Das Güterverkehrsterminal Villach-Süd der ÖBB-Infrastruktur in Fürnitz in Kärnten läuft noch nicht so, wie es soll. Das ging am Dienstag aus Ausführungen von ÖBB-Chef Andreas Matthä im Club der Wirtschaftspublizisten in Wien hervor. „Fürnitz ist noch immer ein Entwicklungsgebiet“, sagte der Manager. Grundsätzlich sei der Standort geografisch sehr gut gelegen. Es brauche einen Ankerinvestor, damit weitere Firmen folgen. Insgesamt entwickle sich der ÖBB-Güterverkehr seitwärts.

„Es ist noch nicht ganz klar, wo es da hakt, es braucht Betriebsansiedelungen logistikaffiner Betriebe“, sagte Matthä über das Güterterminal in Fürnitz. Schon lange gibt es seitens des Landes Kärnten die Bemühung, dieses als Dock hinter den Docks der echten Häfen in Triest und Co zu positionieren, um von dort aus Güter weiter zu verteilen.

Laut Matthä spricht die Verkehrsanbindung auch dafür. Von Südost und Südwest - also über die ex-jugoslawischen Staaten bis Griechenland und Italien - geht es von dort nach Nordwest wie Deutschland und Nordost bis Polen bzw. ins Baltikum über die baltisch-adriatische Achse.

Zeit ist Geld

Insgesamt entwickelt sich der Güterverkehr bei den ÖBB seitwärts. Einfluss hatten zuletzt die Strompreisrallye und die Wirtschaftskrise. Mit den hohen Energiepreisen seien die Liefermengen um zehn Prozent eingebrochen, so Matthä. Durch geändertes Transportgut und die Weitergabe von Energiekosten sei der Umsatz aber stabil geblieben.

Beim deutschen Bahnnetz gibt es nicht nur Probleme von Reisenden, über die Medien laufend berichten, sondern auch im Güterverkehr, wie Matthä erläuterte. „In Deutschland ist kein einziger Güterzug pünktlich“, beklagte er. Die ÖBB beschäftigten in Wien mittlerweile 30 Personen, die alleine den Verkehr von ÖBB-Güterzügen in Deutschland überwachten. Sie versuchen, die Züge durch Interaktion mit zu lenken, damit sie so rasch wie möglich ans Ziel kommen. Gerade im Güterverkehr gilt besonders: Zeit ist Geld.