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Shopping nach dem LockdownKundenschlangen vor den Modeketten

Bei vielen Händlern stapelt sich noch die Winterware im Geschäft. Am Montag sind Österreichs Einkaufsstraßen jedefalls gut besucht - und die Kunden sind bereit, auf Einlass zu warten.

Menschenschlange vor einem Geschäft auf der Mariahilfer Straße in Wien am Montag © APA/ROLAND SCHLAGER
 

Nach sechswöchigem Corona-Lockdown haben Händler und körpernahe Dienstleister wie Friseure, Kosmetiker und Masseure heute, Montag, wieder aufgesperrt. Besonderer Andrang herrschte am Montagvormittag bei manchen Modeketten, die mit hohen Rabatten Kunden anlocken wollten. Sonst waren die Geschäfte nur teilweise gut besucht. Bei vielen Händlern stapelt sich noch die Winterware in den Geschäften.

++ THEMENBILD ++ CORONA: EINKAUFSZENTRUM / HANDEL
Foto © APA/HELMUT FOHRINGER

Wien größte Einkaufsmeile, die Mariahilfer Straße, war am Vormittag gut besucht. Kundenschlangen bildeten sich vor manchen internationalen Mode- und Schuhketten. Den größten Andrang gab es bei der US-Kaufhauskette TK Maxx, mehr als 100 Personen warteten vor der Filiale auf Einlass. Bei vielen anderen Händlern mussten Einkaufswillige nicht auf Einlass warten. Auch in der Kärntner Straße und am Graben in der Wiener Innenstadt waren zahlreiche Menschen auf Shopping-Tour. Zu Schlangen vor dem Geschäft kam es nur bei einer internationalen Modekette und bei einem US-Elektronikhersteller.

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Foto © APA/HELMUT FOHRINGER

Die heimischen Handelsvertreter verweisen auf "strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen". Im Handel müssen Kunden und Mitarbeiter mit Kundenkontakt eine FFP2-Maske tragen und im Kundenbereich gilt ein Mindestabstand von 2 Metern. Körpernahe Dienstleister und Gesundheitsdienstleister mit Kundenkontakt sind verpflichtet, spätestens alle sieben Tage einen negativen Coronatest vorzuweisen. Fehlt der Test, müssen die Beschäftigten anstatt eines Mund-Nasen-Schutzes eine FFP2-Maske tragen. Für den Besuch von Friseuren & Co ist ein negativer Coronatest notwendig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Es gelten nur die Ergebnisse von offiziellen PCR- oder Antigen-Tests, Selbsttests inklusive Schultests sind laut Gesundheitsministerium nicht gültig. Für Gesundheitsdienstleistungen sind keine Zutrittstests notwendig.

Im Handel gilt ab heute eine Beschränkung von 20 Quadratmetern anstatt 10 Quadratmetern pro Kunde, bei körpernahen Dienstleistungen sind 10 Quadratmeter pro Kunde vorgeschrieben. Überraschend hatte am Freitag das Gesundheitsministerium erklärt, dass die 20-Quadratmeter-Regel ab Montag auch für Supermärkte und Geschäfte des täglichen Bedarfs gilt, die auch während des Lockdowns offen hatten. Zeitlich sind die Öffnungszeiten nach wie vor auf 19 Uhr beschränkt.

CORONA: LOCKDOWN-LOCKERUNGEN / HANDELSOeFFNUNG
Foto © APA/ROLAND SCHLAGER

Modebereich "geht in Ware unter"

Laut WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik und Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will geht der Modehandel "in Ware unter". Viele Händler müssen Teile ihres Sortiments nach dem wochenlangen Lockdown mit hohen Preisnachlässen abverkaufen, um wieder Geld in die Kassen zu spülen. Auf positive Effekte hoffen die Händler auch durch Nachziehkäufe, etwa im Möbel- und Elektronikartikelbereich. Nachdem unter anderem der Mode- und Elektrohandel seit Weihnachten nicht offen hatten, werden viele Kunden wohl noch Waren umtauschen und Gutscheine einlösen.

Handelsverband-Geschäftsführer Will erwartet, dass im Lockdown "light" dem Handel noch zwischen 250 und 300 Millionen Euro Umsatz wöchentlich verloren gehen, weil die Kundenfrequenz durch Hygieneeinschränkungen und die bis vorerst Ende Februar gesperrte Gastronomie deutlich niedriger sein wird als in Vorkrisenzeiten. Auch Will rechnet mit hohen Preisnachlässen der Händler in den kommenden Wochen.

Weiterhin geschlossen ist die Gastronomie und Hotellerie, die für den Handel ein wichtiger Frequenzbringer ist. Hotels, Restaurants, Lokale und Cafés dürfen frühestens Anfang März wieder aufmachen. Weitere Öffnungsschritte will die Regierung Mitte Februar beraten.

Kommentare (30)
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Popelpeter
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Sonderbar!

Dass in bim und bus die leut dicht gedrängt stehn, darüber mockiert sich keiner! Wo soll auch das problem sein wenn sich die leut wo anstelln! Die maske schützt doch vor ansteckung und verbreitung

future4you
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Corona

legt den Zustand unserer Gesellschaft auf schonungslose Weise offen. Aber Corona wird noch viele vom hohen Ross abwerfen.

Ratte
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Früher hieß es ja auch...

...verkaufts mei Gwand, I fahr in Himmel.....

Neu eingekleidet ist so eine Himmelfahrt natürlich stilvoller.

Ratte
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Nach dem lockdown...

...wird rasch wieder vor dem lockdown sein. Und bitte nicht wieder der Regierung die Schuld geben. Hirn zu haben ist - soweit ich weiß - nicht verboten und es kann nicht die Aufgabe der Politik sein, jeden vor Dummheit zu bewahren...

MichaelP
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menschliches Selbstverständnis ...

Leider ist in der heutigen Zeit das "cogito, ergo sum" nicht mehr modern. Es gilt, von der Werbung getrieben, nur mehr "emero, ergo sum" (ich kaufe, also bin ich).

Und was das Thema Rücksichtnehmen betrifft, hat es ohnehin der (auch mit 93 Jahren) viel zu früh verstorbene Arik Brauer schon vor fast 50 Jahren auf den Punkt gebracht.

Stony8762
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---

Die Geschäftsbetreiber beachten die Abstandsvorschriften, während sich die Kunden vor den Geschäften drängeln! Ohne Abstand!

Reipsi
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. . . . und Alle

2 Meter Abstand 🥳😬

gonde
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Die spinnen ja, die Röm... pardon die Österreicher!

Da braucht jeder von denen unbedingt einen Fetzen, weil si ja schon total zerlumpt herumlaufen müssen!

Immerkritisch
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....müssen hohe Preisnachlässe gewähren....

Wieviel Prozent Umsatzablösen hat der Handel bekommen???? Demzufolge müssten die Preisnachlässe sehr sehr hoch sein!

Hapi67
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Die Mehrheit hat entschieden,

Corona ist für Sie vorbei.

Corona kann krank machen und zum Tod führen.

Ich behaupte die Mehrheit ist/war schon davor krank und bleibt es auch.

miranda02
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OMG...

die Leute Checkens einfach nicht...leider war das ja vorauszusehen - ich frage mich wozu jetzt so viel Leute neue Fetztn brauchen??

gonzolo
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Ironie …

manche kaufen sich jetzt Tand, den sie – wenn sie Pech haben – gar nicht mehr verwenden, anziehen oder gebrauchen werden …

Balrog206
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So

Viele Ü 75 stehen nicht in der Schlange lt Bild !

Stony8762
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Balrog

Es erwischt bei weitem nicht nur Ü75!

Lepus52
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Wer es sich nicht leisten kann

zum Golfen im Privatjet nach Südafrika zu fliegen, der holt sich das Virus in einem Einkaufszentrum oder beim Friseur. Jedem sein Vergnügen. Wie blöd sind wir geworden.

DergeerderteSteirer
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"Die Preise werden purzeln".....................

und hinten nach mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Geiz ist Geil Leute , ....................... ;-)

satiricus
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"Die Preise werden purzeln...."

... und die Zahl der Infizierten wird demnächst wieder steigen - jede Wette.

leben123
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Schnäppchen - vorher 40 % rauf und 30 % Rabatt!!!

Es werden wieder alle verarscht, der Handel hatte in den letzten Wochen genug Zeit, um die Preise 40 - 50 % zu erhöhen, um nun ALLES mit 30 % Rabatt abzuverkaufen - verrückte Welt!!!

RonaldMessics
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Jeder nachfolgende Kommentar...

...trifft exakt zu. Und deswegen betone ich gerne als Ergänzung, der Konsumjunkie lebt, egal zu welcher Gruppe er zusätzlich gehört, Hauptsache ist DAS HABEN nicht DAS SEIN.

paulrandig
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Genau das ist das Zeichen, wie verdorben unser System schon ist.

Man stelle sich vor, dass Artikel nach einem halben Jahr de facto unverkäuflich sind. Dass jedes halbe Jahr eine völlig neue Kollektion benötigt wird, die alles Ältere obsolet macht. Deshalb muss auch nichts mehr haltbar produziert werden, alles billig und selbstauflösend auf Teufel komm raus in Fernost unter miserablen Bedingungen hergestellt.
Mode ist als Phänomen, schlimmer als Straßenverkehr oder Betonierungswut, in Sachen Ressourcenverbrauch die schlimmste Geisel. Sie setzt Gedanken in unser Hirn, dass etwas, das nicht up to date ist, peinlich ist und unseren gesellschaftlichen Status senkt.

TrailandError
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Verrückte Welt

Weil viel da ist, kostet es weniger, wert ist es aber gleich viel oder mehr. So erzieht man sich Völker die alles wegschmeißen, die letzten Ressourcen plündern. Gute Nacht du schöne Welt ( Erinnert an die Titanic) .

selbstdenker70
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...

Ich nehme jetzt mal die Medien in die Pflicht und gebe Ihnen die Mitschuld wenn ab morgen die Hölle los ist. Seit Tagen haben die Zeitungen nichts besseres zu tun als einen Countdown herbeizuführen. Täglich ein Bericht wie groß der Abverkauf werden wird. Pralle Lager, kein Platz für neue Ware, Rabattschlacht beginnt, die besten Schnäppchen aller Zeit usw usw. WARUM macht man das? Beim letzten mal gab es die große Aufregung weil gewisse Schuh und Möbeltandler groß in die Werbung gingen, diesmal ist es relativ ruhig, dafür läuten die Medien von sich aus eine Schlacht ein wo man ab morgen alles geschenkt bekommt.

Ratte
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Und in der ersten Reihe, ...

...wie so oft, wenn es um Dummheit geht. unser Staatsfunk.

Civium
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Jedes Schnäppchen was man nicht braucht, ist mit

100& überteuert!!

Civium
4
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Hoffentlich ist noch

Platz in den Kleiderschränken!

tomtitan
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"Die Preise werden purzeln,..."

Und die Infektionszahlen in die Höhe schießen...

 
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