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ATX-RankingSo viel verdienten Österreichs Top-Manager 2019

2019 ist die Gage der ATX-Vorstände im Schnitt etwas gesunken. Ab heuer haben die Aktionäre bei der Vorstandsgehältern etwas mitzureden.

OMV-Chef Rainer Seele ist auch 2019 der Spitzenverdiener im ATX-Vorstandsranking
OMV-Chef Rainer Seele ist auch 2019 der Spitzenverdiener im ATX-Vorstandsranking © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Österreichs Topmanager haben 2019 trotz höherer Gewinne der im Leitindex ATX börsennotierten Unternehmen nicht mehr ganz so gut verdient wie im Jahr davor: Die durchschnittlichen Direktvergütungen der ATX-Vorstandschefs gingen von 2,17 Millionen auf knapp über zwei Millionen Euro zurück - das hat der europäische Unternehmensberater hkp berechnet, der alljährlich ein Vergütungsranking erstellt. Spitzenverdiener war auch 2019 OMV-Chef Rainer Seele mit einem Jahressalär von 6,085 Millionen Euro.

2018 hatte der OMV-Chef noch 4,47 Millionen Euro kassiert - allerdings kümmerte er sich seit Mitte 2019 nach dem Rückzug von Vorstand Manfred Leitner auch um den Bereich Downstream Marketing & Trading, was extra honoriert wurde.

Große Spannweite

Zu den Gagen-Kaisern - die mehr verdienten als der Durchschnitt der ATX-Vorstandschefs - gehörten im vergangenen Jahr laut hkp-Berechnungen auch Voestalpine-Chef Wolfgang Eder (3,39 Millionen Euro), Erste-Group-Chef Andreas Treichl (3,3 Millionen Euro), BAWAG-CEO Anas Abuzaakouk (3,0 Millionen Euro), Wienerberger-Vorstandschef Heimo Scheuch (2,83 Millionen Euro), Post-Chef Georg Pölzl (2,56 Millionen Euro) und Andritz-CEO Wolfgang Leitner (2,13 Millionen Euro).

Die Spannweite der Direktvergütungen der ganzjährig amtierenden Vorstandsvorsitzenden im ATX lag 2019 zwischen 560.000 und 6,085 Millionen Euro.

Mehr Transparenz

In den Rückgang der CEO-Gagen trotz gestiegener Gewinne der Unternehmen dürfe man nicht zu viel hineininterpretieren, warnte Kramarsch, "aber Aufsichtsräte sind einfach vorsichtiger geworden, und das auch zurecht, weil jede ihrer Entscheidungen in Sachen Vergütung den Weg ins Licht der Transparenz findet".

Schon seit Jahren kritisiert hkp die geringe Transparenz bei den individuellen Vergütungsausweisen der Unternehmen. "Eine der großen Transparenzlücken ist ja, dass man aus den österreichischen Vergütungsberichten noch nicht einmal herauslesen kann, was in der variablen Vergütung auf Jahresergebnisse orientiert und was langfristig orientiert ist." Diese Unterscheidung sei nur bei 8 der 19 untersuchten Vorstandsvorsitzenden möglich.

Nun seien aber tiefgreifende Veränderungen in der Art der Veröffentlichung und eine höhere Transparenz zu erwarten, sagte hkp-Partner Michael Kramarsch im Gespräch mit der APA.

Neue Regeln"

In Folge der 2. Europäischen Aktionärsrechterichtlinie aus dem Jahr 2017 ist am 10. Juni 2019 das Aktienrechts-Änderungsgesetz (AktRÄG 2019) in Kraft getreten. Seit Jänner 2020 liegt auch der Österreichische Corporate Governance Kodex (ÖCGK) in überarbeiteter Form vor. "In diesem Jahr mussten sich die österreichischen Unternehmen erstmalig mit einer Hauptversammlungsabstimmung zum Thema Vorstandsvergütungssystem herumschlagen", so Kramarsch. "Ab dem nächsten Jahr wird jährlich über den Vergütungsbericht abgestimmt."

"Österreich war in Westeuropa das letzte Land, wo es eine sogenannte "Say on pay"-Abstimmung noch nicht gab, und insofern muss es sich da erst einruckeln." Rechtlich sei zwar nur eine einfache Mehrheit notwendig, "aber die Investoren und Stimmrechtsberater verlangen im Prinzip 75, 80 Prozent Zustimmung". Von Unternehmen, die diesen Grad an Zustimmung nicht erreichen, werde eine Überarbeitung ihrer Vergütungssysteme erwartet.

Etliche Unternehmen - Post, Uniqa, Verbund, RBI, Telekom, AT&S, OMV - kamen bei der "Say on pay"-Abstimmung auf mehr als 99 Prozent Zustimmung. Einige - etwa Wienerberger, Schoeller-Bleckmann, Do&Co oder Andritz - erreichten weniger als 75 Prozent. Weil es für Unternehmen mit starken Kernaktionären leichter sei, in der Hauptversammlung auch eine hohe Zustimmung zu kommen, würden die Investoren besonders auf die Zustimmung der freien Aktionäre (ohne Anker-Aktionäre) achten. "Da wird das eine oder andere österreichische Unternehmen noch sein blaues Wunder erleben, weil man sich eben nicht blind auf die Zustimmungsergebnisse beim Vergütungssystem verlassen kann."

 

Kommentare (5)
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Cveno
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Staatsunternehmen oder nicht.

Man sollte schon unterscheiden ob verstaatlicht, teilverstaatlicht oder nicht.

Mezgolits
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Spitzenverdiener war auch 2019 OMV-Chef Rainer Seele mit einem

Jahressalär von 6,085 Millionen EUro. - Vielen Dank - ich meine: Das ist ein
durchschnittlicher Monatsbezug von über 500.000 EUro pro Monat = 0,5 x
12 = 6,0 und für mich erklärend - warum schon über 300 Milliarden Staats-
schulden angehäuft wurden. Stefan Mezgolits, selbst finanzierter Erfinder

berndhoedl
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mezg...

a) das ist durch 14 zu rechnen
b) Gesamtvergütung inkludiert Bonis (70/30 bis 50/50 ist nicht ungewöhnlich)
c) Staatsschulden haben mit TopGagen genau so viel zutun wie Zwetschkenknödel mit Schweinsbraten. Sei froh dass die soviel verdienen, weil dann kann sich der Staat auf 55% freuen - (zumindest der Teil der >1.000K ist)
ab 90.000 ist es für den Teil dann schon 50% - und dass tut auch schon äußerst weh, das kann ich dir garantieren!!

Ogolius
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Das erklären Sie...

.... einmal einem/er Handelsangestellten, einer Putzfrau, einem/er Arbeiter/in in der Produktion usw.
Im Laufe der Jahre ist die Verhältnismäßigkeit (und damit auch der gesunde moralische Hausverstand) in den Keller gefahren - einfach beschämend! Aber die Gesellschaft hat dies zugelassen, dass so geartete Respektlosigkeit immer mehr Platz gegriffen hat. Man richte den Blick über den großen Teich (und womöglich wiederholen sich diese Untaten für weitere vier Jahre). Die soziale und monetäre Schere öffnet sich weiter und weiter im Namen des Turbokapitalismus - das Fußvolk wählt immer wieder seine eigenen Häscher ... alles Gute liebe Zukunft

berndhoedl
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ogolius

eine Putzfrau, ein Handelsangestellter oder ein Produktionsmitarbeiter hat es bis zu einem gewissen Grad selbst in der Hand wieviel man verdient.
Während die meisten nach der Arbeit ein Bier, einen Kaffee genießt oder sonst wie den Feierabend verbringt, gibts für Top Manager eine schnelle Dose Kaltgetränk und das Wissen noch 4-5 Stunden zu arbeiten.
Selbstverständlich - gebe ich dir Recht dass ab 200.000 - 250.000 bto. pro Jahr ohne Bonis, das nichts mehr mit Leistung zu tun hat.