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Sozialwirtschaft Streikfreigabe des ÖGB für 125.000 Beschäftigte

Arbeitgeber sehen Versorgung in Pflegeheimen gefährdet. Entgelterhöhung um 2,35 Prozent angeboten.

© APA/Roland Schlager
 

Die 125.000 Beschäftigten im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich (Sozialwirtschaft Österreich) könnten bald in Streik treten. Zumindest hat der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) nach einer erneuten Unterbrechung der KV-Verhandlungen am Mittwochabend nun die Streikfreigabe erteilt.

Wird in der nächsten Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag wieder keine Einigung erzielt, soll es zu Streiks kommen, kündigte die Gewerkschaft an. Bis dahin finden in den Betrieben Vorbereitungen dafür statt. Die Forderung nach einer Einführung der 35-Stunden-Woche bekräftigten die Arbeitnehmer auch für die bevorstehende Runde am 10. Februar.

Absage der Arbeitgeber

Die Arbeitgeber der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) haben der Forderung der Arbeitnehmer nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich in der Verhandlungsrunde am Mittwoch nicht zugestimmt. Begründet wurde das vor allem mit der Situation in der stationären Langzeitpflege: Die Arbeitgeber sehen die Versorgung in den Pflegeheimen gefährdet, teilten sie am Donnerstag per Aussendung mit.

"Durch den Fachkräftemangel würde eine Arbeitszeitverkürzung die Versorgungslage in den Pflegeheimen akut zuspitzen", befürchtet SWÖ-Verhandlungsführer Walter Marschitz. "Aus Verantwortung gegenüber den uns anvertrauten Menschen und ihren Angehörigen, aber auch gegenüber den verantwortungsvollen Beschäftigten in diesem Bereich, können wir eine derartige Situation nicht zulassen", teilte er mit.

Personalmangel in Pflegeheimen

Bereits jetzt führe der Personalmangel in Pflegeheimen dazu, dass zahlreiche benötigte Plätze nicht angeboten werden könnten, hieß es in der Mitteilung der Sozialwirtschaft. Diese Situation würde durch eine Arbeitszeitreduktion verschärft werden. Deshalb sei eine Einigung am Mittwoch "nicht machbar" gewesen.

Als Alternative zu einer Arbeitszeitverkürzung bot die Arbeitgeberseite nun eine Entgelterhöhung in Höhe von 2,35 Prozent an. "Wir sind zuversichtlich, die Lohnverhandlungen auf dieser Basis konstruktiv fortsetzen zu können", sagte Marschitz. Die Verhandlungstür sehen die Arbeitgeber noch nicht endgültig zugeschlagen, auch bei Fragen der Arbeitszeit.

Für 10. Februar haben die Beteiligten einen weiteren Verhandlungstermin ins Auge gefasst. Sollte es auch dann zu keiner Einigung kommen, haben die Gewerkschaften bereits mit Streiks gedroht. Bis dahin sollen Kundgebungen und Demos stattfinden, hieß es nach dem Abbruch der Verhandlungen am Mittwochabend.

Attraktivierung des Pflegeberufs

Bei einem anderen Anliegen, nämlich der Reduktion des Fachkräftemangels und der Attraktivierung des Pflegeberufs, sehen sich die Arbeitgeber jedoch "Seite an Seite mit der Gewerkschaft" kämpfen. Um diese Ziele zu erreichen, soll auch der Dialog mit der neuen Regierung gesucht werden, so die Sozialwirtschaft.

Kommentare (10)

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urro
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Keine Lösung,...

Die Einführung der 35h ist sicher nicht die Lösung um die Probleme der Pflegeberufe zu lösen. Ich arbeite seit 20 Jahren im Pflegebereich. Wie soll ich mir das vorstellen. Sind wir ja jetzt schon zu wenige, taucht dann über Nacht mit der 35h Woche plötzlich ein Heer von Willigen auf? Ich glaube das nämlich nicht. Nicht die Anzahl der Wochenstunden, sondern die Rahmenbedingungen wie Pflegeschlüssel, Bezahlung, Wertschätzung... sind die "Stellschrauben" an denen es zu drehen gilt.
Ich wehre mich auch gegen die Vereinnahmung der Gewerkschaft, dass "alle so umbedingt" dafür sind. Ich und viele meiner Berufskollegen sind es nicht.

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Oberbern
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Nur diese eine Forderung....

Arbeite selbst im Behindertenbereich in der Betreuung und Pflege. Schwierig nur diesen einen schwer umsetzbaren Wunsch umsetzen und durchdrücken zu wollen. Ich denke auch durch andere positive Veränderungen könnte man den Pflegeberuf wieder attraktiver machen. Die 35 h Woche ist jetzt noch ein Wunschdenken. Zu wenig Arbeitskräfte in der Pflege und jene welche schon dort arbeiten sollten weniger arbeiten ist ein Widerspruch in sich!

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saugscheid
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Arbeitszeitkürzung wäre der richtige Weg

Ich arbeite nicht in der Pflege, kenne aber einige dieser engagierten Menschen persönlich. In diesem so fordernden Berufsfeld, egal ob Pflegeheim oder Krankenhaus wäre die 35 Stundenwoche die Entlastung, die sich das Personal mehr als verdient. Auch wäre es ein kleiner Anreiz, dass wieder mehr diese Berufe ergreifen (oder sich weniger von den Arbeitsbedingungen abschrecken lassen). Eine Politik die von 0 auf nix Milliarden für spekulierenden Bankbonzen aufbringt, sollte auch Geld für pflegebedürftige Menschen und deren Betreung/Betreuer haben, glaube ich halt.

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muckgre
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35 Stundenwoche

Warum hat der ÖGB nicht schon vor 35 Jahren unter der SPÖ Regierung die damals geforderte 35 Stundenwoche umgesetzt??? Weil alles nur Augenauswischerei ist beim ÖGB!

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melahide
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Weil

sie da die 40-Stunden-Woche durchgesetzt haben. Normalarbeitszeit lag damals bei 48 Stunden.

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ES52
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Wo bleibt die Logik?

Die Gewerkschaft - und nur diese- fordert eine 35 Stundenwoche, um ihre Daseinsberechtigung z dokumentieren und um zu diesem Thema irgendwo den Fuss drinnen zu haben.
Die Leute gehören ordentlich bezahlt!
Dafür sollten die Bonzen kämpfen.

Wenn jetzt schon zu wenig Personal da ist, wird's mit weniger Arbeitszeit besser? Logisch oder?

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cockpit
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Die Normalarbeitszeit schafft in diesem Beruf fast niemand

!

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Balrog206
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Ja

man sagt das das wie überall auch bei der Pflege großer Personal Notstand herrscht , und dann fällt den guten Vertretern nur ein dir Arbeitszeit zu verkürzen und das noch mit Streik durch zu drücken ?
Wenn weniger std gearbeitet werden sollte und Engpass herrscht wer pflegt die restliche Zeit ?
Diese Vertreter sind wahrlich gute Berater !!🙈

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fon2024
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andaman

balrog du bist wieder der ganz Gescheiter,wie immer.

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Balrog206
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Fon

Wo lieg ich falsch ?

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