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Datenschutzskandal 18 Millionen Euro Verwaltungsstrafe für die Post

Die Post muss im Rahmen eines Datenschutzskandals 18 Millionen Euro Verwaltungsstrafe zahlen. Das Straferkenntnis ist nicht rechtskräftig. Die Post kündigt Rechtsmittel an.

Millionenstrafe für die Post © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Österreichische Post hat im Datenskandal um die Speicherung von Parteiaffinitäten von Millionen Post-Kunden und dem Verkauf dieser Daten an wahlwerbende Parteien eine Verwaltungsstrafe von 18 Millionen Euro von der Datenschutzbehörde wegen Verwendung von Marketingdaten erhalten, geht aus einer Post-Mitteilung hervor.

Das Straferkenntnis sei nicht rechtskräftig, die Post werde Rechtsmittel gegen diesen Bescheid erster Instanz ergreifen.

Das operative Ergebnis Ebit werde für heuer in Summe stabil angepeilt, nicht darin enthalten sei allerdings eine Rückstellung für diese Verwaltungsstrafe der Datenschutzbehörde, teilte die börsennotierte teilstaatliche Post am Dienstag mit. Sowohl für 2019 als auch für 2020 werde ein Umsatzanstieg prognostiziert.

Post-Anwalt Stefan Prochaska erklärt in einer Stellungnahme an den "Kurier", dass die Datenschutzbehörde mit dem Bescheid klargestellt habe, dass die Post AG im Rahmen ihres Gewerbes Adressverlage und Direktmarketingunternehmen personenbezogene Daten sammeln und verarbeiten muss. Wenn die Post jedoch statistische Wahrscheinlichkeiten über die Parteiaffinität erstelle, "sei das eine Rechtsverletzung gemäß der Datenschutzgrundverordnung". Die Post sieht ihr Kerngeschäft der Direktwerbung gefährdet und wird sich an das Bundesverwaltungsgericht wenden.

Nach mündlicher Verhandlung

Die Datenschutzbehörde teilte am Dienstag mit, sie habe die Verwaltungsstrafe von 18 Millionen Euro gegen die Post nach Durchführung eines ordentlichen Verwaltungsstrafverfahrens mit Straferkenntnis vom 23. Oktober 2019 verhängt. Sie habe es nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung aufgrund der Beweislage als erwiesen angesehen, dass die Post durch die Verarbeitung von personenbezogenen Daten über die vermeintliche politische Affinität von Betroffenen gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoßen habe, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Darüber hinaus sei unter anderem eine Rechtsverletzung wegen der Weiterverarbeitung von Daten über die Paketfrequenz und die Häufigkeit von Umzügen zum Zweck des Direktmarketings festgestellt, weil dies keine Deckung in der DSGVO findet. "Diese Rechtsverletzungen wurden rechtswidrig und schuldhaft begangen, weshalb die Verwaltungsstrafe in oben genannter Höhe angemessen war, um andere bzw. gleichartige Rechtsverletzungen hintanzuhalten", heißt es in der Mitteilung.

"Entscheidung inhaltlich falsch"

Die Post und Prochaska halten laut "Kurier" die Entscheidung "für inhaltlich falsch und die verhängte Strafe für völlig überzogen. Wir haben stets betont, dass es sich bei den Prognosen um statistische Hochrechnungen und nicht um tatsächliche persönliche Daten handle, die Daten schon gelöscht sind und darüber hinaus diese Entscheidung zu einer Ungleichbehandlung zwischen der Post und Datenverarbeitung durch Internetfirmen führt", heißt es im Online-"Kurier" weiter.

Mit der Entkräftung der weiteren Vorwürfe habe die Post einen Teilerfolg erzielt, werde betont. So habe die Datenschutzbehörde festgehalten, dass die Post als Adressverlag und Direktmarketingunternehmen laut § 151 Gewerbeordnung bestimmte Datenkategorien ohne Zustimmung der betroffenen Personen sammeln und verarbeiten darf, ja dies im Zuge ihrer Tätigkeit sogar muss. Eine Information aller Postkunden - das sind in Österreich alle Haushalte - über die Datenverarbeitung könne aufgrund der Anzahl der betroffenen Personen unterbleiben.

Klägern in Einzelklagen bringe die Entscheidung keine Vorteile, betont Pochaska laut "Kurier". In solchen Fällen habe immer der Kläger zu beweisen, dass sein persönliches Recht auf Datenschutz verletzt wurde und nur dann überhaupt eine Chance auf Schadenersatz bestehe. Die Entscheidung der Datenschutzbehörde spreche aber derartiges nicht aus, so der Post-Anwalt. Auch zukünftige Datenabfragen bei der Post gingen ins Leere, da die Post die entscheidungsgegenständlichen Affinitäten nicht mehr speichert und auch nicht mehr verarbeitet.

Kommentare (3)

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Hausschuh
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Zu wenig.

Jetzt bieten sie an, sich die Stromkosten bei ihnen optimieren zu lassen. Man muss nur ein paar Daten nennen. Ich glaube, sie haben nicht verstanden, worum es geht.

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CuiBono
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Eine grenzenlose Sauerei

ist/war das "Erstellen statistischer Wahrscheinlichkeiten über die Parteiaffinität" und ich frage mich, ob diese jedem mündigen Bürger unzumutbaren Vorgangsweisen tatsächlich eingestellt und die gehandelten Datenbestände rückstandsfrei vernichtet wurden.

Ergänzend bin ICH seit einem guten Jahr dran, bei der Ö-Post AG die Weitergabe jeglicher Daten zu meiner Person an Dritte zum Zwecke des Datenhandels abzustellen.
Nach mehr als frotzeligem Verhalten der Post und Lieferung sämtlicher angeblich notwendiger Unterlagen - wie zuletzt einer Passkopie für die Löschung der gespeicherten Daten - warte ich noch immer auf eine entsprechende Durchführungsbestätigung.

Ich hoffe, diese Verwaltungsstrafe (auch wenn noch nicht rechtskräftig) wird die verantwortlichen Manager endlich eines besseren belehren.
Der Einspruch ist ja höchst lächerlich. Wie bitte wollen die Daten gehandelt haben, die sie angeblich gar nicht gespeichert hatten.

Ist ja nicht auszuhalten, dieser seltsame Verein.

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jaenner61
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richtig so!!!

ich habe seinerzeit eine einsicht in meine daten verlangt, dort war von meiner kaufkraft angefangen, bis zur vermeintlichen politischen gesinnung alles zu finden.
ich frage mich nur woher die post diese infos alle hat? ein schelm wer denkt, das der zuständige briefträger da etwas dazu beigetragen hat 🤔🤨

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