Die Koralmbahn macht‘s möglich: Die Tourismusorganisationen Kärntens und der Steiermark vertiefen ihre Kooperation. Die Chefs von Steiermark Tourismus und Kärnten Werbung, Michael Feiertag und Klaus Ehrenbrandtner, präsentierten sich am Mittwoch bei der Tourismusmesse ITB in Berlin gemeinsam Reisejournalisten und Reiseveranstaltern. Die verbesserte Erreichbarkeit durch die Koralmbahn spielt dabei eine Hauptrolle: Wandern und Radfahren zwischen den Bahnhöfen („Bahnwandern“ bzw. „Rail & Trail“ sowie „Rail, Rent & Bike“) sind neue Angebote, mit denen man offensiv um Gäste werbe: An 30 Verleihstationen an Bahnhöfen in Kärnten können Räder ausgeliehen oder zurückgegeben werden.

Die gemeinsame Vermarktung beispielsweise der Adventmärkte sei bereits gelebte Praxis. Auch wird der Raum Norditalien gemeinsam beworben. Man spreche auch verstärkt vom „gemeinsamen Erlebnisraum Südösterreich“ und nicht von den Bundesländern Steiermark und Kärnten. ÖBB-Manager Sven Pöllauer hob die Bedeutung von Bahnreisen für den Tourismus hervor: Die Zahl der Fahrgäste zwischen Deutschland und Österreich nahm seit 2018 um 57 Prozent auf 4,5 Millionen zu. Die Koralmbahn sei auch für den Tourismus ein „Gamechanger“, ist er überzeugt.

„Die neue Bahnverbindung bringt die Steiermark kulinarisch noch näher an unsere Gäste. Regionale Küche, erstklassige Produzentinnen und Produzenten sowie eine außergewöhnliche Dichte an Genussangeboten werden schneller und komfortabler erreichbar. Das stärkt die Steiermark als führende Kulinarik- und Genussdestination im internationalen Wettbewerb“, so Feiertag.

„Alpe-Adria-Roadtrip“

Ein neues Angebot macht die Kärnten Werbung gemeinsam mit Friaul-Julisch-Venetien: Unter dem Titel „Alpe Adria Roadtrip“ wird eine sechstägige Pauschalreise mit dem eigenen Pkw in „Erlebnisetappen“ zwischen Glockner und Triest in ein Paket gepackt. In die Verlängerung geht der Alpe-Adria-Trail: Auf der ITB unterzeichneten die Chefs der Tourismusverbände Sloweniens (Maja Pak Olaj), Friauls (Iacopo Mestroni) und Kärntens (Klaus Ehrenbrandtner) die Verlängerung der grenzüberschreitenden Kooperation um weitere drei Jahre.

Der 750 Kilometer lange Trail wurde 2012 eröffnet. Im Vorjahr haben ihn rund 15.000 Mehrtageswanderer erwandert. Sie sorgten damit für rund 75.000 Übernachtungen und einen Gesamtumsatz von circa 7,5 Millionen Euro. Ehrenbrandtner betonte die Bedeutung des Alpe-Adria-Trails als eine Maßnahme Kärntens auf dem Weg zur Ganzjahresdestination.

Klaus Ehrenbrandtner (rechts) und Helmuth Micheler (links) machten mit Kollegen Werbung für das Udo-Jürgens-Museum
Klaus Ehrenbrandtner (rechts) und Helmuth Micheler (links) machten mit Kollegen Werbung für das Udo-Jürgens-Museum © Uso

Kärnten spielt in diesem Jahr beim rot-weiß-roten Auftritt auf der ITB im knapp 1000 Quadratmeter Österreich-Pavillon im „hub 27“ eine Sonderrolle: Die Schüler und Schülerinnen der Kärntner Tourismusschule KTS betreuen die Gäste am Messestand, Eckart Mandler sorgt für feine Slow-Food-Kulinarik und Simon Stadler gab Dienstagabend bei einer Party der Österreich Werbung Hits von Kärntens Song-Contest-Legende Udo Jürgens zum Besten. 2027 wird die Tourismusschule Bad Gleichenberg mitreisen.

Dass plötzlich Touristiker wie Kärnten-Werbung-Chef Klaus Ehrenbrandtner und Klagenfurt-Tourismus-Geschäftsführer Helmuth Micheler im Bademantel durch die Gästeschar flanierten, war der Werbung für das Udo-Jürgens-Museum geschuldet, das im Mai 2027 in Klagenfurt eröffnet wird. Aufsehen erregte es allemal.