Angesichts des starken Anstiegs der Inflation im Euroraum auf Werte bis über 10 Prozent und der Sorge um eine daraus entstehende Preis-/Lohnspirale begannen die Zentralbanken des Eurosystems vor etwa zwei Jahren damit, systematisch Daten zu einzelnen Kollektivvertragsabschlüssen zu sammeln. Diese werden zu sogenannten „Wage-Trackern“ zusammengeführt, die eine zeitnahe Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Lohnentwicklung ermöglichen. Diese Daten legen nahe, dass das Lohnwachstum im Euroraum gestiegen ist. Dieser Anstieg ist mit derzeit knapp 5 Prozent zwar höher als der historische Durchschnitt, fällt jedoch im Vergleich zum vorangegangenen Inflationsanstieg moderat aus.