Beteiligungen an rund 40 Jungunternehmen, dazu zahlreiche Exits, also gewinnbringende Ausstiege, bei bekannten österreichischen Start-ups à la Runtastic, busuu, mySugr, kiweno oder Durchblicker. Im heimischen Start-up-Ökosystem zählt Johann „Hansi“ Hansmann zweifelsohne zu den bekanntesten Namen. Dementsprechendes Gewicht hat sein Wort.

Dieses erhob der Investor, der seit 20 Jahren im Geschäft ist, nun im Rahmen einer Panel-Diskussion des AustrianStartups Summit, der am Dienstag in Wien über die Bühne ging.

„2023 war sehr schwierig, 2024 schlecht. Und 2025 wird noch schlechter“, begleitete Hansmann am Podium dort zunächst düster ein. Gefragt wurde er zuvor, wie er die Finanzierungslage für Start-ups, also die besonders wachstumsaffinen und oft mit außergewöhnlich innovativen Technologien ausgestatteten, Jungunternehmen einschätzt. Zu bestehenden Krisen hätte sich eine US-Administration gesellt, die für ein besonders großes Maß an „Unsicherheit“ stehe. Und „Unsicherheit“, so Hansmann, „mögen Investoren nicht“. Sogar „ein schlechter Ausblick, der klar ist, ist besser“.

Deswegen würden bei Start-ups auf Wachstumskurs zurzeit fast ausschließlich Bestandsinvestoren notwendige Finanzierungsrunden anziehen, nicht aber Neuinvestoren Geld zuschießen.

Pre-Seed-Landschaft attraktiv

Wenig verwunderlich zeigten in den letzten Monaten daher auch zahlreiche Markt-Indikatoren nach unten. Das aktuelle Investment-Barometer von EY weist für Österreich 2024 etwa einen Rückgang der Gesamtfinanzierungen um 17 Prozent aus.

Zugleich hat Hansi Hansmann auch eine optimistischere Nachricht im Gepäck. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, ein Start-up zu gründen“, sagt der Mann, der einst selbst im Pharma-Bereich gründete und 2003 das Unternehmen verkaufte. Während nämlich die Anschlussfinanzierung zurzeit häufig schwierig zu bewerkstelligen sei, würde die Pre-Seed-Landschaft – jene Phase, in der die Gründungsidee entwickelt und das Unternehmen erst gegründet wird – in Österreich weiter gute Finanzierungsmöglichkeiten bieten.

„Mindestens zwei, maximal vier Personen“

Summa summarum ortet Investor Hansmann in Europa mehr Bedarf denn je nach Start-ups. Immerhin würde sich der Kontinent zurzeit technologisch neu aufstellen, unabhängiger machen wollen. Hier würden die Jungunternehmen – „sie bringen Innovation zu den Menschen“ – eine besonders entscheidende Rolle spielen.

Wie Gründungen aussehen, die Hansmann als Kapitalgeber reizen? „Wichtig ist, dass ich die Personen mag – und sie mich“. Außerdem würde er „ein Team, mindestens zwei, maximal vier Personen, mit einer klaren Führungskraft“ bevorzugen. Schlussendlich sei es freilich auch notwendig, dass der vom Start-up anvisierte „Markt groß genug ist“.