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Im ersten GeschäftshalbjahrVoestalpine baute weltweit 6,5 Prozent der Jobs ab

Die Coronokrise bescherte der Voestalpine 276 Millionen Euro Nettoverlust zum Geschäftshalbjahr. Der Personalstand wurde weltweit um 6,5 Prozent reduziert. Zuletzt erholte sich das Geschäft deutlich. Unter dem Strich geht sich heuer aber kein Gewinn aus.

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Konzernzentrale in Linz © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Dem Stahlkonzern voestalpine hat die Coronakrise im ersten Geschäftshalbjahr 2020/21 massiv zugesetzt. Unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 276 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Gewinn von 115 Millionen Euro erzielt worden.

Im zweiten Quartal zog das Geschäft bereits wieder sehr deutlich an. Durch hohe Abschreibungen wird das Jahr 2020/21 aber trotzdem als ein historisches in die Geschichte der Voestalpine eingehen: Denn der Konzern wird keinen Gewinn ausweisen können. Wie hoch er ausfallen könnte, dazu gibt es noch keine Zahlen. Operativ wirtschaftet die Voestalpine positiv: Ohne die Berücksichtigung von Abschreibungen oder Steuerzahlungen,wird ein operativer Gewinn (EBITDA) zwischen 800 Millionen Euro und einer Milliarde Euro erwartet. Innerhalb eines Jahres wurden zudem die Schulden um eine Milliarde Euro reduziert.

In Österreich sind vor allem die Rohrfertigung Kindberg und die Flugzeugteile-Sparte in Kapfenberg von der Corona-Pandemie betroffen. 550 Menschen verlieren hier ihren Job beziehungsweise haben bereits die Kündigung erhalten. Bei den Sozialplanverhandlungen sei man im Finale, so Konzernchef Herbert Ebensteiner in einer Online-Pressekonferenz. Mit wie viel Millionen Euro der personelle Aderlass etwas gelindert wird, wollte er allerdings nicht sagen. Konkret betroffen sind wie berichtet 250 Stellen in Kindberg, wo Rohre für die von der Pandemie stark betroffene Öl- und Gasindustrie gefertigt werden. In Kapfenberg gehen 300 Arbeitsplätze vor allem in der Flugzeugteilefertigung der Böhler Aerospace verloren.

Finanzvorstand Robert Ottel setzte den Umsatzeinbruch in Relation zum erfolgten Stellenabbau: Man habe mit verschiedensten Maßnahmen versucht, möglichst wenig Stellen abzubauen. Die Kurzarbeit habe dabei sehr geholfen.

Die Konzernumsätze sanken heuer zwischen April und September um 21,9 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Der Personalstand wurde um 6,5 Prozent auf weltweit 47.917 Mitarbeiter spürbar zusammengestrichen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich gegenüber der Vorjahresperiode deutlich von 666 Millionen auf 395 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) drehte von plus 230 Millionen Euro auf minus 215 Millionen Euro in den negativen Bereich. Grund dafür sind auch hohe Abschreibungen.

Es gibt inzwischen auch deutliche Signale der Entspannung. Das erste Quartal sei noch von einem massiven Nachfrageeinbruch in beinahe allen Kundensegmenten und Regionen geprägt gewesen, doch im zweiten Quartal sei es zu einer spürbaren Erholung in wesentlichen Branchen gekommen.

"Das deutlich positive operative Ergebnis EBITDA und die Steigerung des Cashflows zeigen, dass unsere konsequenten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme gegriffen haben", meinte Konzernchef Herbert Eibensteiner. Gleichzeitig spiegle dieses Ergebnis "die Erholung der Nachfrage in wesentlichen Kundensegmenten im Laufe des zweiten Quartals" wider. "Trotz positiver Marktsignale bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in Europa auf die Wirtschaft auswirken werden."

Keine Erholung bei Öl, Gas, Luftfahrt

Mit Ausnahme des Öl- und Gasbereichs sowie der Luftfahrtindustrie sollte sich der positive Nachfragetrend nach Produkten des voestalpine-Konzerns in allen wesentlichen Marktsegmenten auch im zweiten Halbjahr 2020/21 fortsetzen, so die Einschätzung des Managements. "Deshalb erwartet der Vorstand aktuell unter der Annahme keiner neuerlichen wesentlichen wirtschaftlichen Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie wie beispielsweise behördlich verordnete Maßnahmen in diesem Zusammenhang für das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 ein EBITDA in einer Bandbreite von 800 Millionen bis 1 Milliarde Euro", so Eibensteiner.

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