Erst kürzlich bezeichnete ÖBB-Chef Andreas Matthä den Güterterminal bei Villach noch als „Entwicklungsgebiet“. Fast genau ein Jahr ist die Unterzeichnung des „Memorandum of Understanding“ der am Standort tätigen Landesgesellschaften und der Bundesbahnen her. Gemeinsames Ziel: die Weiterentwicklung des Logistikstandorts Fürnitz.

Neben den im ÖBB-Rahmenplan enthaltenen Investitionen in die Infrastruktur des Terminals soll nun auch die Standortgesellschaft, das Logistik Center Austria Süd (LCAS), für künftige Betriebsansiedlungen professionalisiert werden. Am Dienstag wurden dafür in der Regierungssitzung die Mittel für die nächsten zwei Jahre beschlossen. Jährlich stellt das Land eine Viertelmillion für die Gesellschaft bereit, auch die ÖBB leistet einen Gesellschafterzuschuss in derselben Höhe. Insgesamt fließen so bis 2026 eine Million Euro, um den Logistikstandort professionell zu vermarkten und ihn für Betriebsansiedelungen attraktiv zu machen. Die Ausweitung der Aktivitäten wurde zwischen Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) und der ÖBB vereinbart.

Verschieben sich Millioneninvestitionen?

Laut Rahmenplan wären für 2025 allerdings bereits Investitionen von 24,4 Millionen Euro vorgesehen. Als „den wohl wichtigsten Hebel für den Standort“ sieht Schuschnig, dass die ÖBB im Herbst die Planungen für die ersten zwei Module der im Rahmenplan vorgesehenen Investitionen in den Terminal freigegeben hat. Insgesamt rund 72,8 Millionen Euro sollen nach den Plänen der ÖBB bis 2029 investiert werden. „Diese Investition wird einen massiven Effekt auf den Standort haben“, so Schuschnig, der den Ausbau weiter beschleunigen will. Auch eine neue Bundesregierung solle „nicht am eingeschlagenen Weg rütteln“.

Die beschlossene Mittelaufstockung für die LCAS sei ein klares Bekenntnis und ein wichtiges Signal an künftige Investoren, aber auch ein klarer Auftrag an die Standortgesellschaft selbst. Schuschnig:„Mit der Möglichkeit zur Verladung von der Straße auf die Schiene, einem zollfreien Korridor zwischen Villach und dem Hafen Triest und genügend verfügbaren Flächen, kann die LCAS interessierten Unternehmen ein sehr gutes Paket am Standort bieten.“ Die neue Geschäftsführung, also Andreas Pichler (Anm. der Redaktion), sei gefordert, diese Chancen zu ergreifen und sichtbare Ergebnisse zu erreichen

Dafür werde das Land der Gesellschaft bis 2026 verbindliche Ziele vorgeben. Vor allem seien Betriebsansiedelungen voranzutreiben. Das neu entwickelte Standortkonzept sei dafür die Basis.