Zunächst war er im Einzelhandel tätig, war Geschäftsführer von Karstadt- und Ikea-Filialen. Jetzt ist der 51-jährige gebürtige Lübecker Veränderungs-Coach und berät als solcher Unternehmen wie Mercedes, Swiss und Telekom. Nun ist auch der Kärntner Tourismus, der sich mit dem vor wenigen Tagen beschlossenen Tourismusgesetz selbst Wandel auferlegt hat, auf Ilja Grzeskowitz gekommen.

Am Montag, am Tag der Kärntner Gastgeber im Casineum Velden, motivierte „Mr. Change“ die Kärntner Touristiker und Touristikerinnen, Veränderung als Chance zu sehen. Aber nicht nur das: „Veränderung ist die Schlüsselkompetenz der Zukunft“, so Grzeskowitz und deklinierte seine dafür entwickelte vierstufige Checkliste: „Veränderung basiert auf dem Prinzip Wählen – also einen klaren Fokus setzen, Wagen – also die Komfortzone verlassen, Wollen – also eine innere Vision entwickeln und Wiederholen – also dranbleiben, bis die neuen Verhaltensweisen zur Gewohnheit werden.“

Für ÖVP-Clubobmann Markus Malle, der Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig vertrat, weil der gerade das zweite Mal Vater geworden ist, besteht die Veränderung unter anderem in „mehr Badehäusern“, die Kärnten brauche. Außerdem in neuen touristischen Verkehrslösungen: „Es ist eben so, dass immer mehr Touristen mit dem Zug kommen und nicht mit dem Auto.“ Gastronomie-Spartenobmann Stefan Sternad erhofft sich eine Veränderung hinsichtlich Überstundenbesteuerung der Mitarbeiter: Die müsse weg, ebenso wie die Lamentiererei: „Jammern verboten“, gab Sternad als Parole aus. Sigi Moerisch, Spartenobmann der Hotellerie in Kärnten, sieht durch das Tourismusgesetz „ein neues Zeitalter für Kärnten“ anbrechen. Zu den von Grzeskowitz´ angesprochenen Visionen sagt Moerisch: „Ohne Vision kriegt man heute ja auch keinen Kredit mehr.“

Die Podiumsdiskussion am Nachmittag offenbarte, dass Wandel auch viel mit Tradition zu tun hat. „Tradition ist kein schwerer Anker, sondern das Fundament, weiterzubauen“, so Niki Riegler, Geschäftsführer der im Jahr 1270 gegründeten Privatbrauerei Hirt. Dem konnte Emanuel Berger, Juniorchef des Feuerberg Mountain Resorts, nur zustimmen. Und auch viele im Publikum, unter anderem Hannes Markowitz, Chef der Veldener Tourismusgesellschaft, Casino-Direktorin Marion Roseneder, Silvia Häusl-Benz, Bürgermeisterin von Pörtschach, Spartengeschäftsführer Wolfgang Kuttnig, Schnapsbrenner Valentin Latschen und McDonald‘s-Unternehmer Rudolf Ringhofer.

Niki Riegler: „Gleichgültigkeit ist schlimmer als Widerstand“

Als größtes Hindernis für Veränderung sieht Riegler Gleichgültigkeit, „die ist schlimmer als Widerstand“. Ob er je eine unternehmerische Entscheidung bereut habe? Riegler: „Die schlechtesten Entscheidungen sind die, die man nicht getroffen hat.“ Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Tourismus-Bundessparte in der Wirtschaftskammer Österreich, legte den Kärntner Gastgeberinnen und Gastgebern eine „neue Kooperationskultur“ ans Herz: „Vom Tourismusgesetz allein passiert noch nichts und ändert sich nichts.“ 

Schnappschüsse aus dem Branchentreffen