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Vorsorgliche BeschlüsseIm Februar drohen die Pfleger erneut mit Streiks

Vor der nächsten KV-Verhandlungsrunde am 29. Jänner wurden in 120 Betriebsversammlungen der privaten Sozialwirtschaft vorsorgliche Streikbeschlüsse gefasst. 2018 und 2019 kam es jeweils zu Warnstreiks.

WARNSTREIKS IN DER SOZIALWIRTSCHAFT
Warnstreiks in der Sozialwirtschaft vor einem Jahr © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Vor der nächsten Verhandlungsrunde über die Kollektivverträge in der Sozialwirtschaft haben die Beschäftigten bei Betriebsversammlungen in dieser Woche vorsorglich Streikbeschlüsse gefasst. Sollten die Verhandlungen am 29. Jänner scheitern, gibt es aber noch einen Reservetermin am 4. Februar. Die Lage sei "schwierig einzuschätzen", sagte vida-Verhandlerin Michaela Guglberger am Donnerstag.

"Ich habe leider keine Kristallkugel", bedauerte Guglberger im Gespräch mit der APA. "Vielleicht brauchen wir noch fünf Termine, ich weiß es nicht." Die KV-Verhandlungen für die 125.000 Beschäftigten seien ein "sehr sensibles Thema", sagte sie weiter, gab aber an, "guten Mutes" zu sein.

120 Betriebsversammlungen

Die letzte Verhandlungsrunde war Mitte Jänner ergebnislos abgebrochen worden. In dieser Woche führten die Betriebe im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich (Sozialwirtschaft Österreich) von Montag bis Donnerstag 120 Betriebsversammlungen durch, um die Kolleginnen und Kollegen über den Stand der Verhandlungen zu informieren, teilten die Arbeitnehmervertreter am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Die Gewerkschaften GPA-djp und vida bleiben demnach bei ihrer Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Gehalts- und Personalausgleich. Für Teilzeitbeschäftigte würde eine solche Arbeitszeitverkürzung einer Gehaltserhöhung von 8,6 Prozent entsprechen. In der dritten Runde gab es bereits konstruktive Gespräche über eine mögliche Etappenlösung, hieß es in der Mitteilung.

Warnstreik im Vorjahr

"Zuletzt waren wir in konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitgebern", sagte Verhandlerin Guglberger. "Wir hoffen, bei den kommenden Verhandlungen ein gutes Stück weiterzukommen. Die Arbeitszeitverkürzung im Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich ist eine Notwendigkeit, gerade in Zeiten des Pflegenotstands", betonte sie.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, drohen die Beschäftigten mit Streiks. "Bei den meisten Betriebsversammlungen haben sich die Beschäftigten entschlossen, vorsorglich Streikbeschlüsse zu fassen, sollten die Verhandlungen scheitern", kündigte Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA-djp, an. "Die 35-Stunden-Woche ist ein großes Anliegen in den Betrieben, das war klar spürbar", berichtete sie von den Betriebsversammlungen.

In den letzten beiden Jahren ist es jeweils erst nach Warnstreiks zu Einigungen bei den KV-Verhandlungen gekommen. Die Arbeitgeberseite, der Verband der österreichischen Sozial- und Gesundheitsunternehmen, hat die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, bisher zurückgewiesen. Man nehme den Wunsch zwar ernst, aktuell sei sie aber nicht erfüllbar.

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