Zum –möglichen – Finale der Regierungsverhandlungen und unter dem Eindruck eines drohenden Handelskrieges mit den USA legt WKÖ-Präsident Harald Mahrer eine Market-Umfrage zur Bedeutung der Reputation Österreichs vor. Die Kernaussage: Der gute Ruf Österreichs sei entscheidend für die Wirtschaft. Mehr als acht von zehn Österreichern glauben, dass Österreichs Ansehen für Investitionen, Exporte und Tourismus entscheidend sei. „Bei allem, was man in der Bundesregierung vereinbart, die Reputation des Landes muss immer die Leitplanke sein.“
„Leben und leben lassen“
Aktuell sehe er aber den guten Ruf Österreichs nicht gefährdet, erklärt Mahrer. Die EU sieht er diesmal gut auf die Auseinandersetzung mit Trump vorbereitet: „Trump denkt sehr unternehmerisch. Das Szenario müsste sein: Wie profitieren beide Seiten?“ Die USA müsse also etwa die Frage nach der Herkunft der Direktinvestitionen stellen, da finde viel Kapitalabfluss von deutschen Unternehmen in die USA statt. Mahrer versucht zu entwarnen: „Man muss die Kirche im Dorf lassen, nach dem Motto ,leben und leben lassen‘ agieren, sodass beide Seiten profitieren.“
„Alle sollten sich an der Nase nehmen“
Angesichts der holprigen Koalitionsverhandlungen von FPÖ und ÖVP appelliert Mahrer, es sei jetzt „keine Zeit für Klein-klein und Streitereien, alle sollten sich an der Nase nehmen“. Wenn man die Interessen des Landes in den Mittelpunkt stelle, sei Blau-Schwarz machbar, „nur darf man da niemanden überfordern oder Dinge diktieren wollen“, warnt Mahrer.
„In die Gänge kommen“
Das Wichtigste sei bei den Verhandlungen der Fokus auf die großen Fragen, etwa den wirtschaftlichen Aufschwung – „mit Tempo 150 auf Autobahnen wird kein einziger Arbeitsplatz geschaffen“. Es dürfe „nicht um einen machtpolitischen Umbau gehen, nicht um Ideologie, sondern darum, was den Menschen zugutekommt“, so Mahrer zur Kleinen Zeitung. „Es wird Zeit, dass man in die Gänge kommt und die Menschen endlich entlastet.“