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Im Jahr 2020Tiefrote Bilanz für den Modehandel: Rückgang um fast ein Viertel

Im Handel erlebte der Modebereich 2020 mit einem Umsatzminus von 23,7 Prozent den stärksten Einbruch. Dagegen legte der Verkauf von Nahrungsmitteln am stärksten zu, zeigt eine Bilanz der Wirtschaftskammer.

MODEKETTE PIMKIE HAT IN WIEN INSOLVENZ ANGEMELDET - 76 JOBS BETROFFEN
Die massivsten Einbrüche erlebte 2020 der Modehandel. Mehrere Ketten gingen pleite, zuletzt Pimkie Wien © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Eine tiefrote Bilanz über das Jahr 2020 zieht der österreichische Handel. Von Jänner bis November kam es in der gesamten Branche zu einem Umsatzrückgang von 5,6 Prozent, errechneten die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer und das Economica Institut für Wirtschaftsforschung. „Die Krise hat mit wenigen Ausnahmen alle Handelssektoren schwer getroffen“, erläuterte Rainer Trefelik, Spartenchef des Handels.

Am stärksten den Modebereich: Hier betrug der nominelle Umsatzrückgang minus 23,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Auswirkungen der Lockdowns zeigen sich überdeutlich in den Zahlen: So führte der erste Lockdown im März im Modebereich zu einem Umsatzeinbruch von minus 56,8 Prozent und im April waren es sogar minus 76,4 Prozent. Im Modebereich gab es bereits eine Reihe von Insolvenzen - zuletzt der Kette Pimkie in Wien - und Schließungen. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde auch die Kfz-Wirtschaft mit einem Umsatzminus von 11,6 Prozent. 

Starkes Plus bei Nahrungsmitteln

Peter Voithofer vom Economica Institut betont, dass die Handelsergebnisse je nach Bereich stark divergieren: „Die Trennlinie verläuft insbesondere zwischen dem Food- und dem Non-Food-Einzelhandel.“ Während das Food-Segment ein Plus von 8,9 Prozent verzeichnete, mussten die Non-Food-Branchen – nicht zuletzt durch die Geschäftsschließungen – ein Umsatzminus in der Höhe von 3,6 Prozent hinnehmen. In Summe ging sich für den Einzelhandel ein knappes Plus von 0,1 Prozent aus.

Zu den großen Gewinnern zählte 2020 der Onlinehandel. „Der österreichische Internet- und Versandhandel kann sich über ein Plus von 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr freuen“, sagt Iris Thalbauer, die Geschäftsführerin der Bundessparte Handel. Der Wermutstropfen dabei: Die Ausgaben der Österreicher und Österreicherinnen bei ausländischen Anbietern nehme ebenfalls stark zu. In diesem Bereich sei  es dringend notwendig, faire Wettbewerbsbedingungen für den heimischen Handel zu schaffen. „Es geht uns hier um eine faire Besteuerung und gleiche Bedingungen im Abgabenrecht“, so Thalbauer.

„Wie schnell sich der Handel im laufenden Jahr erholen wird, hängt maßgeblich auch vom weiteren Verlauf der Covid-19-Infektionen und den damit verbundenen Maßnahmen ab“, betont Handelsobmann Trefelik. Die Öffnung der Handelsgeschäfte mit 8. Februar sei für die Unternehmen enorm wichtig gewesen, um die Liquidität zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten.

Handel "kein Infektionsherd"

„Auch wenn die Umstände nach wie vor außergewöhnlich und herausfordernd sind, war die Wiedereröffnung ein erster, unbedingt notwendiger Schritt in Richtung Normalität“, meint auch der Obmann der Sparte Handel in der WKO Steiermark, Gerhard Wohlmuth. „Obwohl jetzt viel mehr getestet wird, ist die von manchen prophezeite Explosion der Fallzahlen durch die Öffnung des Handels nicht eingetreten. Das bestätigt einmal mehr ganz deutlich, was wir eigentlich immer schon wussten: Der Handel war und ist in keiner Weise ein Infektionsherd.“

Kommentare (4)
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JamesDean
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Eh noch gut davongekommen,

mein Rückgang als Musiker liegt bei 95 Prozent.
Das interessiert aber Gott sei Dank auch Niemanden ...

Nixalsverdruss
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Ganz ehrlich: Welchen Wert hat Mode?

Ist es die Tatsache, dass Jeans (Wrangler) umgerechnet ÖS 1.224,66 kosten = 89,- Euro!
Der letzte Schillingpreis im Jahr 2001 - also vor 20 Jahren - war ÖS 789,- (57 Euro).
Würde man die Inflation seit 2001 hochrechnen:
Zukünftiger Preis / Endpreis: 78,13 €
Preissteigerung Gesamt: 32,42 %
Kaufkraft zukünftig / zum Ende: 44,56 €
Kaufkraftverlust Gesamt: -24,48 %

Warum soll da nicht weniger gekauft werden - gerade in Krisenzeiten ist es notwendig, das Geld richtig einzuteilen.
Wen wundert es?

erstdenkendannsprechen
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9
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das ist gar nicht das problem - für gute stücke gebe ich gerne etwas mehr aus.

das problem in österreich und vergleichbaren ländern ist die menge, und das system "modehandel" ist pervers von grund auf.
der textilienverbrauch stieg in österreich in den letzten jahrzehnten rasant und kontinuierlich. jedes jahr landeten in österreich 26.000.000 kg textilien im müll.
beim fashion-waste-index lag österreich 2020 europaweit an dritter stelle (hinter italien und portugal). jeder österreicher/österreicherin produziert im jahr 7 kg kleidungsmüll - im durchschnitt. 0,7 kg davon werden receycelt. das ist zu einem guten teil unverottbarer plastikmüll. pronto moda - die "schnelle mode" zu einem günstigen preis: gekauft, viermal getragen, weggeworfen, neues gekauft. die textilläden schossen in den letzten 20 jahren wie schwammerl aus dem boden, mit textilien, die um die halbe welt gekarrt werden, unter menschenunwürdigen und umweltschädlichen bedingungen erzeugt, mit pestiziden/insektiziden behandelt, ...
das ist ein teufelskreis, und wenn wir jetzt hier ein minus haben, dann tut es mir leid für die menschen im textilhandel - aber ein umdenken ist hier dringen nötig! es geht nur mit weniger bekleidung kaufen! und es läuft auch jetzt keiner "nackt" herum...

Hapi67
2
8
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Einfach machen,

die Zustandbeschreibung kennen wir seit Jahren.
Was oder wer hindert Sie daran?

Die Ausgaben der Österreicher und Österreicherinnen bei ausländischen Anbietern nehme ebenfalls stark zu. In diesem Bereich sei  es dringend notwendig, faire Wettbewerbsbedingungen für den heimischen Handel zu schaffen. „Es geht uns hier um eine faire Besteuerung und gleiche Bedingungen im Abgabenrecht“, so Thalbauer.