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Konkurs von Thomas CookWie die Reise-Branche jetzt den Pleite-Opfern hilft

Das Aus des Reiseriesen Thomas Cook verläuft für österreichische Betroffene weniger dramatisch als anderswo. Auch, weil heimische Reiseunternehmen in die Bresche springen.

© APA/AFP/Costas Metaxakis
 

Das bevorstehende Ende von Thomas Cook in Österreich dürfte für viele Reisende halbwegs glimpflich verlaufen. Die größte Reisebürogruppe des Landes, die Verkehrsbüro Group, ist vielerorts in die Bresche gesprungen. Auch Gruber Reisen aus der Steiermark federt die Probleme für Kunden massiv ab.

Wie groß die Dimension der Pleitefolgen in Österreich sein könnten, verdeutlichen Zahlen, die Verkehrsbüro-Vorständin Helga Freund nennt. Die Verkehrsbüro-Tochter Eurotours ist europaweit einer der großen Einkäufer von Zimmerkontingenten.

Verträge mit 900 Hotels

Eurotours steckt etwa hinter den Pauschalreisen, die Diskonter Hofer anbietet. Für den Vertrieb der eingekauften Betten hatte das Verkehrsbüro aber auch Verträge mit Thomas Cook. Für insgesamt 900 Hotels, davon allein jeweils 90 Hotels in der Steiermark und Kärnten.

Während die Thomas Cook-Pleite für tausende Hoteliers etwa in Spanien oder Griechenland ruinös ausgehen könnte, „haben wir für alle Gäste, die vor Ort waren, den Aufenthalt bezahlt. Neubuchungen haben wir schnell storniert,“ so Freund. Wie viel das in Summe gekostet hat, will die Top-Managerin nicht sagen. „Wir werden dadurch Geld verlieren, aber es wird sich in einem angemessenen Rahmen bewegen.“

Helga Freund
Helga Freund Foto © Verkehrsbüro Group

Sie begrüßt auch die komplette Stornierung aller Thomas-Cook-Reisen (u.a. Neckermann, Bucher). Freund: „So können alle schnell umgebucht werden.“ Einen Engpass etwa für bevorstehende Herbst- und Weihnachtsferien gebe es nicht. Konkret lädt Freund auch andere Thomas-Cook-Partner ein, Betten-Kontingente an Eurotours abzutreten. „Wer sie weitergeben will, ist bei uns willkommen.“

Tausende Betroffene

Partnerschaften auszubauen ist das Ziel dahinter. „Wir sind ein loyaler Partner, das konnten wir in der Thomas-Cook-Pleite beweisen.“ In der Krisenwoche hatte die Verkehrsbüro-Group 2200 betroffene Reisende betreut, mehr als 4400 für die nächsten Wochen.

Doppelt bezahlt

Die Dimensionen bei Gruber Reisen sind naturgemäß kleiner. Doch hatte der Pauschalreisen-Spezialist in der Steiermark noch an jenem Sonntag im September, an dem die Cook-Pleite bekannt wurde, ein Krisenteam gebildet, um die bis zu 800 Reisekunden zu betreuen, die sich in den Urlaubsorten befanden oder kurz vor dem Reiseantritt standen.

Max Schlögl
Max Schlögl Foto © Erwin Scheriau

Die Insolvenzversicherung greift bei Pauschalreisenden, aber nicht bei jenen, die Einzelleistungen wie Hotel oder Flug gebucht haben.
„Einige wenige Betroffene mussten die restlichen Hotelnächte und Rückflüge noch einmal bezahlen“, schildert Geschäftsführer Max Schlögl. „Manche konnten die Reise gar nicht mehr antreten und das Geld war schon an Thomas Cook weitergeleitet worden. In einigen Fällen haben wir die nötigen Ersatzleistungen organisiert.“

Das Hilfspaket

Diese Kunden können theoretisch Forderungen im Insolvenzverfahren anmelden, praktisch rechnet aber niemand mit einer Quote aus der Konkursmasse.

Für jene Reisenden, bei denen die Versicherung nach der Cook-Pleite nicht einspringt, hat Gruber ein „Hilfspaket“ zusammengestellt. Es handle sich dabei um Wertgutscheine und Gutscheine für Leistungen in den Partnerhotels, die man den Geschädigten anbieten wolle, „damit sie für ihr verlorenes Geld trotzdem etwas bekommen“, sagt Schlögl.

Der Nutzen für die Branche

Zumindest in einem Punkt hat die Pleite von Thomas Cook für Reisebüros etwas Gutes. Die Branche, die durch Digitalisierung und Onlinekonkurrenz einen starken Druck verspürt, kann nun die Vorzüge einer Pauschalreise bzw. ihrer Serviceleistungen darstellen.

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Danke für Ihr Verständnis.

Amadeus005
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Lesenswert?

Wer hilft den Adria Airways Opfern

Nur so ein Frage, weil sie ja die Airline von Kärnten war.

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