Gegen die Konsumzurückhaltung im Land sei sein Unternehmen immun. Mehr noch, soll der Telekom-Diskonter Spusu vom enger sitzenden Gürtel zurzeit gar „stark profitieren“, wie Spusu-Chef Franz Pichler im Gespräch mit der Kleinen Zeitung erzählt. Deswegen registriere man just im allgemeinen Krisenjahr 2024 selbst das „größte Wachstum in der Firmengeschichte“, sagt Pichler mit Verweis auf „mehr als 100.000 aktive Zugänge“.
Gewissermaßen gegen den Strom schwimmt Spusu auch, wenn es um das Weihnachtsgeschäft geht. Präziser: Wenn es um die Bewerbung des eigenen Weihnachtsgeschäfts geht. Während anderswo dieser Tage besonders grelles Licht aufgedreht wird, lassen Pichler & Co die Regler unverändert. „Wir haben uns da eigentlich immer zurückgehalten. Weil wir in dieser Zeit ohnehin nicht auffallen würden“, sagt der Weinviertler mit eigenem Weinanbau, der am Markt „in Summe sehr stabile Tarife“ ortet.
Profiteur des Orange-Kaufs
Gegründet wurde Spusu („sprich und surf“) übrigens vor bald zehn Jahren, nämlich 2015. Zwei Jahre zuvor hatte Drei den Mitbewerber Orange gekauft und musste im Zuge dieser Übernahme das eigene Netz für sogenannte MVNOs, also virtuelle Mobilfunkanbieter, öffnen. Diese sollten den Wettbewerb im Land wieder ankurbeln.
Spusu war einer der Profiteure der Öffnung und von Beginn an im Drei-Netz eingemietet. Sukzessive sicherte sich das Unternehmen Marktanteile, 2023 lagen nur A1 (37,5 Prozent), Magenta (25,4 Prozent), Drei (21,2 Prozent) und die Hofer-Marke HoT (9,3 Prozent) vor Spusu, das sich rund 4,4 Prozent des Mobilfunkmarkts schnappte.
Glasfaser: Stehen Konsolidierungen an?
Über die Jahre wurde Spusu auch selbst zum Netzanbieter. Sicherten sich Pichler & Co. 2019 zunächst eigene 5G-Frequenzen, für Teile Niederösterreichs und des Burgenlands, versucht sich Spusu mittlerweile auch aktiv am Festnetzmarkt. Einerseits als Serviceanbieter auf offenen Glasfasernetzen und andererseits selbst als Netzbauer. Pichlers diesbezüglicher Marktbefund? „Der Glasfaserausbau ist eine traurige Geschichte und die Förderungen sind falsch gestaltet“. Anstelle der Unterstützung des Netzausbaus, plädiert der Spusu-Chef für eine „Anschlussförderung“, die an jene Haushalte gehen soll, die sich für Glasfaser entscheiden. Ein in der Branche zurzeit kontrovers diskutiertes Thema.
Am, nach langer Flaute mittlerweile sehr diversen, österreichischen Glasfasermarkt rechnet der 59-Jährige übrigens mit Konsolidierungen. Franz Pichler: „Der Bau ist sehr teuer, die Baukosten zurzeit höher als erwartet. Da gehen viele Rechenmodelle nicht ganz auf“.