Kärntens Exporteure trotzten im ersten Halbjahr 2025 den schwierigen Rahmenbedingungen und steigerten die Warenexporte um 2,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 auf 4,832 Milliarden Euro. Die Exporte gingen mit Aufnahme Kärntens in allen Bundesländern zurück. Die Einfuhren legten leicht um 0,2 Prozent auf 3,90 Milliarden Euro zu, der Überschuss im Außenhandel steigt somit auf 862 Millionen Euro.
Allerdings blieben die Mengen im Export und Import im einstelligen Prozentbereich hinter dem Jahr zuvor zurück. Kärnten ist, darauf verweist WK-Präsident Jürgen Mandl, weiterhin im Kreis von insgesamt fünf Bundesländern mit einer positiven Außenhandelsbilanz – neben Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg. Hemma Kircher-Schneider, Leiterin der Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Kärnten, betont die großen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Warengruppen, die auf große Verunsicherung der international tätigen Betriebe schließen lassen: „Umso wichtiger ist es, bestehende Märkte zu sichern und gleichzeitig neue Absatzchancen konsequent zu nutzen.“
Deutschland bleibt im ersten Halbjahr 2025 mit einem Volumen von 1,376 Milliarden Euro (+0,4 Prozent) Kärntens mit Abstand wichtigster Handelspartner. Mit einem Zuwachs von 13,4 Prozent bereits auf Platz 2: China (586 Millionen Euro). Gefolgt von Italien (-3,9 Prozent), Malaysia (+3,9 Prozent) und Slowenien (-11,7 Prozent).
USA deutlich im Handels-Minus
Deutlich rückläufig war im ersten Halbjahr der Außenhandel mit den USA (-7,9 Prozent bei den Exporten, fast -25 Prozent bei den Importen). Gründe sind der im Vorjahr neu entflammte Handelskrieg und die damit verbundenen Handelsbarrieren und Unsicherheiten. Die USA sind laut Statistik Austria in keinem Bundesland mehr unter den Top-3-Importpartnern zu finden.
Als absoluter Wachstumsmarkt bei den Exporten erweist sich Polen mit einem Plus von 13,8 Prozent.
Bemerkenswert: Mit China verzeichnet Kärnten einen Außenhandelsüberschuss von fast 180 Millionen Euro, den Exporten von 586 Millionen Euro stehen Importe von 407 Millionen Euro (+4,7 Prozent) gegenüber.
In Relation zum gesamten Exportvolumen geht der Anteil der Ausfuhren in andere Mitgliedsstaaten der EU leicht zurück und liegt nun bei 63 Prozent (minus 2 Prozent) der gesamten Warenexporte. Der EU-Importanteil ist mit 63 Prozent unverändert.