Wie der KSV1870 bekannt gibt, musste die Magazin 07 Möbel und Einrichtungen Vertriebsgesellschaft m.b.H., besser bekannt als Möbelhaus Interio, am Montag beim Landesgericht Wiener Neustadt einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung einbringen. Der Kreditschutzverband rechnet mit einer zeitnahen Eröffnung des Verfahrens.
Es ist die zweite Pleite des Unternehmens, dessen österreichweite Anzahl von Filialen in den letzten Jahren drastisch reduziert wurde. Neben dem Hauptstandort in Vösendorf betreibt die Möbel- und Einrichtungskette drei weitere Filialen, jeweils eine in Wien, Linz und Graz. Darüber hinaus gibt es in Traiskirchen ein Lager.
Laut Angaben des Unternehmens sind 37 Dienstnehmer von der Insolvenz betroffen. Diese haben seit Februar keine Löhne mehr erhalten. Die Schulden werden mit rund 6,8 Millionen Euro beziffert. Die Zahl der Gläubiger beläuft sich auf 69.
Hohe Energie-, Personal- und Mietkosten
Bereits im Jahr 2024 war Interio insolvent. Es handelte sich um ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, welches nach Annahme und rechtskräftiger Bestätigung eines Sanierungsplans mit einer Quote von 20 Prozent aufgehoben worden ist. Die letzte Teilquote dieses Sanierungsplans in der Höhe von fünf Prozent wäre im März 2026 fällig. Aufgrund gestiegener Energie-, Personal- und Mietkosten sowie rückläufigen Umsatzzahlen kann die Schuldnerin diese nicht mehr bezahlen und musste daher neuerlich ein Sanierungsverfahren beantragen.
Fortführung geplant
„Die Schuldnerin strebt eine Fortführung und Sanierung ihres Unternehmens an. Die angebotene Sanierungsplanquote soll aus dem Fortbetrieb finanziert werden“, so Alexander Greifeneder vom KSV1870. Das Unternehmen bietet den Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren an. Das ist die gesetzliche Mindestquote. Ob der Sanierungsplan erfüllbar ist, muss noch evaluiert werden.