Hat da jemand etwas von schlechter Konsumlaune gesagt, von Daheimbleiben-Müssen? Urlaub steht als Konsumgut weiterhin hoch im Kurs. Und als budgetfreundliche Variante haben sich die guten alten Busreisen wieder warmgelaufen - und hier vor allem die Tagesfahrten: morgens hin, abends zurück.

„Immer mehr Kunden sagen sich: ,Ich fahre nicht mehr so gern selbst, aber ich will mir eine kurze Erholung gönnen und wenigstens einen Tag lang die Seele baumeln lassen und Abstand vom Alltag gewinnen‘ “, berichtet Marlene Bacher von Bacher Reisen aus Radenthein. Es gehe darum, „einmal rauszukommen, einmal kurz das Meer zu sehen, sich eine Auszeit zu gönnen“.

Caorle, Lignano, Bibione

Bacher bietet gemeinsam mit Ebner Reisen aus Villach und Hofstätter Touristik aus Althofen die Busreisen Pur an - wer online bucht, erhält fünf Prozent Rabatt. Für einen „Frühlingstag in Caorle“ ist man mit 62 Euro mit dabei, bei der Lagunenfahrt in Grado um 84 Euro, beim Ausseer Narzissenfest um 85 Euro. Frühling ist Haupt-Bus-Saison. Auch Springer Reisen ist Anbieter - etwa von den Bäderbussen nach Lignano (um 55 Euro) oder Bibione (um 59 Euro) - jeweils jeden Samstag und Mittwoch von Juni bis September. Auch drei Tage Aufenthalt kann dazu gebucht werden.

Zwischen 50 und 100 Euro bewegen sich die meisten Tages-Busfahrten preislich. Kosten, bei denen ein Selbst-Autofahrer kaum mithalten kann. Aufgrund der Mindestteilnehmerzahlen im Bus können die Preise anders kalkuliert werden. Mautgebühren - wie etwa am Glockner - fallen auch nicht für jeden extra an. Und auch Zusatzprodukte wie Reiseführung, Eintritte und Imbisse sind für Gruppen günstiger.

Zielgruppe wird jünger

Den Veranstaltern spielen einige Entwicklungen in die Hände. Die Autobahngebühren steigen (zum Beispiel in Slowenien und Kroatien), ebenso die Parkgebühren und -strafen allerorten. Dazu die überfüllten Straßen, Autobahnen - und Parkplätze. Im Bus ist Platz, der Bus ist klimatisiert - kein Einsteigen in ein überhitztes Auto.

Fotograf Thomas Hude, Reisswolf, Völkermarkt, Nueer Standort, Neueröffnung 24.3.2025
Busreiseveranstalterin Marlene Bacher: „Dann müssen sich die Leute nicht selbst ans Steuer setzen“ © Hude

Tausende Buchungen

Die Zielgruppe verbreitert sich, sie wird jünger. Es setzen sich Großeltern mit Enkerln, Freundinnen- und Vereinsrunden und Jungfamilien in den Reisebus. „Wer Haus baut, kann nicht unbedingt für 14 Tage wegfliegen.“ Und zunehmend Sportler, Wanderer, Radler. Daher auch die vermehrt angebotenen geführten Radtouren - das Rad reist auch mit dem Bus an, zum Beispiel nach Bled oder in den Collio.

Der Bus ist wieder zeitgeistig bzw. „schick“, wie Bacher es ausdrückt. „Als wir 2011 mit den Pur-Reisen angefangen haben, haben wir ein bis zwei Fahrten pro Woche angeboten. Mittlerweile sind es vier bis fünf.“ 7000 Buchungen hatte die Angebotsgruppe vom vergangenen Jahr. „Heuer sind es bisher bereits 3000.“ Gerade werden bereits die Herbstfahrten auf der Homepage eingepflegt.