StahlzölleTrump: Handelskriege "gut und leicht zu gewinnen"

Während rund um die Welt das Wort "Handelskrieg" vermieden wird, legt US-Präsident Trump nach: Diese seien leicht zu gewinnen.

Trump spricht offen von Handelskrieg
Trump spricht offen von Handelskrieg © APA/AFP
 

Im Streit um angekündigte Strafzölle auf Stahl und Aluminium hat US-Präsident Donald Trump noch nachgelegt: Handelskriege seien "gut und leicht zu gewinnen", schrieb er am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er reagierte damit auf scharfe Kritik aus aller Welt an seiner Ankündigung, Importe von Stahl und Aluminium in die USA mit hohen Strafzöllen zu belegen.

Trump schrieb: "Wenn ein Land viele Milliarden Dollar im Handel mit quasi jedem Land verliert, mit dem es Geschäfte macht, sind Handelskriege gut, und einfach zu gewinnen. Wenn die USA zum Beispiel ein Handelsdefizit von 100 Mrd. Dollar (82 Mrd. Euro) mit einem anderen Land haben, und dieses unschuldig tut, dann höre auf mit dem Handel." Die USA würden in dem Fall "groß gewinnen. Es ist einfach!"

Trump hatte am Donnerstag Strafzölle auf den Import von Stahl und Aluminium in die USA angekündigt. Durch die Schutzzölle könnten US-Unternehmen deutlich wachsen und neue Jobs schaffen, begründete er den Schritt. Kritik daran kam aus der ganzen Welt, unter anderem von der EU und China.

US-Strafzölle schon ab nächster Woche

EU-Abgeordente listen Gegenmaßnahmen auf

Europaabgeordnete und Wirtschaftsvertreter in Brüssel haben mit Sorge auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte regiert. "Wenn die US-amerikanische Regierung nun einen Handelskrieg anzettelt, haben Zölle auf Motorräder und Whiskey aus Tennessee durchaus ihre Berechtigung", sagte die SPÖ-Abgeordente Karoline Graswander-Hainz.

"US-Präsident Trump ist fest entschlossen, einen Handelskrieg auszulösen", sagte der deutsche Grünen-Abgeordnete Reinhard Bütikofer. "Selbst wenn Donald Trump keine Strafzölle direkt gegen Europas Stahl- oder Aluminium-Produktion verhängt, droht Ungemach. Denn Überkapazitäten aus Drittländern, denen der US-Markt versperrt wird, drohen den europäischen zu überfluten. Wehrt sich die EU dann dagegen, droht sie in den Handelskrieg mit verwickelt zu werden."

Scharfe Kritik aus Deutschland

Die deutsche Regierung hat die Ankündigung von Strafzöllen auf Stahl durch US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Die Bundesregierung lehne solche Zölle ab, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Sie würden "globale Handlungsströme empfindlich treffen".

Das Problem weltweiter Überkapazitäten bei Stahl und Aluminium lasse sich durch "einseitige Maßnahmen der USA nicht lösen". Seibert begrüßte die harsche Reaktion der Europäischen Union auf die Ankündigung Trumps: Es sei "völlig richtig", dass die EU-Kommission deutlich gemacht habe, welche Gegenreaktionen sie ergreifen könnte.

 

 

Kommentare (1)

Kommentieren
paulrandig
0
0
Lesenswert?

Die VÖEST freut sich.

Die produzieren ohnehin in den USA mit ihrem neuesten Werk.
Und die Spezialstähle und -schienen, die nur in Österreich hergestellt werden, kann niemand anderer herstellen. Die werden eben dann teurer, gekauft werden müssen sie, wenn sie jemand braucht. Er kann auch mit minderer Qualität bauen, seine Entscheidung. Dadurch werden eben viele US-Produkte, die davon abhängen, ebenfalls teurer.

Aber es ist natürlich eine weise und vorausblickende Entscheidung (Ironie!): Wenn wir zu wenig eigenes verkaufen, können wir entweder das eigene besser machen, oder wir machen das Fremde teurer. In zweiterem Fall gewinnt das Fremde als Luxusgut an zusätzlichem Prestige und das Selbstwertgefühl der Nation wird gesenkt.

Selbst schuld, kann ich da nur sagen...

Antworten