Österreich ist im Begriff eine Ganzjahresdestination zu werden. 28,1 Prozent aller Nächtigungen entfallen bereits auf die Monate April, Mai, September, Oktober und November, also Frühjahr und Herbst. 2025 war somit nicht nur das nächtigungsstärkste Jahr im österreichischen Tourismus (257 Millionen), sondern auch das bisher „ausgewogenste“. Die weitere Stärkung der Nebensaisonen ist auch das erklärte Ziel von Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) im Rahmen der Tourismusstrategie.
Zur Eröffnung des Österreich-Standes bei der 60. Auflage der ITB am Dienstag in Berlin betonten Zehetner und die Geschäftsführerin der nationalen Tourismusorganisation Österreich Werbung (ÖW) Astrid Steharnig-Staudinger, die Bedeutung dieser Entwicklung: Eine gleichmäßigere Nachfrage übers Jahr reduziere saisonale Spitzen und sorge für stabilere Auslastung. Dazu kommen ganzjährige Arbeitsplätze. „Österreich ist kein Saisonartikel mehr“, meint die ÖW-Chefin. Aktuell arbeite aber noch ein Drittel der Betriebe saisonal. 1,19 der 1,5 Millionen Touristenbetten seien jedoch bereits ganzjährig verfügbar.
Auf der ITB präsentiert sich Österreich auf einem vergrößerten, 979 Quadratmeter großen Messestand. Kärnten steuert in diesem Jahr mit Slow Food-Speisen die Kulinarik bei, Schüler der Kärntner Tourismusschule KTS in Villach stellen das Service. 74 Partner treten gemeinsam unter dem Dach der ÖW in Berlin auf.
Der Ausblick für den heimischen Tourismus für dieses Jahr sei trotz Nahost-Kriegs weiterhin positiv: „Wir gehen von einer stabilen Entwicklung aus - mit einem nachhaltigen Ganzjahrestourismus als Ziel“, bekräftigte die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Susanne Kraus-Winkler. Gerade jetzt dürften Destinationen gefragt sein, die „klein, sicher, kühl und nah“ sind, glaubt die Geschäftsführerin der Tirol Werbung, Karin Seiler. Sie ist auch die Sprecherin der Landestourismusorganisationen.
Die ITB ist auch in diesem Jahr, trotz des Ausfalls von Israel und des Iran eine Messe der Superlative: Fast 6000 Aussteller aus mehr als 160 Ländern präsentieren sich den Fachbesuchern. Besonders im Fokus steht die Reiseplanung mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sowie etliche weitere KI-Tools für den Tourismus.