man für die eigene Kündigung und Lohnverzicht stimmt, manche sind zu dumm dafür.

SoundofThunder
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Genau!

Der unselbständige Wertlose verdient eh mehr als ihm zusteht!

SoundofThunder
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🤔

Wo ist Kurz? Wo ist der Arbeitsminister? Wo ist der Wirtschaftsminister? Wo ist die Wirtschaftskammer? Wo ist die Industriellenvereinigung? Wo ist der Landeshauptmann? Wo ist die Schwarze Gewerkschaft? Wo halten die sich versteckt und schauen tatenlos zu wie tausende Arbeitsplätze flöten gehen?

Morioka
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Was sollten die Politiker da machen?

ATB, Artesyn, Nidec (zwar aus anderen Gründen aber auch von Schliessung bedroht), es käme doch nur Eines: Verkauf/Schliessung, aber die Möglichkeit, am Standort weiter zu produzieren.

Kein vernünftiges Unternehmen dieser Welt, deren Führung auch nur über ein iota Hausverstand verfügt, würde die Weiterproduktion mit deren Know-How und/oder Maschinen gestatten. (Wäre bei ATB auch nicht möglich gewesen, weil in einem unumkehrbaren Deal an Hrn. Chen und damit China durch Hrn. Kovac, diese Möglichkeit von Vorneherein ausgeschlossen war.)

Es ist ein Versuch der Politik den Standort zu retten, Intervention, Gespräche, mit dem Wissen dass es nichts wird. Am Ende kommt, was kommen muss, Sozialplan, Schaffung von Stiftung, mögliche Pensionierungen, ein grosser Teil arbeitslos, mögliche Abwanderung der Arbeitskräfte aus einer ohnehin strukturschwachen Region. Wenigstens können sich die Politiker, die sich medienwirksam gegen eine Schliessung einsetzen, ein paar brownie-points verdienen.

Wie gesagt, den Politikern, denen kann man für ein Scheitern solcher Bemühungen wirklich keine Schuld beimessen oder ihren Nicht-Einsatz beklagen. Da stünden andere weiter Vorn, zum Beispiel die Leiter eines Betriebs, die ein gesundes Unternehmen mit Milliarden-Gewinnen, höchsten Produktionsstandards, etc. an die Chinesen oder Amerikaner verkaufen und erwarten, sie würden sich um den Standort scheren, wo es nur um Gewinn geht und Kosten der Produktion anderswo niedriger sind ...

SoundofThunder
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Die Politik kann sehr wohl.

Siehe Lufthansa Tochter AUA. Und es redet sich so leicht dass man halt auf Teile seines Gehalts verzichten soll (es wird auch Sie nicht treffen). Aber wenn das Schule macht werden andere Firmen dem Vorschlag folgen. Aber es ist eh die Grundeinstellung der Türkisen dass der unselbständige Wertlose sowieso zu viel bekommt als ihm zusteht. Kann er ruhig auf Lohn verzichten.

Morioka
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Ich bin mir nicht sicher ob man AUA mit einem beliebigem internationalen Produktionsunternehmen vergleichen kann ...

Da hat die Politik natürlich mit Zugeständnissen und finanzieller Unterstützung (um der Erpressung - Entweder wir kriegen so und soviel oder wir machen dicht und hunderte MA stehen auf der Strasse - nachzugeben).

Langfristig ist auch mit finanzieller Unterstützung und Zusagen wenig erreicht, wenn es zur einstweiligen Rettung eines Unternehmens durch die Politik kommt.

Auch da gibt es Beispiele, wo nach auslaufen der Unterstützung der Standort kalt lächelnd dicht gemacht, die Produktion verlagert und die MA auf der Strasse standen. Die Unternehmen sagen natürlich dazu nicht Nein, Geld, Übernahme von Teilen der Gehaltszahlung, weniger Gehalt, Kurzarbeit, was immer ...

Was die Ansicht der Politiker über unselbständig Beschäftigte angeht, ja, mag so sein. Diese Einstellung, was mehr kostet als abwirft, soll fressen oder sterben, würde ich nicht nur Mitglieder einer einzigen Partei oder Kolaition zuschreiben. In diesem Land sind doch alle mehr Wert als die Bevölkerung. ;-)

kislinger
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wo ist...,,,

ja suchst die herrschaften halt, wenn du es unbedingt wissen willst!
also so gehts sicherlich nicht! zuerst wollen die arbeitnehmer und die gewerkschaft auf nichts verzichten! und dann laut hilfe schreien und wir alle dürfen einspringen und retten!

SoundofThunder
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🤔

Ihr tut euch nur verstecken obwohl ihr Hilfe zugesagt habt. Aber Sie haben recht! Was hat ein Arbeitsminister und ein Wirtschaftsminister mit Arbeitsplätzen und Wirtschaftsstandorte zu tun? Die Gewerkschaft als Arbeitnehmervertreter war der einzige vor Ort. Wo war die Türkise Gewerkschaft?

Hausverstand100
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Wieder deine typische Polemik...

Zuerst verbaut die rote Gewerkschaft und der rote Betriebsrat den Arbeitnehmern die Zukunft und dann soll die Regierung Wunder wirken, so sind die unfähigen Roten halt....

dieRealität2020
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Ist niemanden bewusst, dass diese Handlungs- und Verhaltensweisen MAN eine großen finanziellen Schaden zufügt?

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Bis zur Schließung 2022 ohne Übernehmer wie u.a. Wolf werden sie nach den veröffentlichten Zahlen ohne etwaiger gesetzlicher sozialer Leistungen mindestens 40 Millionen Euro Verlust schreiben. TOP so verbrennt man 2.000 Arbeitsplätze.

dieRealität2020
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Da kann man nicht einmal mehr den Kopf schütteln. Denken die tatsächlich MAN wird weiterhin eine zweistellige Verlustsumme schreiben, damit das Werk in Betrieb bleibt?Haben die noch immer nicht begriffen was Sache ist?

Wie verhaltensgestört sind manche Menschen? Anscheinend haben schon vor längerer Zeit Gewerkschaft und Arbeitnehmer die Realität verlassen. Ausgenommen die im Beitrag erwähnten Personenkreise.

.....kam Donnerstag das Dementi: "Die Positionen liegen nach wie vor weit auseinander, es gab keine Annäherung", zitierte das Magazin "Trend" aus einer Mitteilung der MAN-Steyr-Geschäftsführung an die Mitarbeiter.
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>>>>> So hieß es darin weiters, dass eine Fortführung des Werkes mit MAN-Produkten nicht zur Diskussion stehe und daher auch "keine Investitionen in den Standort Steyr mehr getätigt" werden. Die Schließung werde demnach bis Ende 2022 vollzogen. <<<<<<
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MAN wird "die gesetzlichen Ansprüche" selbstverständlich erfüllen. Und man wird sehen ob sie von sich aus noch was drauflegen.
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Wie bewertet man derartige Aussagen aus medizinischer Sicht? Arbeiterbetriebsrat Helmut Emler hatte Mittwochabend nach dem Gespräch gemeint, die Konzernleitung habe "Entgegenkommen bei einem Sozialplan nach deutschem Vorbild", der auf freiwilligem Ausscheiden der Arbeitnehmer und Werks-Erhalt basiert, signalisiert. Weiters sei festgehalten worden, dass Nachnutzungskonzepte unter Beteiligung der Mitarbeiter möglich seien sollen.