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MAN-Werk in SteyrÖkonom sieht in vorübergehender Staatsbeteiligung eine Rettungsoption

Volkswirt Christian Bellak nennt niederösterreichische Schraubenfabrik Schmidt als gelungenes Beispiel für temporäre Staatsbeteiligung. Mittwoch nächste Verhandlungsrunde über Sozialplan.

© (c) FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR (FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR)
 

Am Mittwoch geht im MAN-Werk in Steyr die nächste Verhandlungsrunde über den Sozialplan für den von Schließung bedrohten Standort über die Bühne. Die Frist des exklusiven und von der Belegschaft abgelehnten Kaufangebots von Investor Siegfried Wolfs ist Ende April abgelaufen, der Konzern drängt aufs Zusperren. Volkswirt Christian Bellak, der an der WU Wien lehrt, hält eine staatliche Beteiligung für eine Rettungsoption und verweist auf die nö. Schraubenfabrik Schmidt.

Die SPÖ hatte eine Beteiligung des Staates an MAN in Steyr ins Spiel gebracht. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) lehnt dieses Modell ab. Ein kategorisches Nein, wie es auch von der Industriellenvereinigung kommt, hält Bellak eher für einen "ideologischen Reflex" als für eine "fundierte Abschätzung der Vor- und Nachteile". Derartige Auffanglösungen könnten nämlich erfolgreich sein, wird er in einer Aussendung von "Diskurs. Das Wissenschaftsnetz" zitiert. Es müssten jedoch klare, nachvollziehbare und überprüfbare Kriterien festgelegt werden.

"Langfristige Erträge gegenüberstellen"

Als gelungenes Beispiel nennt er die Schraubenfabrik Schmidt in Hainfeld, die in den 1990er-Jahren durch eine vorübergehende Beteiligung durch die GBI (Gesellschaft des Bundes für Industriebeteiligungen) vor der drohenden Schließung gerettet worden sei. Heute stehe die Schraubenfabrik wieder in Privateigentum - von Kellner & Kunz AG.

Wäre die Fabrik damals nicht temporär unterstützt worden, gäbe es in einem strukturschwachen Gebiet Niederösterreichs keine industrielle Schraubenproduktion mehr", meint der Wissenschafter. "Kurzfristig anfallenden Kosten" müsse man "die langfristigen Erträge in Form von Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekten gegenüberstellen".

Kommentare (5)
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georgXV
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bitte NICHT vergessen !!!

der bisherige mächtige Betriebsratschef von VW, Bernd Osterloh, ist seit 1. Mai Personalvorstand von Triton / MAN.
Seine Aufgabe ist es in erster Linie die Schließung des Werkes in Steyr und dessen Verlagerung nach Polen durchzuführen und umzusetzen.
Und der Betriebsrat aus Steyr und die Gewerkschaft haben noch immer KEINEN Kontakt zu ihm bzw. zu seiner Nachfolgerin Daniela Cavallo in Wolfsburg.
Mit anderen Worten, der Steyrer Betriebsrat und die Gewerkschaft haben sich mit der Schließung des Standortes abgefunden und es geht jetzt nurmehr um die Einhaltung der Verträge (Standortsicherung) seitens MAN.

mtttt
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Volkswagen subventionieren ??

Steyr ist nur eine verlängerte Werkbank für Traton / VW. Staatsbeteiligung heißt Volkswagen subventionieren, und irgendwann sind die weg in einem Billigland. Die Schraubenfabrik hatte einen anderen Hintergrund. Beteiligung und dann Verkauf. In Steyr wäre nach Abzug Traton nichts mehr da, kein Produktprogramm, nichts. Die verblendete Gewerkschaft sieht noch immer nicht, dass ein Unternehmen nicht ohne Unternehmer funktionieren kann, soll vielleicht die Ärztin PRW eine Produktlinie auf den Tisch legen ? Allerdings muß Traton zur Kasse gebeten werden, Vertrag ist Vertrag, den sollen´s einhalten und dann tschüss. Jeder der dann neu startet, hat keine Altlasten mehr aus verhärmter (weil betrogener) Belegschaft und postkommunistischen Betriebsrat.

argus13
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MAN Steyr

Wenn man früher jahrelang in Steyr gearbeitet hat, kann man sich nur über die Vorgänge wundern. Damals hatte der LKW Bereich über 4000 Mitarbeiter und einen starken roten Betriebsrat. Dann wurde der Steyr Konzern von Stronach gekauft, filetiert und Einzelbereiche verkauft. So auch der LKW Bereich an MAN. Es war noch nie gut für österreichische Firmen, wenn sie an ausländische Unternehmen verkauft wurden! Nun gibt es nur noch 2600 Mitarbeiter. Wie üblich werden von diesen bei Problemen die inländischen Firmen ausgehungert, verlagert und dann geschlossen. Der rote Betriebsrat in Steyr dachte sich „alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will!“ Hat dabei vergessen, dass dies vor über hundert Jahren gegolten hat. Offensichtlich hat der Betriebsrat die Arbeiter ermuntert, das Wolff-Angebot nicht anzunehmen, weil man bessere Konditonen herausschinden wollte. Nun kam es zur Ablehnung! Nicht bedacht, dass Wollf unter Stronach maßgeblich beim Kauf mitgewirkt hat und er auch enge Kontakte zu MAN besitzt. Der MAN Vorstand lässt sich auf diese Spielchen nicht ein und schließt nun das Werk. Der Dank der Belegschaft an den Betriebsrat wird groß sein. Es hilft auch nichts, wenn jetzt Pamela das Werk besucht und alle an einem Tisch bringen möchte. Sie hat keine wirtschaftlich-politische Kontakte nach Deutschland, sondern bestenfalls BK Kurz! Auch eine Beteiligung des Bundes macht auf Dauer keinen Sinn!

Luger13
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Woran......

....kann sich die öffentliche Hand beteiligen ? Vorerst muss doch MAN bereit sein, einem zukünftigen (Mit-)Betreiber ( wer ? ) die Betriebsanlage zwecks Produktion von Gütern (welche ? ), die mit den von MAN erzeugten Fahrzeugen nicht konkurrieren , zu übereignen . Ohne jenen (Mit-)Betreiber , ein sinnvolles Industrieprodukt und jene Bereitschaft ist jegliche Diskussion über eine Beteiligung des Staates, der auch weder (Mit-)Betreiber noch Produkt aus dem Hut zaubern kann , umsonst ! Ob sich die Belegschaft bei ihrer Entscheidung gegen Herrn Wolf dessen bewusst war ? Ich glaube , eher nicht !

walterkaernten
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MAN

Auf keinen fall eine staatsbeteiligung.
Das ist immer ein grosser VERLUST für die STEUERZAHLER

Die mitarbeiter haben sich entschieden
Die GEWERKSCHAFT und der BETRIEBSRAT sind nun gefordert was zu tun.

OHNE STAATSHILFE zu lasten der STEUERZAHLER