Es ist eine auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende „autonome Buchhaltungslösung“, die dem 2016 gegründeten Wiener Start-up Finmatics mittlerweile zahlreiche Kunden und 120 Beschäftigte brachte und über die Jahre zu einem begehrten Übernahmekandidaten machte.
Gedacht ist das Produkt als „Unterstützung“ für professionelle Buchhalterinnen und Buchhalter, vor allem in Wirtschafts- und Steuerkanzleien. Und zwar, indem es bei der „Rechnungsbearbeitung“ oder dem „systemübergreifenden Austausch von Buchhaltungsdaten rationalisiert und automatisiert“, wie es vom Unternehmen heißt.
Dieses hat ab sofort einen neuen Eigentümer – einen Milliardenkonzern aus dem hohen Norden: Visma. Der unternehmerische Riese gilt als ein führender Anbieter von unternehmenskritischer Cloud-Software, zählt fast zwei Millionen Kunden und setzt mit in Summe 16.000 Beschäftigten rund 2,4 Milliarden Euro im Jahr um.
Finmatics will weiter rasch wachsen
Mit dem Kauf von Finmatics will das norwegische Unternehmen laut Visma-Boss Merete Hverven das „Kernproduktangebot für Buchhalter“ nun „in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz, Anm.) erweitern“. Zugleich ist für Visma – eine Software-Gruppe mit 200 Einzelunternehmen in 33 Ländern – die Akquisition die mittlerweile fünfte in der DACH-Region in den letzten vier Jahren.
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„Als Gründer von Finmatics freuen wir uns sehr, Teil der Visma-Familie zu werden“, heißt es indes von Christoph Prieler, CEO und Mitgründer von Finmatics. Man wolle rasch weiterwachsen und von der im neuen Konzern angesiedelten „Buchhaltungs- und Technologiekompetenz profitieren“.
Gartner: „Größter KI-Start-up-Exit“
Aus steirischer Sicht besonders spannend: Im Rahmen des Deals wird auch der 36-prozentige Anteil verkauft, den die Grazer Beteiligungsgesellschaft eQventure seit geraumer Zeit an Finmatics hält. Auch wenn niemand eine exakte Größenordnung nennen will, soll der Deal „zu den größten österreichischen Start-up-Exits zählen“, wie eQventure-CEO Herbert Gartner die Kleine Zeitung wissen lässt. Außerdem sei es jedenfalls der bis dato „größte österreichische KI-Start-up-Exit“.
Bei eQventure selbst zeigt man sich durchaus stolz, dass sich der „monatlich wiederkehrende Umsatz seit unserem Einstieg verzwanzigfacht“ habe. Die eQventure-Investoren sollen in diesem Fall laut Gartner im Schnitt „das fünf- bis siebenfache ihres Einsatzes zurückbekommen“.